Das Pfarrdorf Allmannshofen gehörte bis 1688 den Reichsmarschällen von Pappenheim, bis ins 15. Jahrhundert ist auch ein gleichnamiges Ministerialgeschlecht nachgewiesen. Dann erwarb die Benediktinerinnenabtei Holzen den Ort mitsamt der Herrschaft, die bis zur Säkularisation 1803 in die Landesherrschaft des Hochstifts Augsburg inkorporiert blieb. Nachweisbar bis 1938 verlief am südlichen Rand des historischen Dorfkerns eine "Judengasse", die von den Nationalsozialisten in "Waldstraße" umbenannt wurde und noch heute so heißt. Die Quellen schweigen über die Judengasse, daher sind nur Mutmaßungen möglich. Zunächst könnte sich einfach nur um einen Flurnamen handeln, dessen Ursprung seit langem in Vergessenheit geraten ist. Denn eine jüdische Gemeinde hat es in Allmanshofen – nach aktuellem Kenntnisstand – zu keinem Zeitpunkt gegeben. Auch fanden keine bedeutenden Märkte statt, die reisende jüdische Händler angezogen und eine temporäre Unterkunft notwendig gemacht hätten. Denkbar ist jedoch, dass die Judengasse teil eines sogenannten "Judenwegs" war, also eines mehr oder weniger geheimen Schleichwegs, der jüdische Gemeinden mit ihren Friedhöfen und Absatzmärkten verband.
Literatur
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 243.
- Klaus Fehn (bearb.): [Lkr.] Wertingen. München 1967 (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Schwaben, Heft 3), hier S. 19, 26 u. 51.
