Jüdisches Leben
in Bayern

Abensberg Gemeinde

In Abensberg bestand eine jüdische Gemeinde vom 14. bis zum Anfang des 16. Jahrhundert. Im März 1366 hatte Ulrich von Abensberg allen Bürgern, seien es Christen oder Juden, bei der Beschickung seines Marktes ungehinderten Zugang zugesagt. Erstmals werden 1391 und 1398 Juden in der Stadt genannt.

Weitere Nennungen gibt es im 15. Jahrhundert. Ehemals in Abensberg lebende Juden ("von Abensberg") werden 1450 in Plattling und 1411 sowie 1465-75 in Regensburg genannt. Die jüdischen Familien lebten vom Geldhandel und der Pfandleihe. Im Zusammenhang mit der allgemeinen Vertreibung der Juden aus Bayern 1450/51 oder erst nach dem Übergang der Landeshoheit über die Stadt an die bayerischen Herzöge 1485 (bis davon waren die Herren von Abensberg Ortsherren in der Stadt) wurden die jüdischen Einwohner ausgewiesen. Für die nur zögerliche Ausweisung aus Abensberg spricht die Nennung einzelnen Juden noch in den Jahren 1458 und letztmals 1518.

In der in den 1520er-Jahren verfassten Bairischen Chronik des in Abensberg geborenen Johannes Aventinus (1477-1534) gibt der Chronist an, das im Zuge der Vertreibung 1450 der Stadtherr Hans von Abensberg sich dagegen gewehrt habe und "behilt ir etlich auf den schwaigen umb Abensberg." Erst sein Sohn habe die jüdischen Einwohner endgültig vertrieben. Zur Situation in Abensberg schreibt Aventinus: "Es haist noch die Judengassen, der Judenprunnen, der Judenpühel (ir grebnus) alda, und die sinagog ist ietzo das schergenhaus der stat."

Die jüdischen Familien hatten ihre Wohnungen im Bereich der Judengasse, der heutigen "Mahlergasse". In der parallel dazu verlaufenden Schmidtgasse befand sich die (um 1520) genannte "sinagog" (Synagoge). Auch ein "Judenbrunnen" wird genannt. Im Bereich der Schmidtgasse und der Mahlergasse wurden in den vergangenen Jahrzehnten viele der alten Häuser abgebrochen, sodass der mittelalterliche Charakter des Wohngebietes weitgehend verloren gegangen ist.

Bilder

Bevölkerung 1910

Literatur

  • Kroiß, Maximilian Georg: "Auf dem Judenbuckel". Abensberg und die Juden. Ein Versuch der Annäherung (Abensberger Hefte. Beiträge zur Geschichte Nr. 5), Abensberg 2021
  • Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, 2. Aufl. München 1992, S. 336
  • Germania Judaica, Frankfurt 1987, Bd. III,1 S. 3.
  • Johannes Turmair's, genannt Aventinus, sämmtliche Werke. 5, Bayerische Chronik ; Bd. 2. Buch III - VIII, Vorwort, Glossar und Register zur Bayerischen Chronik, München 1886, S. 591