Jüdisches Leben
in Bayern

Zeckendorf Friedhof

Der jüdische Friedhof liegt 800 m nördlich von Zeckendorf auf einer Anhöhe rechts oberhalb der Straße nach Demmelsdorf am Waldrand. Er hat eine Fläche von fast 5000 qm und wurde 1617 angelegt. Es sind noch fast 600 Grabsteine erhalten.

Lage: 800 m nördlich von Zeckendorf auf einer Anhöhe rechts oberhalb der Straße nach Demmelsdorf am Waldrand. Er ist ohne gute Ortskenntnis schwer zu finden. Man kann den Friedhof von Zeckendorf nicht anfahren. 

Größe: 4670 qm; L-förmige Fläche, Umfriedung durch einen Drahtzaun. 

Alter: 1617; Mathes von Giech stellte in seinem Gehölz „am Vogelsang“ ein Grundstück als Begräbnisplatz für die Juden von Zeckendorf und Demmelsdorf zur Verfügung. Seit 1784 befand sich der Friedhof in gemeinsamem Besitz der Jüdischen Gemeinden von Zeckendorf und Demmelsdorf. 

Einzugsbereich: Anfang des 17. Jahrhunderts auch Juden aus Bamberg, ferner Burgellern, Burglesau, Demmelsdorf, Scheßlitz, Stübig und Zeckendorf. 

Beerdigungen: Nach einer Zählung vom August 1986 waren noch 598 Grabsteine erhalten. Letzte Bestattung während der NS-Zeit 1941; der jüngste Grabstein des Friedhofs stammt von 1947 und steht über dem Grab der Tochter eines polnischen KZ-Überlebenden, der nach der Befreiung vorübergehend in Scheßlitz wohnte. Auf dem Weg zum Friedhof erinnert ein im Herbst 1991 aufgestellter Gedenkstein an die unter dem NS-Regime umgekommenen Juden aus den Orten Demmelsdorf, Scheßlitz und Zeckendorf. 

Besonderheiten: Zeckendorf besaß zusammen mit Demmelsdorf (und früher Burgellern) eine gemeinsame Chewra Kaddischa. 

Schändungen: Mehrere Schändungen; 1937 wurden sieben, 1940 sogar 35 Mazzewot und 1995 erneut Grabsteine umgeworfen.

Adresse / Wegbeschreibung

96110 Scheßlitz

Von Demmelsdorf aus (!) in Richtung Zeckendorf, ca. 30m nach Ortsende in den Feldweg Richtung Wald abbiegen, bis zum Waldanfang folgen. bei der Weggabelung Wagen stehen lassen und auf dem mittleren Weg ca. 20 m weitergehen, dann hinter einer Wiese rechts in einen Hohlweg in den Wald abbiegen. Diesem Hohlweg ca. 1km bis zum Friedhofseingang folgen.

Literatur

  • Lothar Mayer: Jüdische Friedhöfe in Mittel- und Oberfranken. Petersberg 2012, S. 212-217.
  • Elisabeth Eckel: Der jüdische Friedhof von Zeckendorf-Demmelsdorf. In: Klaus Guth / Eva Groiss-Lau (Hg.): Jüdisches Lebend auf dem Dorf. Annäherungen an die verlorene Heimat Franken. Petersberg 1999 (= Landjudentum in Oberfranken. Geschichte und Volkskultur 3), S. 65-96.
  • Michael Trüger: Jüdische Friedhöfe in Bayern (22) [Zeckendorf, Pretzfeld, Heiligenstadt, Aufseß). In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern 14, Nr. 79 (April 1999), S. 18-20.
  • Theodor Harburger: Die Inventarisation jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern, hg. von den Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem, und dem Jüdischen Museum Franken – Fürth & Schnaittach, Bd. 3. Fürth 1998, S. 158-160.
  • Karl Dill: Jüdische Friedhöfe in Oberfranken. Heimatbeilage zum Amtlichen
    Schulanzeiger des Regierungsbezirks Oberfranken Nr. 187. Bayreuth 1992, S. 29-39.
  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 240f.
  • Klaus Guth: Jüdische Landgemeinden in Oberfranken (1800–1942), ein historisch-topographisches Handbuch. Bamberg 1988 (Landjudentum in Oberfranken. Geschichte und Volkskultur 1), S. 343-351.