Jüdisches Leben
in Bayern

Untermerzbach Friedhof

Lage: Berghang südwestlich des Ortes an der Straße nach Bamberg. 

Größe: 1490 qm, schmale Friedhofsfläche; Drahtzaun mit zweiflügeligem Eingangstor an der Ostseite. 

Alter: 1841. In einem 1857 für den Ort angelegten Grundstücksverzeichnis ist der Kauf des Friedhofs für das Jahr 1841 eingetragen. In der äußersten linken Ecke befindet sich der erste Grabstein des Friedhofs aus dem Jahr 1841 mit entsprechender Inschrift: „Sie ist der erste Gast // Der hier gefunden Rast. // Vergönne einst Vater, Du, // an ihrer Seit’ uns Ruh!“. Die Beisetzung von Caroline Bettmann fand am 1. November 1841 statt. 

Beerdigungen: In sieben Gräberreihen ca. 52 neuere und nur wenige alte Grabsteine im hinteren Abschnitt des Friedhofs. Ein Teil des Areals ist unbelegtes freies Gelände ohne Grabsteine. 

Besonderheiten: Grabstein des Gelehrten Josef Reis aus Nymwegen in der Mitte des Friedhofes.

Fotodokumentation „Steinerne Zeugnisse“:

Israel Schwierz hat uns großzügigerweise die Originalfotografien zu seiner 1988 erschienenen Dokumentation „Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern“ überlassen. Dafür gilt ihm unser großer Dank. Diese Fotografien stellen gerade im Hinblick auf die in vielen Fällen in den letzten 25 Jahren sehr rasch fortgeschrittene Verwitterung der Grabsteine eine wertvolle Quelle dar.

Literatur

  • Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, 2. Aufl. München 1992, 128f.
  • Trüger, Michael: Jüdische Friedhöfe in Bayern (13) [Untermerzbach, Ebern, Lichtenfels, Coburg]. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern 11, Nr. 70 (September 1996), S. 28-29, hier S. 28
  • Mayer, Lothar: Jüdische Friedhöfe in Unterfranken, Petersberg 2010