Der jüdische Friedhof in der Stadt Neumarkt liegt an der Gießereistraße. Er hat eine Fläche von fast 1000 qm und wirde 1879/1880 eingerichtet.
Lage: In der Stadt Neumarkt an der Gießereistraße.
Größe: 940 qm; stabile Steinmauer und schmiedeeisernes Tor.
Alter: 1879/80. Zuvor wurden die Toten in Sulzbürg beigesetzt.
Beerdigungen: Zwei Grabfelder mit ca. 100 Gräbern; Gang vom Tahara-Haus durch die Mitte des Friedhofes zur gegenüberliegenden Wand. In den beiden linken hinteren Reihen Kindergräber; rechts und links des Mittelganges zahlreiche Grabsteine aus schwarzem Marmor; viele Grabsteine sind seitenverkehrt aufgestellt . Noch 1933 waren in der Gemeinde Neumarkt zwei Chewrot Kaddischot tätig. Die letzte Beisetzung fand im September 1950 statt (Justizratswitwe Emilie Hacker).
Besonderheiten: Rechts vom Tor Tahara- und Friedhofswärterhaus (bewohnt) mit einer Gedenktafel: „FRIEDHOF der ehemaligen israelitischen Kultusgemeinde angelegt 1879/80".
Fotodokumentation „Steinerne Zeugnisse“:
Israel Schwierz hat uns großzügigerweise die Originalfotografien zu seiner 1988 erschienenen Dokumentation „Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern“ überlassen. Dafür gilt ihm unser großer Dank. Diese Fotografien stellen gerade im Hinblick auf die in vielen Fällen in den letzten 25 Jahren sehr rasch fortgeschrittene Verwitterung der Grabsteine eine wertvolle Quelle dar.
Bilder
Adresse / Wegbeschreibung
Gießereistraße 3-5, 92318 Neumarkt in der Oberpfalz
Literatur
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 289.
- Michael Trüger: Jüdische Friedhöfe in Bayern (20) [Neumarkt, Karbach, Laudenbach, Reistenhausen]. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern 13, Nr. 77 (September 1998), S. 29-31, hier S. 29.
