Jüdisches Leben
in Bayern

Holzhausen b.Buchloe/Igling - KZ-Friedhof und Gedenkstätte Friedhof

Der Friedhof liegt liegt rechts der Straße von Holzhausen nach Landsberg am Dammmoosweg in der Nähe des Magnus-Heims hinter einer kleinen Brücke.

Der Friedhof entstand im Zusammenhang mit den nach Kriegsende verstorbenen Opfern des KZ-Außenlagerkomplexes Landsberg/Kaufering.

Die Opfer waren Patienten des bereits 1942 zum Lazarett umfunktionierten, von den Dillinger Franziskanerinnen betreuten Magnusheimes (Anstalt für körperlich behinderte Mädchen), in dem kranke ehemalige KZ-Häftlinge gepflegt wurden. Im Hospital verstorbene Kranke wurden ebenso auf dem Friedhof bestattet wie bis 1948 jüdische DPs aus anderen Einrichtungen.

Auf dem Friedhof mit 409 qm sind bestattet: 94 Opfer des KZ-Außenlagersystems Landsberg / Kaufering, davon 71 namentlich bekannte Opfer aus dem Hospital Magnusheim; 23 unbekannte Tote aus Lager I, die kurz nach der Befreiung und ihrer Einlieferung in das Magnusheim starben.

Das Denkmal in Form einer Dreieckstele aus Marmor hat einen eingraviertem Davidstern, auf den Seitenflächen hebräische Inschriften.

Es gibt 26 individuelle Grabsteine aus unterschiedlichen Materialien.

Die Friedhofsgestaltung erfolgte ab 1947 unter Leitung von Kreisbaumeister Koch (Landsberg am Lech) und Dr. Klaus Hoenig-Ohnsorg (BLEA) und unter Beteiligung von Architekt Ernst Rücker (Nürnberg) und dem Jüdischen Komitee als Anlage in sechs Gräberreihen; 1954 wurde eine Umgestaltung mit Aufstellung der damals 28 Grabsteine an der Friedhofsmauer durchgeführt, später erfolgte die Exhumierung und Überführung von zwei Opfern.

Bilder

Adresse / Wegbeschreibung

Dammosweg 3, 86859 Igling

Literatur

  • FranKonzept (Hg.): Machbarkeitsstudie für einen Dokumentationsort zum ehemaligen KZ-Außenlagerkomplex Landsberg / Kaufering. Würzburg 2016.
  • Werner, Constanze (Bearb.): KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten in Bayern. "Wenn das neue Geschlecht erkennt, was das alte verschuldet …", Regensburg 2011, S. 80-82.
  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 311.