Der jüdische Friedhof liegt an einem Bergrücken nördlich von Ebern im Wald. Er hat eine Größe von etwa 13.250 qm und wurde 1633 angelegt. Etwa 1200 Grabsteine sind erhalten. Die letzte Beisetzung war 1912.
Lage: Bergrücken nördlich von Ebern im Wald.
Größe: 13.250 qm; große Einfriedungsmauer.
Alter: 1633; 1683 erweitert und ummauert. Die Gemeinde erkaufte sich 1633 das Privileg, ihre Verstorbenen auf einem eigenen Friedhof bestatten zu dürfen. Obwohl die Juden 1639 aus Ebern vertrieben wurden, nutzten die umliegenden Gemeinden den Friedhof weiterhin. Der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1673. Während der Amtszeit des Landesvorsitzenden Reb Jehuda Lejb ben Avraham (gest. 1725) erweiterte man das Friedhofsgelände und baute eine Einfriedung. Der Friedhof wurde bis 1912 genutzt.
Einzugsbereich: Bis 1762 bestatteten die Juden aus Reckendorf ihre Toten in Ebern. Laut Grundbucheintrag gehörte das Friedhofsgelände den Israelitischen Kultusgemeinden Memmelsdorf, Reckendorf, Autenhausen, Maroldsweisach, Gleusdorf und Burgpreppach.
Beerdigungen: Ca. 1200 Grabsteine sind erhalten, darunter sehr viele alte und schön gestaltete Grabsteine; letzte Beisetzung 1912.
Besonderheiten: Auf den Grabsteine finden sich recht seltene Symbole wie Engelsköpfe, Anker und Herzen. Da die Gemeinden, aus denen die Verstorbenen kamen, zumeist der Orthodoxie verpflichtet waren, tragen die Grabsteine bis ins 20. Jahrhundert hinein ausschließlich hebräische Inschriften.
Schändungen: Zwischen 1933 und 1945. Während der Nazizeit wurden die Steinblocke der Mauer entwendet und für den Straßenbau zweckentfremdet. Die jetzige Mauer stammt von 1962.
Fotodokumentation „Steinerne Zeugnisse“:
Israel Schwierz hat uns großzügigerweise die Originalfotografien zu seiner 1988 erschienenen Dokumentation „Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern“ überlassen. Dafür gilt ihm unser großer Dank. Diese Fotografien stellen gerade im Hinblick auf die in vielen Fällen in den letzten 25 Jahren sehr rasch fortgeschrittene Verwitterung der Grabsteine eine wertvolle Quelle dar.
Bilder
Adresse / Wegbeschreibung
Zum Judenfriedhof, 96106 Ebern
Literatur
- Lothar Mayer: Jüdische Friedhöfe in Unterfranken. Petersberg 2010, S. 42-47.
- Michael Brocke / Christiane E. Müller: Haus des Lebens. Jüdische Friedhöfe in Deutschland. Leipzig 2001, S. 126f.
- Theodor Harburger: Die Inventarisation jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern, hrsg. von den Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem u. dem Jüdischen Museum Franken - Fürth & Schnaittach, Bd. 2. Fürth 1998, S. 171f.
- Michael Trüger: Jüdische Friedhöfe in Bayern (13) [Untermerzbach, Ebern, Lichtenfels, Coburg]. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern 11, Nr. 70 (September 1996), S. 28f.
Weiterführende Links
- Studierende der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf erschließen unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Rohrbacher im R
- Kappner, Cordula: Die jüdischen Friedhöfe im Landkreis Haßberge. Informationsbroschüre, 2005
- Jüdischer Friedhof Ebern (Alemannia Judaica)
- Jüdischer Friedhof Ebern (Landesverband Israelitischer Kultusgemeinden in Bayern)
- Jüdischer Friedhof Ebern (Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland)
- Jüdischer Friedhof (Gemeinde Ebern)
- Jüdischer Friedhof (Bayerischer Denkmal-Atlas)
- Jüdischer Friedhof Ebern (Wikipedia)
