Peter Stübinger geht auf die Gründungsgeschichte der Genossenschaftsbrauerei Kommunbräu ein, deren Gastwirtschaft in Kulmbach er von 2000 bis 2013 leitete.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Peter Stübinger, geführt am 07.02.2026 in Oberzettlitz, über Kindheit und Jugend auf dem elterlichen Bauernhof in Oberzettlitz, Gewalterfahrungen während der Schulzeit, die Unterstützung von Heimatvertriebenen durch seine Familie, seine Freundschaft mit Thomas Gottschalk und Georg Schramm, den Erfolg seiner Coverband Telstars ab 1964, die Übernahme des Wirtshauses Kommunbräu im Jahr 2000 sowie über den Umgang mit dem Tod seines Sohnes.
Biogramm
Peter Stübinger wurde 1946 auf dem elterlichen Bauernhof in Oberzettlitz im Landkreis Kulmbach geboren. Nach der Einschulung 1953 besuchte er die Volksschule in Windischenhaig und danach das Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium in Kulmbach. Nach dem Abitur 1967 begann er ein BWL-Studium in Erlangen, das er 1975 mit dem Diplom abschloss. Mit dem Tod seiner Freundin markierte im Oktober 1967 ein schwerer Schicksalsschlag einen tiefen Einschnitt in seinem Leben, den er jedoch mit großer persönlicher Stärke verarbeitete.
Bereits früh schlug sein Herz für die Musik: 1964 gründete er die Band Telstars, in der er bis 1996 als Bandleader und Sänger aktiv war. Die Band wurde mit Cover-Versionen bekannter Stücke zu einer der prägenden Formationen für Beat-, Rock- und Popmusik in Nordbayern. Parallel dazu engagierte sich Peter Stübinger stets im heimatlichen Dorf. 1972 gehörte er zu den Mitgründern des FC Ober-Unterzettlitz, einem Fußballverein, der bis 2002 Bestand hatte. 1970 heiratete er und gründete eine Familie.
Beruflich übernahm Stübinger von 1978 bis 1986 die elterliche Landwirtschaft und blieb damit seinen bäuerlichen Wurzeln eng verbunden. Später verlagerte er seinen Schwerpunkt in die Gastronomie: Von 1993 bis 1998 war er Wirt der Zunftstube in Kulmbach, ehe er von 2000 bis 2013 die Kommunbräu in Kulmbach führte, die danach von seinem Sohn Frank bis zu dessen plötzlichem Tod im Jahr 2021 weiterbetrieben wurde.
Als Autor trat Stübinger 2020 mit dem Buch „Vom Bauernbub zum Telstars-Peter“ an die Öffentlichkeit. 2024 feierte er mit 3000 Gästen das 60-jährige Jubiläum der Telstars. Im November desselben Jahres wurde er mit dem „Frankenwürfel“ geehrt. Darüber hinaus ist Peter Stübinger als engagierter Dialektspruchsammler bekannt und gilt als leidenschaftlicher Liebhaber der fränkischen Kultur und Lebensart, die er mit Humor, Bodenständigkeit und Herzblut pflegt.
Inhalte
Geboren 1946 – Kindheit und Jugend auf einem Bauernhof in Oberzettlitz – Anekdoten aus der frühen Kindheit – Damaliger Umgang mit Nutztieren – Mithelfen auf dem elterlichen Bauernhof – Große Stube, Schlafzimmer und Toilette auf dem damaligen Bauernhof – Gewalterfahrungen in der Schule – Körperliche Arbeit als Selbstverteidigungstraining – Gewichtheben-Wettbewerb bei einem Richtfest und Anerkennung für eigene körperliche Stärke – „Kerwa“ und „Bodenbindeldrung“ an Ostern – Bescherung an Weihnachten – Tokajer-Wein als Weihnachtsgeschenk als Jugendlicher – Schutz für eine Vertriebenenfamilie durch eigene Großeltern – Trauma eines Vertriebenenmädchens – Unterbringung mehrerer Vertriebenenfamilien – Heimliche Schwarzschlachtung in der Nachkriegszeit – Erinnerung an betrunkenen und gewaltsamen Volksschullehrer – Mobbing durch Mitschüler – Entscheidung für das Gymnasium gegen den Willen der Eltern – Aufnahmeprüfung am Gymnasium in Kulmbach – Bauernjunge unter gutsituierten Mitschülern – Kennenlernen von Thomas Gottschalk in der Schulzeit – Langjährige Freundschaft zu Gottschalk – Bewunderung für die Beatles – Nachspielen von Schlagern auf dem Akkordeon – Vorliebe für Slavko Asvenik – Einstellung der Eltern zur Bühnenkarriere – Musik und Moderation bei eigenen Shows – Damaliger Umgang mit den Depressionen seiner ehemaligen Freundin – Selbstmord der Freundin – Schock und Reaktion ihrer Eltern – Folgen für Musikerkarriere und Studium – Heutiger Umgang mit dem Schicksalsschlag und Entwicklung von Depressionen – Kontakt zum Kabarettisten Georg Schramm – Freundschaft zu Schramm und dessen Auftritt in Stübingers Wirtshaus Kommunbräu – Stübinger als Fan des FC Bayern München – Gründung des Fußballvereins FC Ober-Unterzettlitz – Auftritt von Slavko Asvenik zum Vereinsjubiläum – Gründung seiner Band Telstars 1964 – Früher Erfolg mit Rock-Coverversionen – Anfänge als Sänger und Akkordeonist bei der Kasendorfer Tanzkapelle – Beginn der Telstars als Rockmusik-Coverband – Verarbeiten des Todes seines Sohnes – Tourleben zwischen Alkohol und Groupies – Zusammenleben mit Bandkollegen und Änderungen in der Bandstruktur – DDR-Auftritt in Oelsnitz im April 1990 – 60-Jahre-Jubiläumsshow der Telstars 2024 – Ende der Musikerkarriere – Abneigung gegen Spielfilme – Nachfahre protestantischer Flüchtlinge aus Stübing bei Graz – Heimatverständnis und Frankenbild – Songrepertoire der Telstars – Sammeln von Redewendungen – Fränkische Lebensart in Redewendungen – Ehrung mit dem Frankenwürfel 2024 – Kochen als Jugendlicher und Vorkochen seines Kindheitsgerichts bei „Wir in Bayern“ – Schnapsbrennen – Gründungsgeschichte der Kommunbräu 1994 – Übernahme des Wirtshauses Kommunbräu 2000 – Begegnung mit seinem Sohn kurz vor dessen Tod – Umgang mit dem Tod seines Sohnes – Beziehung zu Gott – Rückblick auf das eigene Leben.
Daten
Interview: Thomas Grasberger
Kamera: Thomas Rothneiger