Im hier gezeigten Ausschnitt beschreibt Marianne Pesold die in den 1960er-Jahren einsetzende Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe von Selbstversorgerhöfen hin zu Unternehmen.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Journalistisches Zeitzeugeninterview mit Marianne Pesold, geführt am 20.02.2022 in Regensburg, über ihre Kindheit in einem kleinen Ort in der Oberpfalz, ihren Beruf als Ausbilderin für angehende Bäuerinnen, den in den 1960er-Jahren einsetzenden Wandel der Bauernhöfe von Selbstversorgerbetrieben hin zu Unternehmen, die Rolle und Aufgaben der Bäuerin in der Landwirtschaft, das Konzept „Urlaub auf dem Bauernhof“, das von ihr verfasste Kochbuch „Oberpfälzer Fastenspeisen“, den Wandel des gesellschaftlichen Lebens durch den Einzug des Fernsehers in die Privathaushalte ab den 1960er-Jahren sowie über die Veränderung Regensburgs seit der Nachkriegszeit.
Biogramm
Marianne Pesold wurde 1941 in Amberg in der Oberpfalz geboren. Aufgewachsen ist sie in Königstein, einem idyllisch gelegenen, von Nebenerwerbsbauern, familiengeführten Handwerksbetrieben und gemütlichen Wirtshäusern geprägten Marktflecken im Landkreis Amberg-Sulzbach. Die Faszination für das bäuerliche Leben und die bäuerliche Kultur führten sie zum Beruf der Landwirtschaftslehrerin und -beraterin an verschiedenen Landwirtschaftsämtern mit Landwirtschaftsschulen in Bayern. Sie war Leiterin des Sachgebiets "Ernährung und Hauswirtschaft" bei der Regierung der Oberpfalz, Abteilung Landwirtschaft, und zuletzt durch die Entwicklung von Erwerbsalternativen für ausgebildete Bäuerinnen Sachgebietsleiterin für Berufsbildung, Hauswirtschaft und Haushaltsleistungen. Als eine der ersten Frauen wurde sie als Ordentliches Mitglied in die Bayerische Akademie Ländlicher Raum e.V. berufen. Marianne Pesold ist unter anderem Verfasserin des Buches „Oberpfälzer Fastenspeisen. 341 Original-Rezepte“, das sie nach Einsendungen von Leserinnen und Lesern der Mittelbayerischen Zeitung zusammen mit Inge Häussler veröffentlicht hat.
Inhalte
Geboren 1941 – Kindheit und Jugend in einem kleinen Ort in der Oberpfalz – Internatsbesuch und Mittlere Reife – Kinderarbeit in der Landwirtschaft in den 1940er- und 1950er-Jahren – Kindheiten im Wandel – Gründe für die Entscheidung, Lehrerin für angehende Bäuerinnen zu werden – Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe seit der Nachkriegszeit: vom Selbstversorgerhof zum Unternehmen – Digitalisierung und technische Neuerungen in der Landwirtschaft – Vermarktung von „Urlaub auf dem Bauernhof“ – Rolle und Aufgaben der Bäuerin auf dem Hof – Emanzipation der Bäuerinnen – Prägung der Orte durch die Bäuerinnen – Vorschriften und Bürokratie in der Landwirtschaft – Hohes Arbeitspensum der Bäuerinnen – Wandel der Rollenverteilung und des Rollenbildes von Mann und Frau – Umgang mit der älteren Generation auf dem Hof – Rolle der älteren Generation auf dem Land und in der Landwirtschaft – Inhalte und Wandel der beruflichen Aus- und Weiterbildung von Bäuerinnen seit den 1970er-Jahren – Verschiedene Berufsmöglichkeiten mit einem Abschluss der Landwirtschaftsschule – Fördergelder der EU für die Regionalentwicklung – Verwendung der Fördergelder für die Qualifizierung von Bäuerinnen – Verfassen eines Kochbuches mit Rezepten für Fastenspeisen aus der Oberpfalz – Gewandelter Stellenwert des Kochens auf dem Bauernhof – Rolle des Internets in der Landwirtschaft – Kindheit auf dem Bauernhof – Grenzen und Vorteile des Konzepts „Urlaub auf dem Bauernhof“ – Verschiedene Motivationen für das Fasten – Fastenspeisen aus einfachen Zutaten – Religiöse Bräuche in der Oberpfalz – Geselligkeit und Abendbeschäftigungen vor Einzug des Fernsehers in die Privathaushalte in den 1960er-Jahren – Grüßen und gegenseitige Hilfe auf dem Land – Schnelllebige und technisierte Zeit – Aufblühen Regensburgs infolge der Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO – Gelungene Sanierung der Regensburger Altstadt – Wunsch für die Zukunft Regensburgs: Verbesserung der Verkehrssituation – Positive Kindheitserinnerungen an die Natur rund um Königstein in der Oberpfalz.
Daten
Interview: Dr. Michael Bauer
Kamera: Thomas Rothneiger