Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Friedrich Schreiber über die Arbeit als Auslandsberichterstatter in den 1960er- und 70er-Jahren.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Dr. Friedrich Schreiber, geführt am 31.08.2010 in Gräfelfing, über seine journalistische Ausbildung, die Studienaufenthalte in den USA, seine Arbeit beim Bayerischen Rundfunk und seine Tätigkeit als Nahost-Korrespondent der ARD.
Biogramm
Friedrich Schreiber wurde 1932 in München geboren. Nach der Schulzeit in München und Freising studierte er von 1952 bis 1956 Volkswirtschaft und Politische Wissenschaft in den USA und München. 1962 promovierte er an der Ludwigs-Maximilian-Universität in München. 1952/53 war er Fulbright-Stipendiat an der Wesleyan University und 1957/58 absolvierte er in Paris ein Forschungsstipendium der NATO. Von 1959 bis 1964 war Schreiber zunächst als Volkswirt bei der EWG-Kommission in Brüssel tätig. 1964 wechselte er als Fernsehjournalist zum Bayerischen Rundfunk und leitete dort bis 1972 die Europa-Redaktion. 1988 ging er als Nahost-Korrespondent der ARD für neun Jahre nach Tel Aviv. 1998 wurde er Sprecher der „Würmtaler Bürgerinitiative zur Erinnerung an den Todesmarsch von Dachau“. 2004 gründete er den „Bund Widerstand und Verfolgung in Bayern“ sowie 2007 den Verein „Gedenken im Würmtal“ und wurde dessen Vorsitzender. 2024 ist Friedrich Schreiber in Gräfelfing verstorben.
Inhalte
Keine Bücher und Zeitungen im Elternhaus – Völkischer Beobachter – 1942 Internat in Freising – Ferienzeit auf einem Bauernhof in Augsburg – im Zweiten Weltkrieg Bombardierung der Messerschmitt-Werke in Augsburg miterlebt – Wissen um die Übermacht der Alliierten – Ankunft der Amerikaner: Jazzmusik – großes Interesse für Geschichte – Propagierung des „asiatischen“ Russen – Prägung der politischen Richtung auf dem Gymnasium – Sprachkenntnisse: Deutsch, Englisch, Latein, Französisch, Italienisch, Spanisch – 1952 Abitur – Studium der Volkswirtschaft – Süddeutsche Zeitung – Münchner Merkur – Abendzeitung – Neue Zeitung – Fulbright-Stipendium – Erfahrungen und Eindrücke in den USA – Rückkehr nach Deutschland – Forschungsstipendium der NATO – Ablehnung eines Stipendiums des Europakollegs in Brügge – Einladung zum Tönissteiner Kreis für internationale Führungsschichten – Anstellung bei der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) – Erfahrungen in der Diplomatie durch die Mitarbeit auf der Welthandelskonferenz in Genf – Charles de Gaulle – Vorsitzender des liberalen Studentenbundes LSD – FDP – Annäherung an die SPD – Waldemar von Knoeringen – Erstellen des Landtagswahlprogramms der SPD 1962 – über die SPD Herstellung des Kontakts zum Bayerischen Rundfunk: Anstellung als Fernsehjournalist – Walther von Cube – Rudolf Mühlfenzl – Helmut Oeller – Einrichtung der Europaredaktion des BR – Erlernen des journalistischen Handwerks – erster Dokumentarfilm: „Halbzeit für Europa“ – früher langwierigere Nachrichtenübermittlung: kein Internet, keine Satelliten Magnetaufzeichnung – Edmund Gruber – vertiefte Kenntnisse über Politik und Kultur der Länder als Voraussetzung für den Einsatz als Korrespondent – „Report“ – „Panorama“ – Hochzeit für qualifizierte Korrespondenten in den 1960er und 1970er Jahren: Vietnamkrieg, 68er-Bewegung, Kalter Krieg, Krieg im Nahen Osten, Jom-Kippur-Krieg – Winfried Scharlau – Peter Scholl-Latour – Eberhard Piltz – Ulrich Wickert – Dieter Güttert – negative Auswirkung des Privatfernsehens auf ARD und ZDF – „Pro und Contra“ – Verwendung ausländischer Berichte aus dem internationalen Magazinpool: „Intermag 3“ – Christoph Röder – Format „Kompass“ als Konkurrenz zum „Weltspiegel“: Gewinnung erfahrener Korrespondenten durch gutes Konzept – ab 1973 Beteiligung am „Weltspiegel“ – Informationen über den Nahen und Mittleren Osten durch „Le Monde“ und „Neue Zürcher Zeitung“ – Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) – Die Zeit – Besprechung des Programms und der Themen per Schaltkonferenz – Peter Merseburger – Emil Obermann – Entstehung des speziellen Interesses am Nahen Osten durch den Ölboykott nach dem Nahostkrieg 1973 – Film „Europa-Zaungast in Nahost“: Reise nach Ägypten und Saudi-Arabien – 1983 Buch über Saudi-Arabien – 1986 Buch „Palästinenser“ – Naher und Mittlerer Osten fortan als Hauptthema – Veränderung der Berichterstattung durch das Satellitenfernsehen: Tagesschau, Tagesthemen, Brennpunkt – Stefan Troller – Wilhelm Bittdorf – Roman Brodmann – Peter von Zahn – Lukas Maria Böhmer – ab 1988 Korrespondent in Tel Aviv – 1987 „Aufstand der Steine“ der Palästinenser – Intifada – Selbstverständnis als Journalist – Saddam Hussein – vereinzelt Anfeindungen durch einzelne Israeli – Berichterstattung immer von vorderster Front – Morgenmagazin – Beschreibung der strategischen Planung der Reportagen – PLO – Yassir Arafat – körperliche Fitness – Lebensgefahr – besonders gutes Verhältnis zu den französischen Kollegen – Austausch von Filmmaterial – CNN – ABC – NBC – CBS – prägende Bilder – stete Miteinbeziehung der Geschichte bei Berichterstattungen – sehr gutes Verhältnis mit den staatlichen Stellen in Israel – Aufruhr der israelischen Rechtsparteien nach Anschlägen auf ausländische Wohnheime in Deutschland: Forderung nach Abbruch der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen – Rückführung der äthiopischen Juden – 1966 Gründung der Hochschule für Fernsehen und Film in München: Dozent des Seminars „Fernsehmagazine“ – NDR – Begegnungen mit Franz Josef Strauß – Martin Schulze – Wolfgang Feller – CDU/CSU – Franz Josef Strauß: Phänomen, starke Machtfigur, starke Persönlichkeit, Ausstrahlung – Ludwig Huber – Bruno Merk – Hans Maier – Otto Schedl – Hanns Seidl – Dieter Hildebrandt – der Bayerische Rundfunk und die CSU – Augusto Pinochet – Reinhold Vöth – Franz Schönhuber: 1981 fristlose Kündigung wegen seines Buches „Ich war dabei“ – 1997 Ruhestand – 1998 Buch zum 50jährigen Jubiläum Israels – Buch über Alfred Delp – Lehraufträge an der Universität Bamberg, Universität Erlangen und Ludwigs-Maximilians-Universität in München – Vorträge – seit 1997 Mitglied des Vereins „Gegen das Vergessen“ – Hans-Jochen Vogel – Konzentrationslager Kaufering – KZ Auschwitz.
Daten
Interview: Georg Schmidbauer M.A.
Kamera: Georg Schmidbauer M.A.