Im hier gezeigten Ausschnitt schildert Volkmar Kahlert die Umstände, unter denen er 1954 die Fernsehausstellung auf der Münchner Theresienhöhe organisierte.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Volkmar Kahlert vom 17.10.1996 in München.
Biogramm
Volkmar R. Kahlert wurde 1924 in Zittau geboren. Mit 16 Jahren war er 1940 erstmals als Kameraassistent in Polen tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute er die erste Journalistenschule in Deutschland mit auf, wurde Chefreporter der Süddeutschen Zeitung und studierte in den USA Politische Wissenschaften. Nach einigen beruflichen Zwischenstationen arbeitete er sechs Jahre bei der Bavaria Filmkunst AG. Dort leitete er die Abteilung Sonderproduktion und verantwortete alle Filmgattungen außer Spielfilm, einschließlich des Fernsehens. 1962 machte er sich selbstständig und gründete die INDOC-Film GmbH. 2008 schied er aus der Firma aus. Zu seinen Werken zählen u.a. die Filme "Hannover-Messe" (Drehbuch, 1960), "Menschen - Maschinen - Strom" (Drehbuch, 1960), "Henkel zeigt heute Produkte von morgen" (Regie, 1961), "Kommunikation – Technik der Verständigung" (Produktion; Regie: Edgar Reitz, 1961), "Ich war in Deutschland" (Regie, 1961), "Leute machen Kleider" (Produktion und Regie, 1962), "Raisting" (Regie, 1965), "Anno domini MCMLXV" (Regie, 1966), "Anlage bereit, Gröden kommen" (Regie, Drehbuch, Produktion, 1970)
Inhalte
1924 in Zittau geboren, Vater: Redakteur der Zittauer Morgenzeitung, Lokalblatt, liberale Ausrichtung, Oberlausitz, Abendessen mit dem Vater, journalistische Sichtweise, über der Zeitung gewohnt, anderer Tagesablauf, 1941 Schließung der Zeitung durch Reichspropagandaministerium, kein Geld fürs Studium, Offiziersauswahlprüfung in Wien, Wunsch Ingenieur-Offizier zu werden, Luftwaffe, Genickstarre, Versetzung zum Heer, Besatzungseinheit in Frankreich, Köln, Infanterie in Russland bis Mitte 1944, Ausbildung zum Nachrichtendolmetscher in Englisch, Dolmetscher beim Generalstab der 1. Armee, Kapitulationsverhandlungen General Patch, General Förster, 7. US-Army, General Hauser, Grand Hotel in Kitzbühel, Ebersberg, Kreistag von Ebersberg, weiter Dolmetscherdienst, Amtsblatt des Landkreises Ebersberg, Harry Buckwitz, Hans Draxler, Versammlung des Journalistenverbandes im Münchener Rathaus, Dr. Otto Groth, Auto, Groth mitgenommen, stellt K. ein, Sekretär, Journalistenschule, Stimmung in der "Stunde Null", Chancen im Umbruch, Nürnberger Prozesse, Bob Redlich, Radio Free Europe, Entstehung der "Neuen Zeitung", anfangs Übersetzungen von "Stars and Stripes", Hans Wallenberg, Erich Kästner, Liselotte Enderle, 21 Lizenz-Zeitungen in Bayern, "Neue Zeitung" als redaktionelles Vorbild, Berichterstattung ohne Meinungsäußerung, Egon Jameson, Abgrenzung zur NS-Presse: pure Meinungsmache, statt Provinzzeitungen nur 21 Lizenzen, hohe Auflagen, interessante Inhalte, "Süddeutsche Zeitung", Edmund Goldschagg, ältere wechselten von der Redakteurs- in die Verlegerrolle, junge Journalisten, Ernst Langendorf, Hans Habe, Hans Wallenberg, Ernst Krämer, "Bild", Herausgeber-Kollegien, Franz Josef Schöningh, August Schwingenstein, Goldschagg, Amerikaner gründeten "Deutsche Nachrichtenagentur" DENA, Fernschreiber, 1947 Mitarbeiter im Nachrichtenbüro München der Deutschen, Reuter, UPI, Associated Press, Weltverbindung, Features, Hellschreiber von Siemens, Sekretärinnen, DENA: junge Journalisten, keine Meinungen sondern Nachrichten verbreitet, Presselandschaft durch Lizenzpresse: Aufbau einer neuen Gesellschaft, großflächige Informationsverbreitung, "Bild" und "Welt", Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nürnberger Nachrichten, Mainpost, Südostkurier, Fakten sind das entscheidende, Illustrierte Zeitungen: Unterhaltung, Revue, Quick, in den 1950er Bildagentur betrieben, deutsche Vertretung von Elle, Bild von Brigitte Bardot im Hochzeitskleid, France Dimanche, France Soir, Fachzeitschriften, Kontinuität bayerischer Staatlichkeit, Wilhelm Hoegner, Ehard, Franz Josef Strauß, Edmund Stoiber, bayerische Haltung, Menschen auf Existenzkampf konzentriert, keine Erwartung an Ministerpräsidentenkonferenz 1947, Reporter der DENA, Oskar Reschke, Kempski, Carl Weiss, Interview mit General Lucius D. Clay, Wirtschaftsrat, Beginn des Ost-West-Konflikts, Versorgung durch Beziehungen, Zigaretten als Ersatzwährung, selber geraucht, Zeichner im Offizierskasino in Riem, Fahrten für Amerikaner, Benzin, Einladung zur Ministerpräsidentenkonferenz durch Ministerpräsident Hans Ehard, Linderung der Not, Teilnahme der ostzonalen Ministerpräsidenten, SMAD in Berlin-Karlshorst, Walter Ulbricht, Eröffnungsabend im Bayerischen Hof, Forderung eines deutschen Zentralstaats durch die Ostvertreter, Konferenz platzte, Fahrt mit Uli Kempski nach Bad Tölz, Wilhelm Pieck dort auf Kur, nicht gefunden, Autopanne, Staatsgalerie Ehard und der thüringische Ministerpräsident Paul gingen auseinander, ins Hotel Schottenhamel begleitet, Protokoll verlangt, Mann der Allgemeinen Deutschen Nachrichtenagentur (Ostzone), Schreibmaschine besorgt auf der Polizeiwache, Communiqué der ostdeutschen Ministerpräsidenten, Nachricht über den Ticker gegeben, DENA, Werner Friedmann, Arbeitsatmosphäre bei der Süddeutschen Zeitung, Redaktion aus der Journalistenschule bekannt: Groth, Heimo Baumgärtl, Hugo Deiring, Annelies Schuller, Anneliese Friedmann, Ernst Hess, Herbert Hess, Siegfried Sommer, Harry Valerien, Faktenreportage, Feature, als Reporter zuständig für Amerikanische Militärregierung, Hauptquartier in der Tegernseer Landstraße in München, Interview mit General Clay, Ausstellung auf der Theresienhöhe 1948 "Die Tageszeitung", Zeitungsbetrieb dargestellt, Rotationsmaschine aus Ebersberg, Schmiedle, Idee Tageszeitung weiterzuführen, daraus entstand die "Abendzeitung", Lehrredaktion, Werner-Friedmann-Institut, Walter Tschuppik, Wiener Journalismus prägte deutschen Boulevard abgesehen von der "Bild", Ernst Langendorf, Richard Axelrat, Egon Erwin Kisch, Rolle von Werner Friedmann, Bleibtreu-Affäre, Wilhelm E. Süskind, Leserbriefe über "Verhältnis zum Judentum", fingierter Leserbrief "Adolf Bleibtreu", Skandal, Jewish Agency, Flüchtlingskommissar Philipp Auerbach, mit AFP-Ausweis auf Pressekonferenz geschickt, Juden marschierten auf Zeitung zu, umgekippter Polizeiwagen vor dem Gebäude der CIC (Counter Intelligence Corps), Polizist erlitt Bauchschuss, Auflösung der Menge, Friedmann wurde Chefredakteur, Grenzen der neutralen Berichterstattung, später wurde politische Berichterstattung immer zur Stellungnahme, Verführung zum Kommentar - Verfassungskonvent von Herrenchiemsee 1948: beeindruckendes Ereignis, Aufbruchsstimmung, Zeitdruck durch Terminvorgabe zum Verhandlungsbeginn des Parlamentarischen Rats am 1.9.1948, Alliierte Militärgouverneure, Ehard, Reporter auf Herrenchiemsee, kleiner Verhandlungssaal, bescheidenes Ambiente, Delegierte, Journalisten, Schlichtheit des Fürstenzimmers Nr. 7, quasi Klausur, Unterbringung der Journalisten in Prien, nächtliche Diskussionen, Prof. Hans Nawiasky, Frage des Fortbestands des Deutschen Reiches, Carlo Schmid, Gegensatz zu Kurt Schumacher, Konrad Adenauer, Bundesrat als Manifestation des föderalistischen Prinzips, Dr. Anton Pfeiffer, Tor zur Wiedervereinigung, Verfassungsgrundlage für die Beratungen des Parlamentarischen Rats, Philosophie des Nachkriegsdeutschlands auf Herrenchiemsee entstanden, Distanzierung von Weimar: Konstruktives Misstrauensvotum, Grundrechte, Süsterhenn, Grundlage zu etwas Neuem, Persönlichkeiten auf Herrenchiemsee: Carlo Schmid, Mückenschwärme, Dr. Pfeiffer, Franz Heubl, Einfluss Ehards, Bier, Währungsreform 1948, Josef Schwalber, Pressekonferenz Schumachers in München, Flügelkämpfe der CSU: Fritz Schäffer, Alois Hundhammer, Josef Müller "Ochsensepp", Donhauser, Prozess wegen Trinkgelage mit Schukow in Karlshorst, CSU-Landesversammlung in Straubing, Presse ausgeschlossen, Franz Josef Strauß - Bedeutung des Verfassungskonvents, keine Gedenkstätte, anderes Verhältnis der Amerikaner, Briten und Franzosen zu ihrer Demokratie, ungestörter Kontakt mit Delegierten möglich, Diskussionen nach den Sitzungen - Währungsreform, in Klausur durch Polizei wegen Bekanntgabe des Wechselkurses, Vertrauen gegenüber Zeitungen und Rundfunk: Radio München, später Bayerischer Rundfunk, Gefühl der Zuverlässigkeit - Journalistenaustausch mit den USA, Ernst Langendorf, ein Jahr, zwei Semester Staatswissenschaften studiert in den USA, Film über deutsche Studenten in Amerika, Hildegard Hamm-Brücher, Universität von Michigan, Korrespondenz, Kameramann für das englische Fernsehen ITN 1952, Korrespondent der "Commercial Television News", Redakteur bei den "Fernsehinformationen", Fernsehausstellung auf der Theresienhöhe 1954, Kamerateam, Ü-Wagen, Prof. Clemens Münster, Versuch einen Ü-Wagen zu besorgen, Direktor Füchsle, Wiener Rundfunk, Studio in der Bayernhalle betrieben, Kappelsberger, Fred Rauch - Amerikanische Gedenkstätten für Demokratie: Monticello, Jeffersons Haus, Memorials, Library of Congress - Ernst Müller-Meiningen, Bürger wach halten, Freiheit, deutsches Beamtentum, Prägung des Journalismus für Tätigkeit als Filmproduzent, journalistische Regeln beachtet, Ablehnung von Propaganda.
Daten
Interview: Georg Schmidbauer M.A.
Kamera: Georg Schmidbauer M.A.