Im hier gezeigten Ausschnitt beschreibt Ferdinand Platz, wie früher das Arbeitslosengeld wöchentlich in Gastwirtschaften oder Gemeindeverwaltungen bar ausgezahlt wurde. Zudem konkretisiert er, wie das Arbeitslosengeld vom Arbeitsamt organisiert, transportiert und ausgezahlt wurde.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Journalistisches Zeitzeugeninterview mit Ferdinand Platz, geführt am 17.12.2023 in Amberg, über die Zerstörung der Amberger Synagoge 1938, die Zwangsrekrutierung von Fremdarbeitern in Amberg während des Zweiten Weltkriegs, die Entlassung ehemaliger NSDAP-Parteimitglieder aus dem öffentlichen Dienst in der Nachkriegszeit, seine Tätigkeiten in der Leistungsabteilung des Arbeitsamts Amberg ab 1943, den Einfluss von Vertriebenen und Geflüchteten auf die Nachkriegswirtschaft, die Beantragung und Berechnung von Arbeitslosengeld und Arbeitslosenfürsorge, die frühere Auszahlung des Arbeitslosengelds in Gastwirtschaften sowie über den Umgang mit der Winterarbeitslosigkeit in Amberg.
Biogramm
Ferdinand Platz wurde 1928 in Amberg geboren und besuchte dort zwischen 1935 und 1943 die Volksschule. Anschließend absolvierte er von 1943 bis 1946 eine Ausbildung zum Verwaltungsangestellten beim Arbeitsamt Amberg. 1954 kam die zweite Fachprüfung zur Übernahme in die Beamtenlaufbahn des gehobenen Dienstes hinzu. 1946-1960 Sachbearbeiter für Leistungsanträge am Arbeitsamt Amberg, 1960-1971 Bundeswehrverwaltung am Standort Amberg, 1971 Beamter in Oberviechtach und 1971-1992 im Arbeitsamt Schwandorf in den Bereichen Arbeitsvermittlung, Leistungsabteilung und Statistik (1971-1992). Sein letzter Dienstgrad war der eines Verwaltungsamtsrats.
Inhalte
Geboren 1928 – Tätigkeit in der Leistungsabteilung und Arbeitsvermittlung im Arbeitsamt – Familie aus Amberg – Lehre im Arbeitsamt Amberg ab dem 01.04.1943 – Einberufung in das Wehrertüchtigungslager Reichenbach 1945 – Unmittelbarer Kontakt mit Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen in Amberg während des Zweiten Weltkriegs – Kindheit und Jugend im Haus einer Bäckerei – Bombardierung der Luitpoldhütte 1945 in Amberg – NS-Zeit in Amberg – Entlassung ehemaliger NSDAP-Parteiangehöriger aus dem öffentlichen Dienst in der Nachkriegszeit – Wahrnehmung der jüdischen Gemeinde Ambergs vor Kriegsbeginn – Zerstörung der Amberger Synagoge und öffentliche Verbrennung ihrer Inneneinrichtung – Lehre beim Arbeitsamt Amberg – Funktion des Reichstreuhänders der Arbeit im Arbeitsamt – Zwangsrekrutierung von polnischen Fremdarbeitern für die Rüstungsindustrie während des Zweiten Weltkriegs – Zwangszuweisung von Arbeitsstellen durch den Alliierten Kontrollrat in der Nachkriegszeit in Deutschland – Neuorganisation und personelle Umbesetzung des Arbeitsamts Amberg 1946/47 – Hoher Bedarf an Arbeitskräften während der Nachkriegszeit – Bedeutung von Vertriebenen und Flüchtlingen für den Wiederaufbau – Flüchtlinge aus der sowjetischen Besatzungszone – Auszahlung und Berechnung von Arbeitslosengeld und Arbeitslosenfürsorge in der Nachkriegszeit – Weibliche Angestellte im Arbeitsamt – Stempeln gehen vor dem Kriegsende – Beantragung von Arbeitslosengeld – Notwendige Arbeitslosigkeitsnachweise zum Beziehen von Arbeitslosengeld – Nachweis von Bedürftigkeit – Arbeitslosengeldsperre und Bedürftigkeitsnachweis früher und heute – Heutiger Antrag auf Arbeitslosigkeit und Arbeitslosengeld – Früheres Vorgehen beim Stempeln und bei der Auszahlung des Arbeitslosengelds – Auszahlung des Arbeitslosengelds in Gastwirtschaften – Transport und Auszahlung des Arbeitslosengelds – Neben- und Meldestellen des Arbeitsamts Amberg – Kontakt des Arbeitsamts zu verschiedenen Arbeitgebern – Arbeitsvermittlung und Arbeitslosengeldauszahlung bei saisonaler und selbst verschuldeter Arbeitslosigkeit – Finanzielle Unterstützung von Fortbildungen und Umschulungen von Arbeitslosen durch das Arbeitsamt mit dem Arbeitsförderungsgesetz von 1958/59 – Einfluss der Grenzöffnungen 1989/90 auf den Oberpfälzer Arbeitsmarkt – Winterarbeitslosigkeit in Amberg – Abwanderung von Arbeitskräften aus Amberg nach Mittelfranken – Kurzzeitige Entlassung 1946 aufgrund einer falschen Zuordnung zur SA – Arbeitsverweigerer.
Daten
Interview: Dr. Michael Bauer
Kamera: Thomas Rothneiger