Im hier gezeigten Ausschnitt spricht Irmgard Merk über die Textilindustrie in den Jahren 1971-1994 und über die strukturelle Benachteiligung von Frauen im Vergleich zu Männern bei der Entlohnung und in der Karriere.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Irmgard Merk, geführt am 23.11.2005, über ihren beruflichen Werdegang, die Arbeit und die Arbeitsverhältnisse als Textilarbeiterin bei Riedinger in Augsburg und die wirtschaftlichen Probleme der schwäbischen Textilindustrie.
Biogramm
Geboren 1955, Lehrzeit bei der Firma Riedinger, 1975 Übernahme durch die Firma Riedinger und Tätigkeit in verschiedenen Bereichen, nach dem Konkurs der Firma Anstellung bei Riedinger Textil GmbH bis zur Auflösung dieses Unternehmens 1994, anschließend selbständig gemacht mit einer Handelsfirma für Textilprodukte, gemeinsam mit ihrem Mann (bei Riedinger kennen gelernt).
Inhalte
1955 geboren, Stoffkiste des Onkels, Schneiderei, Wunsch Schneiderin zu werden, Schulzeit: Volksschule, Realschule in Friedberg, 1971 Schneiderlehre begonnen bei der Firma S-Modelle, Industrie, alles auf Schnelligkeit getrimmt, anfangs Einfädeln auf Zeit geübt, Industrienähmaschinen, Stoppuhr, 30 Mädchen im Lehrjahr, Hauptausbilderin, Dame, aufs Papier nähen, geradeaus nähen, Abnäher, Seitennähte, Reißverschlüsse, Beurteilungen, Disziplin, Herr Hopp, Gymnastik, Kantine, Stoffkundeunterricht, an den Bändern integriert, Knöpfe nicht in den Bändern integriert, Zuschnitt, Kartonvorlagen, Etiketten zur Zuordnung, Schnittabteilung, IHK stellt Ausbildung um, zweijährig als Bekleidungs-Fertigerin, problematisch wegen Berufswunsch Directrice, S-Modelle als Tochterunternehmen von Riedinger, bei S-Modelle als Bekleidungsnäherin abgeschlossen, rotes Minikleid als Abschlussarbeit, Lehre bei der Firma Riedinger ab 01.09.1972, "gigantische" Ausstattung der Firma, Empfang durch Personalchef, Durchlaufen der Abteilungen, Garnbeschaffung, Einkauf, Listen aufaddieren, Garne, Polyacryl, Wolle, Polyester, Lieferanten AKS, VKS, gute Atmosphäre, Kalkulationsabteilung, Zahlungsmodus des Auslands, Preise kalkuliert, Produktion, Strickerinnen, Riedinger reine Strickerei, Jersey, Moratronic, Musterstrickmaschinen, Ende der Jacquardmode, nur noch uni nachgefragt, brachliegende Maschinen, Ende der Strickerei, Leiter erhängt sich an Weihnachten, Ausrüstungsabteilung, Sonntags ausgegangen, daher Montag oft übel, Färberei, ätzende Substanzen, nur noch Ausländer dort beschäftigt, Appretur, Stoff in Form bringen, chemische Behandlung, Umgangston während der Lehrzeit unter den Damen oft schlimmer als unter den Herren, sexistische Kommentare, Unterschied zwischen Fabrik und Büro, Labor, Farbkontrolle, Reklamationen, Dr. Gräser, Versand, lockere Stimmung, Verkaufslager, Groß- und Einzelhändler, die Infrastruktur der Firma, Bach, kleine Parks, Betriebsgärtnerei, Vorstandsvillen, Verwaltungsgebäude, Modenschauen, Vorstand Herr Walzig, Franz Josef Strauß, Grete Schickedanz, Quelle, Vorstand Herr Wilkens, luxuriöse Ausstattung, Abteilung Werbung als Aushilfslehrling, Nähen bei Modenschauen auch außer Haus, Personalbüro, Signatur, Atelier, Großraumbüro mit Glasbrücke über den Bach zum Verwaltungsgebäude verbunden ("Seufzerbrücke"), Anfang 1973 Versand, dann Verkaufslager, Exportabteilung, Arbeit in der Exportabteilung, Herr Merk, heutiger Mann, zuständig für Benelux, Handlungsbevollmächtigter für Frankreich, Vertretung der Vorstandssekretärin, Stenographieren, zusätzliche kaufmännische Abteilung, Montagvormittag Unterricht, Riedinger Teil des Dierig-Konzerns, Stoffkunde bei Herrn Sucher von der IHK, Praxisberichte von Druckerei Prinz, Ausrüster Martini, Riedinger, Weberei Dierig, Kottern, Spinnerei Dierig, Kontakt mit anderen Nationalitäten, Handelsvertreter, Ausbildung in der Buchhaltung und Verkaufsabteilung, Buchhaltung eigene Mentalität, gute Stimmung unter den Lehrlingen, eine Woche Ockenhof, Verkaufsabteilung Inland, Diktieranlage, Schreibbüro, Kundenkontakt, Werbeabteilung, Ockenhof-Aufenthalt, Herr Döderlein, Volkswirt, Abendunterhaltung für Lehrlinge, Lehrlingszeitung, lockerer Umgangston, Werksboten, Berufsfeuerwehr, Anstellung in der Werbeabteilung, 01.03.1975, Umgang mit Burda-Moden, Kontakt mit Redakteuren und Designern, nach einem Jahr verschlechtert sich die Situation, Jersey nicht mehr gefragt, stattdessen Druckstoffe, Entlassungen, Werbeabteilung aufgelöst, dann teilweise im Materialeinkauf, Verkauf/Inland, Bezirk Südbayern beschäftigt, potente Kunden, lange Einarbeitung, Verhandlungen, Scherze: Schuhe des Abteilungsleiters, Geburtstagsfeiern, EDV-Abteilung, noch in der Lehre, Jubiläum eines Kollegen, Sekt, Nachmittags Berufsschule, Frau Ledig-Schlicker, Frau Moser, Arbeitsatmosphäre, Jubiläen, Weihnachtsfeiern, zusammen auf den Plärrer, Besuche von Herrn Dierig, das Ende der Firma 1980, am 31.12.1980 Schluss bei Riedinger, zukünftiger Mann wird Irmgard Merks Abteilungsleiter, Wechsel zu einer Firma, die Autowaschmittel Auwa produziert hat, noch mal zurück zu Riedinger, Gehaltsstruktur, Frauen benachteiligt, Konkurs, Hoffen und Bangen, Entlassungswellen, Riedinger als Handelskonzern neu gegründet, neue Anstellungen, Konfektionsfirma Ital-Modell, Ende bei Riedinger, Chaosfeier, Trauerflor, heute MAN im Großraumbüro, weiterhin Kontakt mit Herrn Merk, Wechsel zur Firma Scheidegger, Stelle in der Buchhaltung, Arbeit bei Riedinger Textil GmbH, in der Buchhaltung von Dierig eingelernt, 5 Jahre Buchhaltung, auch Messeauftritte gestaltet, Französisch gelernt, Messen in Paris, Italien, privat mit Mann nach Japan 1987, Exklusivvertretung von Kebeo für Europa, Japaner im Druck auf höchstem Niveau, heute wieder verloren, da in China, Korea und Indonesien produziert wird, 1990 Druck auf dem Höhepunkt, Riedinger hat mit Waschleder begonnen, das Ende der Firma am 30.06.1994, neuer Vorstand bei Dierig, schwieriger Markt, Zwangsintegration in den Gesamtkonzern, Merk als freie Handelsvertreterin, Mann Firma im Prinzip weitergeführt im eigenen Haus, bis 2000 gut, dann Einbruch durch Konkurrenzvertrieb bei Aldi, Lidl, Tchibo, Lieferanten fallen weg, Probleme der Selbstständigkeit, Überlegungen, andere Dinge zu vertreiben, Rolle der Gewerkschaft und Betriebsklima, kritische Sicht der Gewerkschaftstätigkeit, „Riedinger-Familie“.
Daten
Interview: Dr. Karl Borromäus Murr
Kamera: Georg Schmidbauer M.A.