Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Heinrich Seltl über die Arbeitsbedingungen am Fließband in der Gießerei des Hüttenwerks Bodenwöhr, Arbeitsschutzmaßnahmen und die gesundheitliche Beeinträchtigung durch Rauch, Schmutz und Lärm.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Thematisches Zeitzeugeninterview mit Heinrich Seltl, aufgenommen am 09.04.2014 in Bodenwöhr, über seine Ausbildung, die Arbeit in der Gießerei des Hüttenwerks Bodenwöhr, das Ende des Hüttenwerks, Familientraditionen und sein Engagement gegen die WAA Wackersdorf.
Biogramm
Heinrich Seltl wurde 1936 in Bodenwöhr geboren und absolvierte im dortigen Hüttenwerk 1954 die Gesellenprüfung. Er war als Montagehelfer in der Gießerei tätig, als er 1956 einen schweren Betriebsunfall hatte. Anschließend war er bis zur Schließung des Werks 1971 als Wartungs- und Reparaturschlosser beschäftigt. Danach arbeitete Heinrich Seltl zunächst als Fahrer für eine Baufirma und dann bis zur Pensionierung wieder als Maschinenschlosser.
Inhalte
Geboren 1936 – Lehre als Betriebsschlosser 1951 im Hüttenwerk Bodenwöhr – Lehrzeit – Brotzeit und Bierholen – Gesellenprüfung 1955 – Montagehelfer beim Aufbau neuer Anlagen – Arbeitsunfall am 28.07.1956 am Fließband: gebrochener Arm, Ellbogenverletzung – Krankenhausaufenthalt – Einschränkungen bis heute – Arbeit als Reparaturschlosser – extreme Bedingungen durch Dampf, Sand und Öl – Schichtdienst – Nachtschichten – gutes Verhältnis zum Betriebsleiter – kaum Arbeitsschutzmaßnahmen – Gehör- und Sichtschutz – Arbeitskleidung – Gesundheitsschädigung durch Gas und Rauch – Arbeitsschritte in der Gießerei – gute Verdienstmöglichkeiten – Arbeitszeiten – Überstunden – Akkordarbeit – schnelle Reparaturen nötig – Gewerkschaft – wilder Streik – Modernisierungen – Vergrößerung der Gießerei 1963 – Kunstguss – Orientierung am Markt – Schließung des Hüttenwerks 1971 – Absatzschwierigkeiten als Begründung – Schließung als Schock – Arbeit beim Abbau des Fließbands und Wiederaufbau der Anlagen in Karlstadt – Arbeit als LKW- und Kranfahrer – Frauen im Hüttenwerk – Rückgang des Kunstgusses vom 19. zum 20. Jahrhundert – Verbindung zu anderen Hüttenwerken – Änderung der Arbeitsprozesse – Umstellung von Handarbeit auf Maschinenarbeit – Kameradschaft in der Belegschaft – Familientradition – Generationen im selben Beruf – Kontakt auch außerhalb der Arbeit – Solidarität unter den Arbeitern – Hochzeiten am Ort – Trauer um das Hüttenwerk – Stimmung der Arbeiter gegenüber geplanter Wiederaufarbeitungsanlage WAA Wackersdorf – friedliche Proteste – Arbeitsplätze als Argument für die WAA – Arbeitsplätze durch Industriegebiet Wackersdorf – Tod von Franz Josef Strauß 1988 als Grund für das Ende der WAA Wackersdorf.
Daten
Interview: Georg Schmidbauer M.A.
Kamera: Georg Schmidbauer M.A.