Zeitzeugen berichten

Günther Wolfrath Polizeibeamter beim Bundesgrenzschutz

Signatur
zz-1598.02
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
1972

Günther Wolfrath schildert die Konsequenzen, die die Polizei aus dem gescheiterten Befreiungsversuch während der Geiselnahme bei den Olympischen Spielen 1972 zog.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Günther Wolfrath, aufgenommen am 14.03.2015 in Regensburg, über seine Ausbildung beim Bundesgrenzschutz, den Einsatz bei den Olympischen Spielen 1972 in München und den Terroranschlag auf die israelische Mannschaft vom 05.09.1972.

Biogramm

Günther Wolfrath wurde 1954 in Weiden geboren und ist nach Absolvierung einer kaufmännischen Lehre 1972 in den Bundesgrenzschutz eingetreten. Nach einem kurzen Vorbereitungslehrgang wurde Günther Wolfrath als Sicherheitskraft innerhalb einer Hundertschaft bei den Olympischen Spielen in München eingesetzt. Nach dem Terroranschlag am 5. September 1972 wurde er am Tag darauf zusammen mit anderen Bundesgrenzschützern zum Flughafen Fürstenfeldbruck kommandiert, um dort das Flugfeld nach dem missglückten Befreiungsversuch der Geiseln zu sichern. Dabei erlebte er die Spurensicherung sowie die Leichenbergung aus den zerstörten Hubschraubern.

Inhalte

Geboren 1954 – Besuch der Volksschule – kaufmännische Lehre bis 1971 – Eintritt beim Bundesgrenzschutz – Grundausbildung in Schwandorf – Einsatz als Sicherheitskraft bei den Olympischen Spielen 1972 in München – Unterbringung in der ehemaligen US-amerikanischen Kaserne – Spezialausbildung, vor allem für Demonstrationen – Polizeihelm als einzige spezielle Ausrüstung – heitere Atmosphäre – Großstadt beeindruckend – keine besondere Erörterung der Sicherheitsfrage im Vorfeld – Ordnungsdienst – Einsatz bei Veranstaltungen – Freikarten – Goldmedaillengewinne am „goldenen Sonntag“ – Terrorangriff am 05.09.1972 – Einsatzbefehl am 06.09.1972 – Waffenempfang – Ankunft in Fürstenfeldbruck – Blut – Absperrung des Tatorts – Bergung der Leichen – Schock – keine psychologische Betreuung – Situation auf dem Flughafen – Naivität der Organisatoren – überforderte Führung – fehlende Spezialeinheit – Stimmungsumschwung nach dem Anschlag – keine Informationen vor dem Einsatz – nur bruchstückhafte Information während des Einsatzes – Bundeswehr – Verbot von Einsätzen im Inneren – kein spezielles Eingreifkommando – Ordnungskräfte unbewaffnet – naive Vorbereitung – Konsequenzen – Gründung der GSG 9 – Einsatz in Mogadischu – Sondereinsatzkommandos der Polizei (SEK) auf Länderebene – Eliteeinheit der Israelis – kaum Kontakt zu Vorgesetzten – strenge Hierarchie – heute Teamgeist im Vordergrund – teilweise zu wenig Respekt – RAF (Rote Armee Fraktion) – keinen Kontakt – starker Eindruck durch den Einsatz in Fürstenfeldbruck – frühe Verantwortung durch Familie – Veränderungen des Einkommens – Aufschwung – Gehaltsverbesserungen unter den Bundeskanzlern Willy Brandt und Helmut Schmidt – Übertritt zur Polizei – Ortsnähe.

Daten

Art:
Thematisches Zeitzeugeninterview
Dauer:
0:45 h
Aufnahmedatum:
14.03.2015
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.