Andreas Zenglein berichtet über den Einsatz des Bundesgrenzschutz in Fürstenfeldbruck während der Olympischen Spiele 1972 in München.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Thematisches Zeitzeugeninterview mit Andreas Zenglein, aufgenommen am 14.03.2015 in Regensburg, über seine Ausbildung beim Bundesgrenzschutz, den Einsatz bei den Olympischen Spielen 1972 in München und Einsätze im Zusammenhang mit der Terrorbekämpfung der RAF.
Biogramm
Andreas Zenglein wurde 1953 in Schirnding geboren und ist nach Absolvierung einer Lehre zum Einzelhandelskaufmann 1972 in den Bundesgrenzschutz eingetreten. Nach einem kurzen Vorbereitungslehrgang wurde Zenglein als Sicherheitskraft bei den Olympischen Spielen in München eingesetzt. Nach dem Terroranschlag am 5. September 1972 wurde er am darauffolgenden Tag zusammen mit anderen Bundesgrenzschützern zum Flughafen Fürstenfeldbruck kommandiert, um dort das Flugfeld nach dem missglückten Befreiungsversuch der Geiseln zu sichern. Dabei erlebte er die Spurensicherung sowie die Leichenbergung aus den zerstörten Hubschraubern.
Inhalte
Geboren 1953 – Besuch der Volksschule – Lehre zum Einzelhandelskaufmann – Wechsel zum Bundesgrenzschutz – paramilitärische Ausbildung – verkürzte Grundausbildung – Training für den Einsatz bei den Olympischen Spielen 1972 – Umgang mit Demonstrationen – Unterbringung in der ehemaligen US-Kaserne – Einsatzgebiet München-Hasenbergl – lockere, heitere Atmosphäre der Spiele – keine Diskussion der Sicherheitsfrage im Vorfeld – Einsatz bei Demonstrationen – Überfall auf das Olympische Dorf am 05.09.1972 – wenige Informationen – Uneinigkeit zwischen Polizeipräsident und Innenminister – Aufstellung der Scharfschützen – Preisgabe von Informationen an die Terroristen über abgehörten Polizeifunk – Einsatz in Fürstenfeldbruck unmittelbar nach der Schießerei – Rettung eines Piloten durch einen Sanitäter – Bergung der Leichen – Blut – brutale Bilder – falsche Landung der Helikopter – keine Information vor dem Einsatz – keine Seelsorger oder psychologische Betreuung – Trauerfeier – Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen nach dem Anschlag – Stimmungsumschwung – Wandel des Bundesgrenzschutzes zur Bundespolizei – Einsatz vor dem Haus des ermordeten Generalbundesanwalts Buback – Einsatz bei der Fußball-WM 1974 – Schutz von ausländischen Vertretungen ab 1974 – Einsätze in Russland, der Schweiz und in Irland – Begegnungen mit wichtigen Politikern wie Helmut Kohl und Franz Josef Strauß – Anschlag mit Molotow-Cocktail in Bern – Einsatz des GSG 9 in Mogadischu – Forderung nach einer Gedenkminute für die Opfer von 1972 bei einer späteren Olympiade.
Daten
Interview: Georg Schmidbauer M.A.
Kamera: Georg Schmidbauer M.A.