Zeitzeugen berichten

Reinhold Mack Musikproduzent

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Haus der Bayerischen Geschichte (Dr. Michael Bauer)

Im folgenden Ausschnitt beschreibt Reinhold Mack seine erste unfreiwillige Erfahrung als Aufnahmeleiter einer Tonstudio-Session. Er spricht über seinen anfänglichen Perfektionismus und seine Unsicherheit, als er die ersten Aufnahmen mit Musikern leiten durfte. 

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Journalistisches Zeitzeugeninterview mit Reinhold Mack, geführt am 10.11.2024 in München, über Kindheit und Jugend im Umfeld des elterlichen Musikgeschäfts in Heidenheim, seine erste Beatband The Rockers, das Lebensgefühl im München der 1960/70er Jahre, seine Lehre als Tontechniker im Union Studio, seine Anstellung als Tonmeister in den Musicland Studios durch Musikproduzent Giorgio Moroder, seine Aufnahmesessions mit Deep Purple, The Rolling Stones und Electric Light Orchestra, seine Freundschaft zu Freddie Mercury sowie über sein Verständnis von bayerischem Heimatsound. 

Biogramm

Reinhold Ernst Mack wurde 1946 in Heidenheim an der Brenz geboren. Er besuchte das Hellenstein-Gymnasium in Heidenheim, wo er erste Auftritte mit seiner Beatband "The Rockers" feiern konnte und seine spätere Frau Ingrid Mack-Zellmer kennenlernte. Nach seinem Wehrdienst absolvierte Mack eine Lehre zum Klavierbauer, woraufhin er 1969 mit seiner Frau nach München übersiedelte. 1970 begann Mack in den "Union Studios" eine Tonmeister-Ausbildung bei Jörg Scheuermann. Bereits 1972 wurde er dann von Musikproduzent Giorgio Moroder für die "Musicland Studios" abgeworben. 1973 – dem Geburtsjahr von Macks erstem Sohn Julian – gewann das neu eingerichtete Aufnahmestudio der "Musicland Studios" Popularität bei internationalen Bands wie Deep Purple, The Rolling Stones, Led Zeppelin und Electric Light Orchestra. Ein Jahr nach der Geburt seines zweiten Sohnes Felix begleitete Mack das Electric Light Orchestra auf dessen 18-monatiger Welttour als Tontechniker. 1979 begann die Freundschaft mit Queen, aus der sowohl gemeinsame Musikproduktionen als auch die Patenschaft John Deacons und Freddie Mercurys von Macks drittem Sohn John-Frederick "Freddie" entstanden. Nach dem Tod von Freddie Mercury mussten die Musicland Studios 1992 schließen und Mack zog nach Los Angeles, wo er ein neues Aufnahmestudio in seinem Privathaus aufbaute. Nachdem dieses durch das Northridge-Erdbeben 1994 zerstört wurde und zwei Jahre lang wiederaufgebaut werden musste, gründete Mack die Musikproduktionsfirma "Nightjar". Diese wird mittlerweile von seinen zwei ältesten Söhnen geleitet. 2011 kehrte Mack mit seiner Frau und seinem jüngsten Sohn nach Bayern zurück.

Inhalte

Geboren 1946 – Etablierung des Namen Mack – Einberufung in die Bundeswehr – Lernen verschiedener Instrumente in der Jugend – Auftritte der eigenen Beatband The Rockers während der Schulzeit – Entstehung der Beatmusik – Musikkonsum in den 1960er-Jahren – Kindheit und Jugend im Umfeld des Musikgeschäfts der Eltern in Heidenheim – Umbenennung des Horst-Wessel-Gymnasiums zum Hellenstein-Gymnasium in Heidenheim – Radarflugmelder bei der Bundeswehr – Familiärer Generationenkonflikt und Anekdote zu Macks langen Haaren – Erfolgreiche Ausbildung zum Klavierbauer – Affinität für die Rolling Stones – Umzug nach München in die Kommune von Wim Wenders – Lebensgefühl im München der 1960er-Jahre – Damalige Kinokultur – Psychologiestudium der Ehefrau Ingrid Mack-Zellmer – Damaliger Wohnungsmarkt in München und Umzug in das Arabella-Haus – Rockfestival in der Eissporthalle und Begegnung mit Paul Kossoff von der Band Free – Damalige Konzertveranstaltungsorte in München – Heiratsantrag an Frau Ingrid – Mode-, Musik- und Partylokale im München der 1960/70er-Jahre – Vorstellung der Arbeit in einem Tonstudio – Auslieferungsfahrer für Münchner Apotheken – Vergebliche Bewerbungen bei Münchner Tonstudios – Einstieg im Union Studio als Tontechniker – Erfolgreiche Ausbildung zum Tonmeister – Erste Erfahrung als Leiter einer Tonstudio-Session – Perfektionismus und Unsicherheiten als Session-Leiter – Einstellung bei den Musicland Studios durch Musikproduzent Giorgio Moroder – Improvisiertes Aufnahmestudio im Keller des Arabella-Hauses – Aufbau eines neuen modernen Aufnahmestudios – Eingewöhnungsphase im neuen Studio – Gewöhnlicher Session-Ablauf – Session mit Deep Purple – Session mit den Rolling Stones – Beliebtheit der Musicland Studios bei internationalen Musikern – Liebe zu Bayern und seiner Essenskultur – Standortvorteile Münchens im Vergleich zu Hamburg und Berlin – Improvisierte Session mit den Münchner Philharmonikern – Session mit dem Electric Light Orchestra – Haindling, Fred Fesl und Georg Ringsgwandl als Repräsentanten des bayerischen Heimatsounds – Kritik an der heutigen Musikproduktion – Tonmischung für eine LP der Band des Nachbarn in Heidenheim – Charisma als Voraussetzung für einen gelungenen Song – Osterbrunch mit Queen in Macks Wohnung – Ausflug mit Freddie Mercury in den Englischen Garten – Charakterisierung Freddie Mercurys – Freundschaft zu Freddie Mercury – Welttournee mit dem Electric Light Orchestra – Einstellung zu Hip-Hop – Kritik an der heutigen Musikindustrie – Übersättigung und Kurzlebigkeit des Musikmarkts – Wandel im Musikkonsum – Vorliebe für italienische Popmusik.

Daten

Art:
Journalistisches Zeitzeugeninterview
Dauer:
2:00 h
Aufnahmedatum:
10.11.2024
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Dr. Michael Bauer

Kamera: Thomas Rothneiger