Zeitzeugen berichten

Anatolij Davydenko KZ-Überlebender, Zwangsarbeiter, Offizier

Signatur
zz-0967.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet  Anatolij Dawydenko von seiner Arbeit im Krematorium des KZ Flossenbürg.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Anatolij Dawydenko, aufgezeichnet am 21.07.2001 in Flossenbürg, über seine Verschleppung aus Kiew, seine Internierung im Konzentrationslager Flossenbürg, den Todesmarsch 1945 und seine Situation nach der Rückkehr in die Sowjetunion.

Biogramm

Geboren in Kiew, 1941 nach  Deutschland verschleppt, Arbeit in der Küche, Flucht, in der Tschechoslowakei gefangen genommen, erst in Karlsbad, dann im Konzentrationslager Flossenbürg interniert, Zwangsarbeit im Steinbruch, in der Flugzeugfabrik, im Krematorium, 1945 auf Todesmarsch durch amerikanische Truppen befreit, Rückkehr nach Kiew, Verheimlichung seiner Vergangenheit, militärische Ausbildung, Offizier, verheiratet, zwei Kinder.

Inhalte

1941 erstes Kriegserlebnis, Fliegerangriff auf Brücke und Flugzeugfabrik, gefreut, da er nicht zur Schule musste, Einmarsch der Deutschen in Kiew im Gleichschritt und singend, mehrmalige Versuche, D. nach Deutschland zu verschleppen, Schule Nr. 1 in der Artjemstraße, kranke Mutter - Verschleppung nach Eberstadt(?), schwache Konstitution, Arbeit in der Küche, in der Schule Französisch gelernt, Verständigung mit anderen Internierten möglich, gut behandelt auch von Deutschen, obwohl in der Küche gearbeitet wenig zu Essen, Deportation der Kiewer Juden nach Babij Jar, D.s Freund Alik mit jüdischer Mutter ebenfalls unter den Deportierten, wahrscheinlich erschossen, Flucht zusammen mit Kriegsgefangenen, in Tschechien aufgegriffen worden, Gefängnis in Karlsbad, überfüllte Zelle, kaum Platz zum Schlafen, von dort nach ins KZ Flossenbürg, regelmäßige Verpflegung - Ankunft in Flossenbürg, Banja, Durchsuchung, Quarantäne - Zwangsarbeit: Steinbruch, Tragflächen für Flugzeuge genietet, Prügelstrafe, sobald Ausschuss produziert wurde, Duschen, Läuse in den Betten, Leichen, die nicht weggeräumt wurden, katastrophale hygienische Bedingungen, Appell, Kapos, einmal am Tag Austeilung von Essen - Ausstattung der Baracken: Pritschen, Matratzen, Gebete, den nächsten Tag zu überleben - Hinrichtung eines russischen Offiziers wegen Fluchtversuchs - 1. Baracke, Lagerelite, Kapos, russischer Oberst - auch die Kapos waren Regeln unterworfen, Hierarchie - Selektion, Krankenstation, polnische Ärzte - gestohlene Uniform, gefundene Uhr gegen Essen getauscht, deutsche Begriffe bei der Arbeit - Lagerkapo, SS-Mann, Schäferhund warf Gefangene um - Evakuierung des Lagers 1945, Todesmarsch am 19., 20., 21.04.1945, wer nicht nicht mehr konnte, wurde erschossen, Becher Roggen als Verpflegung - Befreiung in der Nähe des Dorfes Roding bei Cham durch die Amerikaner, mit Essen versorgt - Racheaktionen gegen Kapos, schlechter körperlicher Zustand - Transport nach Nürnberg, amerikanische Ärzte, mit dem Auto nach Pilsen, dann mit dem Zug nach Kiew zurück - Informationen über den Kriegsverlauf, Warschauer Aufstand, amerikanische Lufthoheit, flying fortress, Luftangriff auf Regensburg - Ukrainer, Polen als Lagerelite, russenfeindlich - Krematorien - Lagerbordell, Homosexuelle - nach der Rückkehr nach Kiew "Feind des Volkes Wrag naroda", Bruder General, D. als Schande für die Verwandtschaft angesehen, Akrobatiktrainer Grigorij Nowako, Militärberufsschule, Wehrdienst, Offizier, kein Mitglied der KPdSU, daher unter Chrustschow entlassen, Frau war auch verschleppt, beide haben es lange verheimlicht - Admiral Canaris, öffentliche Hinrichtungen - Suizide, Gebete, Erinnerung an die Familie.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:00 h
Aufnahmedatum:
21.07.2001
Sprache:
russisch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.