Zeitzeugen berichten

Michael Pössinger Kaufmann, Skisportler

Signatur
zz-0737.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
1945

Im hier gezeigten Ausschnitt schildert Michael Pössinger das Gespräch mit einem amerikanischen Colonel, durch das er die geplante Vernichtung des Landkreises Garmisch-Partenkirchen durch amerikanische Bomber bei Kriegsende verhindern konnte.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Michael Pössinger, geführt am 31.07.2002.

Biogramm

1919 in Ettal geboren, Volksschule, Gymnasium, 1937 Dienst in der Wehrmacht, Gebirgsjägerregiment 98 in Lenggries, Teilnahme am Einmarsch in Österreich und im Sudetenland, Teilnahme als Unteroffizier und Zugführer einer Panzerjägereinheit am Polenfeldzug, Einsatz an weiteren Kriegsschauplätzen, Luxemburg, Belgien, Frankreich, Jugoslawien, Sowjetunion, nach Rückkehr in die Heimat Verhinderung der Zerstörung von Garmisch-Partenkirchen, Ort unversehrt den Amerikanern übergeben, 1945-1956 Kaufmann, 1956 Major der Bundeswehr, Karriere als Sportler, Medaillen bei internationalen Skiwettkämpfen und Olympischen Spielen.

Inhalte

1919 in Ettal geboren, Eltern: Landwirtschaft und Spedition, Transport von Gütern zwischen Oberammergau und Ettal, Kloster Ettal, Fahrten nach Schloss Linderhof, Volksschule, als Externer am Gymnasium, Mitarbeit zu Hause, auf dem Hof, aufstehen um 4 Uhr, Schule, kaum Zeit für Hausaufgaben, abgeschrieben, im Unterricht gelegentlich eingeschlafen, nette Lehrer, fast alles Priester, nach der 7. Klasse Schule geschmissen, zum Arbeitsdienst gemeldet, Arbeitsdienst in Alpersbach, Einberufung zu den Gebirgsjägern nach Lenggries, 18 Jahre alt, Einmarsch in Österreich und im Sudetenland, Kriegsausbruch 1939, Vorbereitung mit der Skilanglauf-Nationalmannschaft für die Olympiade 1940, Polenfeldzug, Kradschützenzug, Feldmarschall Schörner, Lemberg (Lwiw), im Rheinland Vorbereitung auf den Westfeldzug, Kriegsschule für Reserveoffiziersanwärter bestanden, 20.04.1940 Beförderung zum Leutnant, 10.05.1940 Beginn des Westfeldzugs, Panzerjägerzug, wegen dem Langlauftraining zu den Panzerjäger nach Mittenwald versetzt worden, für Panzerabschüsse am 06.06.1940 von General Kübner das Ritterkreuz bekommen (19.07.1940), im Herbst 1940 Training für die Weltmeisterschaft 1941 in Cortina d'Ampezzo, Russlandfeldzug, kurzzeitig Führer der Reserve, Vormarsch bis zum Kaukasus, Stalingrad, im Frühjahr 1943 im Hochkaukasus, 28 km vor Sochumi, mit Vorausabteilung vom späteren Verteidigungsminister Gretschko eingeschlossen, später Einladung nach Moskau zu Weltmeisterschaften, Sportminister Nowikow 1970er, Erinnerungen an den Kaukasus, Karatschein, frisches Wasser nach hunderten Kilometer Steppe, nur abgekochtes Brunnenwasser dort, Kuban, Tereck, Frühjahrsoffensive Juni 1942, von den Bergvölkern als Retter empfangen worden, Reiterfestspiele, Hilfe beim Vorstoß im Kaukasus, viele später nach Sibirien deportiert, nie Schwierigkeiten mit der Bevölkerung, Hochkaukasus, Gluchopass, Klitschtal, Elbrus, Tuapse, stecken geblieben im Winter 1942/43, Rückzugsbefehl nach Stalingrad, Rückzugsgefecht bei Diberta, Hilfe durch Karatscheier, Kompanie von Hirschfeld, normale russische Truppen, keine Einheimischen, mussten zu Fuß gehen, von Kommissaren angetrieben, Alkohol, Verhältnis zur Zivilbevölkerung, im Kaukasus und in der Ukraine positiv, Dolmetscher, russische Gefangene melden sich freiwillig, Kuban-Brückenkopf, Balkan, Partisaneneinsätze, in Jugoslawien und Griechenland, Ungarn, Rumänien, von Divisionskommandeur wegen Differenzen auf Lehrgang nach Belgien geschickt, Frühjahr 1944, Volksgrenadierdivision, in Grafenwöhr 11/58 Division aufgestellt, Bataillonskommando in Ostpreußen, Widerspruchsgeist, mit 25 Major geworden, Angriff bei Marmorazeghet verweigert, daraufhin abgesetzt, Beschwerde beim Kriegsrichter der Division über den General, Auseinandersetzung wegen lässiger Bekleidung der Truppe, Volksgrenadierdivision in Grafenwöhr, Politoffizier, wenig Gespräche über Politik, kein Wissen über Vorgänge in den KZs, kurze Heimaturlaube, Überleben im Vordergrund, Schutz der Heimat und der Angehörigen, Kaukasus vergleichbar mit den Hochalpen, Tier- und Pflanzenwelt, viele Rhododendren, Schnee, Angst wurde von selbst verdrängt, Kameradschaft auf Leben und Tod, gegenseitiges Angewiesensein, Kompanietreffen nach 52 Jahren, alte Herren, Witwen, Volksfest in Königsdorf, Anteilnahme der Bevölkerung, Bürgermeister von Königsdorf - Ostpreußen, Suweike, Seenlandschaft, Herbst 1944, Frontstellung, Frühjahrsoffensive der Russen, Güter von Kriegsgefangenen bewirtschaftet, Flüchtlingstrecks, eingekesselt, Munition und Benzin gehen aus, Luftversorgung klappt nicht, alliierte Lufthoheit, Flucht der Bevölkerung über die Nehrung, Gauleiter Koch, Flucht, verstopfte Straßen, Kleinbomber, Ratas, Bombardement der Flüchtlinge, zerbrochenes Eis, Entlastungsangriff um Flüchtlinge heraus zu bringen, 4 Panzer schlossen sich an, Vergewaltigungen, Ilja Ehrenburg, Grausamkeit, Rache, Reinhard Kopelew, Verwundung, General Kulner, Divisionsstab, in Pillau Marineleute getroffen, Bekanntschaft durch Vorbereitung auf die Operation "Seelöwe", General stellt P. Marschbefehl aus, Richtung "Alpenfestung", mit Schnellboot nach Swinemünde, Berlin, Heeresstreife, sagt P. müsse in Berlin bleiben, durchs Toilettenfenster davon gemacht, mit LKW nach Leipzig gefahren, von dort über Lichtenfels nach Garmisch gelangt, wenig mitbekommen von den Vorgängen gegen die Juden, in Ungarn Unterbringung in jüdischer Villa, SS-Streife will alten Juden verhaften, Verhaftung mit Drohung von Gewaltanwendung verhindert, Sonderkommandos, Führerstreife gegen Kriegsende in Garmisch, "Kettenhunde", Behandlung im Lazarett, gehfähig, Standortkommandatur in Garmisch, Fahrzeug zur Verfügung, Opel Kapitän des Klosters, Pater Johannes, Zellerar des Klosters, Unterredung 3 Wochen vor Kriegsende: Doktor Rösen, Georg Schütte, Aufforderung dafür zu sorgen dass Garmisch nicht zerstört wird, in Garmisch waren 10.000-12.000 Verwundete untergebracht, Flüchtlinge, Stammbataillon und alte Kammeraden, Einheimische, versucht Ordnung herzustellen, Hinterzimmer im Weißen Rössl, Willy Neidl, Seibor, Grabichler, Verbindung nach München zu Rupprecht Gerngross, Freiheitsaktion Bayern (FAB), Kontakt mit den Bürgermeistern in Füssen und Landsberg, Information über das Vorrücken der Amerikaner, Werneck, Einsatzkommando mit 40 guten Leuten zusammengestellt, Maschinengewehre, LKWs, SS wollte Walchenseekraftwerk sprengen, Schlehdorf, SS-Junkerschule in Bad Tölz, in Mittenwald Offiziersanwärter der Gebirgsgruppe, Diskussion mit SS-Einheit über Sprengung, SS zieht ab, Oberst Pfeifer, Ellergrabenbrücke, Kaltenbrunn, Zuständigkeiten für die Sprengungen, chaotische Zustände, Wille Zerstörungen zu vermeiden, Standortkommandeur Oberst Hörl, Stadtkammler, Reichssicherheitsamt hatte sich in Klausings Posthotel einquartiert, mitten in Garmisch, Flüchtlinge aus München, Möbeltransporte von Höhergestellten, Göring, KZ Häftlinge, Chaos, Todesmarsch von Dachau bis Mittenwald, verstopfte Straßen, Reichsbankgold, Farchant, Fahrzeugkolonne aufgehalten, Goldbarren auf LKWs, Säcke mit Devisen, Konvoi fährt weiter nach Einsiedeln, dort Gold vergraben, Auseinandersetzung beim Stab, einen Tag vor Ende, Oberst Bauernfeind, Oberst Hörl, wären beinahe mit Pistolen aufeinander losgegangen, mit Bauernfeind nachmittags in Ettal bei den Eltern zum Kaffee getroffen, Aufruf der Freiheitsaktion Bayern im Radio, P.s Meinung zur Aktion von Gerngross, Penzberger Blutnacht, Zöberlein, Mitverantwortung von Gerngross für die Toten in Penzberg, Verfahren gegen Bauernfeind, durch Zeugenaussage frei gesprochen, am letzten Tag nach Oberammergau gefahren, Granateinschläge, nach Garmisch zu Oberst Hörl gefahren wegen der Übergabegenehmigung, Amerikaner noch in Schongau, Kompanien wussten über Übergabepläne Bescheid, Licht, den Amerikanern mit Dolmetscher und weißer Fahne entgegengefahren, dem Kompaniechef die Leute aus den Stellungen zu holen, Panzersperre an der Bärenhöhle, Schießerei, zu Fuß Richtung Amerikaner gegangen, gemeinsam mit Licht und Palmié, Beschuss. wahrscheinlich wegen weißer Fahne, im Straßengraben weitergerobbt, Amerikaner, Infanterie, Kompaniechef der Panzertruppe, Verhandlungen über die kampflose Übergabe von Garmisch-Partenkirchen, geplanter Bombenangriff auf Garmisch und Innsbruck, Amerikaner glaubten an die Alpenfestung, Diskussion mit dem amerikanischen Offizier, Nachfrage des Colonels, versucht die Amerikaner davon zu überzeugen den Luftangriff abzublasen, Panzersperre zur Seite geräumt, Ettal, Bevölkerung auf der Straße, Bürgermeister, in amerikanischen Jeep mitgefahren, dahinter Panzer, weiterer Vormarsch zusammen mit Licht auf dem vordersten Panzer, kurzer Beschuss beim Giesenbach, Oberau, Übergabe der zweiten Kompanie, Oberst Hörl kommt nach Oberau, Übergabe, Fahrt nach Garmisch, Nacht im Rathaus verbracht, Gemeinderäte, Bürgermeister Schütte, Rösen, Kurdirektor, bei Unfall Rippen gebrochen, Lazarett im Roten Hahn, 10. US Panzerdivision, General Patton, Standortkommandant Major Snap, "Stunde Null", deprimierender Moment, Verhalten der Bevölkerung, Flüchtlinge, Denunziationen, CIC, von Snap "zu Off Limits" erklärt, danach nicht mehr eingesperrt, vor Kriegsende Tankstellen gesperrt, Glücksfall wegen zerstörter Bahnlinie, mit LKWs Versorgung Aufrecht erhalten, Lager in München, Dosenkonserven, Verpflegungslager am alten Bahnhof, Sperrstunde um 10 Uhr, Beschlagnahme von Gebäuden durch Amerikaner, Plünderungen durch KZ'ler und Fremdarbeiter, Kontrolle durch die Amerikaner, anfangs chaotische Zustände, viele Juden bei der CIC, Dolmetscher, Loisach-Bote, Buchdruckerei Adam, Probleme: Lebensmittel, Arbeit, in Ettal wurden Oberschüler und im Lazarett liegende Soldaten bewaffnet, diesen rechtzeitig die Waffen abgenommen, viel Leid der Familien, Bombardierungen, Gefallene, Soldat bis zum Schluss, am Ende Pflicht darin gesehen Schaden abzuwenden, kein Widerstand sondern Verantwortungsgefühl, damals 26 Jahre alt gewesen, Mut, Angst - Bundeswehr - Ausbildung durch ehemalige Offiziere und Unteroffiziere der Wehrmacht, Situation in Afghanistan, Kosovo, Albaner im Krieg als Partisanen die Schlimmsten - Sportlerkarriere: Olympiaauswahlmannschaft als Langläufer, Weltmeisterschaft 1941 in Cortina d'Ampezzo, Mergans, Berauer, Kranz, viele gefallen, bis 1947 Langläufer, 1947-1957 Bobfahrer, Weltmeister, Silber- und Bronzemedaillen bei Weltmeisterschaften, Olympiaden, Bundeswehr 1956, General Buchner, Teilnahme am internationalen Militärweltskicup, Sport verbindet, Mannschaft zusammengestellt, Michel Anderl, Hermann Lochbichler, Andermatt 1957, Zissenmannschaft, Jörg Thoma, Happl, Grundlage der Sportfördereinheit der Bundeswehr, Luttensee, Sportzüge, Schwimmer, Fünfkämpfer, 1963 Ausscheidung für Biathlon, Squaw Valley, Olympiade in Innsbruck, Grenoble 1968, Sapporo 1972, Lake Placid, Sarajewo, Sportfunktionär, bei 15 Weltmeisterschaften und 6 Olympiaden als Chefkampfrichter, internationaler Vorstand bis 1990, Biathlon in Ruhpolding, Telefonate zum Geburtstag.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
31.07.2002
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.