Im hier gezeigten Ausschnitt schildert Rosa Steiner-Wertheimer ihren ersten Besuch in Regensburg nach ihrer Emigration.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Rosa Steiner-Wertheimer, geführt am 06.11.1987 in Tel Aviv, über die Kindheit in Bayern, die Emigration nach Palästina, das Leben dort und die Rückkehr nach Deutschland.
Biogramm
Rosa Steiner-Wertheimer wurde 1923 als Tochter einer jüdischen Familie in Regensburg geboren. Aufgrund der Repressalien gegen die jüdischen Bürger und die dadurch erwachsene Furcht vor dem nationalsozialistischen Regime emigrierte die Familie 1935 nach Palästina. Dort besuchte Rosa Steiner-Wertheimer die Volksschule und die Landwirtschaftsschule. Anschließend arbeitete sie in einer Hühnerzucht. 1967, 1977 und 1980 kehrte sie für Besuche nach Deutschland zurück.
Inhalte
Familie nachweisbar bis ins 15. Jahrhundert – Ursprung Worms – Samson Wertheimer Hoffaktor in Wien – Bayreuth – Urgroßvater war Pelzhändler – Großvater zog 1860 nach Regensburg – Bankgeschäft in der Pfauengasse 6 – Vater Prokurist in Mainz – kehrt nach Regensburg zurück – Familienverhältnisse – Onkel und Tanten – Hochzeit der Eltern 1922 – 1923 geboren – schönes Familienleben – Wohnung in der Türkenstraße 14 – Spaziergänge – Ausflüge nach Maria Ort – Birnbaum im Garten – Besuch in Regensburg 1977 – Allee – Biergarten am Abend – Müllerische Töchterschule – Eltern verbieten Teilnahme an Theaterstück zu Weihnachten – Lehrerin Josefine Pfeffel – Prüfning – März/April 1933 Schutzhaft aller Regensburger Juden – Vater einen Tag eingesperrt – Onkel geht außer Landes – Schock – schlecht laufende Geschäfte – März 1933 Boykott jüdischer Geschäfte – Kaufhaus Schocken – SS-Männer – Warnung von Freund des Vaters "Wandern Sie aus!" – 1934 Geschäft liquidiert – Onkel entscheidet sich 1934, von der Schweiz aus nach Palästina auszuwandern – Entscheidung der Eltern ebenfalls zu emigrieren – Dezember 1935 Auswanderung, zuvor noch Bekannte in München besucht – Angstgefühle wegen Aufmärschen der SA – Ankunft in Jaffa am 30.12.1935 – Anlandung mit Booten – Basar – Schmutz – Tel Aviv – ein viertel Jahr im Hotel gewohnt – 4-Zimmer-Wohnung – deutschsprechende Familien – Probleme, die Sprache zu lernen – 8 Jahre Volksschule – Landwirtschaftsschule in Nahalal – andere Mentalität – Natur – Ausflüge – Arbeit in der Hühnerzucht – Lehre als Säuglingsschwester – Wochenpflege – finanzielle Unterstützung der Eltern – Vater konnte nur Deutsch und Französisch und war bereits 60 Jahre alt – fand keine passende Arbeit mehr – Mutter bügelt für den Lebensunterhalt – Bilder und Gegenstände verkauft – selbst gut verdient und Eltern unterstützt – 1946 Arzt geheiratet – Kibbuz in Javne – Mann illegal nach Palästina gereist – Papier vernichtet – holt seine Prüfungen an der Universität Jerusalem nach – Diplom 1950 – Schwiegereltern von den Engländern nach Mauritius geschickt – Schwiegermutter stirbt – Schwiegervater kommt erst nach der Gründung Israels – 1967 Einladung des Onkels nach Düsseldorf – gemeinsam im Schwarzwald – Angstgefühle – ältere Deutsche – Dialekt – Erinnerungen an die Kindheit und Jugend – 1977 erneut nach Deutschland gereist – Wunsch, nach Regensburg zu fahren – Wiedersehensfreude – Birnbaum in der Türkenstraße 14 – Müllersche Töchterschule – Jüdischer Friedhof – Gräber in gutem Zustand – Regensburg – das Geschäftshaus in der Pfaugasse Nr. 6 stand nicht mehr – 1980 Einladung der Stadt Regensburg – Besuch bei der ehemaligen Lehrerin Josefine Pfeffel – Treffen mit ehemaliger Klassenkameradin – Glücksgefühl – geschlossener Kreis – Rückkehr nach Israel – Unverständnis der Kinder – Kinder haben keine Beziehung zu Deutschland – Enkel eher aufgeschlossen – Ablehnung der Kollektivschuld – Traditionsbewusstsein – in Deutschland Gefühl von zu Hause – Landschaft und Städte – Vorurteile der Kinder gegenüber Deutschland – Besuch in der alten Wohnung – Fröhliche Türkenstraße – Veränderungen der Wohnung – Freunde in Deutschland – überall dieselben Probleme.