Zeitzeugen berichten

Michael Kühberger Leiter Wasserwirtschaftsamt Deggendorf

Signatur
zz-1537.02
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
2013

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Michael Kühberger über die Maßnahmen zur Schließung der Deichlücken beim Jahrhunderthochwasser 2013 im Raum Deggendorf vor Ankunft der zweiten Flutwelle, um eine zweite Überflutung der Dörfer zu verhindern.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Michael Kühberger, aufgenommen am 15.02.2014 in Deggendorf, über das Hochwasser im Juni 2013 in Deggendorf, die Deichverteidigungsmaßnahmen, aufgetretene Umweltschäden und die Lehren für das Katastrophenmanagement und den Hochwasserschutz in der Zukunft.

Biogramm

Michael Kühberger, 1959 geboren, war als Referent im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz tätig, bevor er als Abteilungsleiter in das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf versetzt wurde, dem er heute als Behördenleiter vorsteht.

Inhalte

Leiter Wasserwirtschaftsamt Deggendorf – keine 100-prozentige Vorhersage des Hochwassers möglich – starke Niederschläge und wassergesättigter Boden als Negativfaktoren – erste Warnhinweise für Starkniederschläge vom Deutschen Wetterdienst – reduziertes Personal aufgrund von Urlaubszeit – Hochwasser zuerst in Passau, dann in Deggendorf – Wasserstände auf Höhe der Deichkronen am 3. Juni 2013 – Deichverteidigungsmaßnahmen – große Deichstrecke von 200 km – Deichbrüche nach Überlaufen des Deichs – Rückzug der Einsatzkräfte wegen zu hoher Gefährdung – Bau eines Notdeichs an der A3 – erster Deichbruch bei Auterwörth – Rettung gefährdeter Landwirte aus der Flut per Hubschrauber – Bruch des Isardeichs – Notdeiche nicht ausreichend – Hochwasserschutzanlagen – im Notfall Organisation der Deichwehr durch Kommunen – Koordination durch das Landratsamt – Erhöhung der Deiche durch Sandsäcke – Beratung von fünf Krisenstäben – Hochwassernachrichtendienst – Evakuierungsmaßnahmen – Schließung der Deichlücken – Gefahr einer zweiten Hochwasserwelle – Bresche bei Auterwörth gut zugänglich für Fahrzeuge – Versuch die Bresche an der Isarmündung per Hand zu schließen – Einsatz von Hubschraubern – letztendlich Errichtung eines Notdeichs mit Baggern – Verhinderung einer zweiten Überflutung – Folgebrüche – Verteidigungsmaßnahmen an Sekundardeichbrüchen – Errichtung von Notdeichen – Umweltschäden durch das Wasser und durch austretendes Öl – Gefahren auch durch Gasaustritte und Elektrizität – teilweise Verunreinigung des Grundwassers durch Öl – gute Koordination der Einsatzkräfte – Unmöglichkeit der Vorhersage eines genauen Dammbruchs – Verbesserung der Informationsweitergabe als Ziel – Vermeidung von Panik – Beschleunigung bereits geplanter Hochwasserschutzmaßnahmen – Einrichtung von Hochwasserrückhaltebecken – massiver Bau von Stahlspundwänden an den Deichen – Erhöhung der Deiche auf lange Sicht – 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht – Risikobewusstsein der Bevölkerung muss gestärkt werden.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
0:45 h
Aufnahmedatum:
15.02.2014
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.