Zeitzeugen berichten

Christian Bernreiter Seit 2022 Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr; 2014-2022 Präsident des Bayerischen Landkreistags; 2002-2022 Landrat des Landkreises Deggendorf

Signatur
zz-1534.02
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
2013

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Christian Bernreiter über die ersten Aufräumarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe 2013, die Schließung der Deichbresche bei Fischerdorf und das Abfließen des Wassers.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Landrat Christian Bernreiter, aufgenommen am 14.02.2014 in Deggendorf, über das Hochwasser im Juni 2013 in Deggendorf, die Schäden, die Aufräumarbeiten und das Katastrophenmanagement.

Biogramm

Christian Bernreiter wurde 1964 in Straubing geboren und studierte von 1983 bis 1985 Maschinenbau an der TU München. Anschließend war er bis zur Kommunalwahl 2002 im elterlichen Betrieb als selbstständiger Unternehmer tätig. Von 2002 bis 2022 war Christian Bernreiter Landrat des Landkreises Deggendorf. Von 2014 bis 2022 war er Präsident des Bayerischen Landkreistags gewählt. Am 23.02.2022 wurde Christian Bernreiter von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zum Bayerischen Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr berufen.

Inhalte

Wetterprognosen des Wasserwirtschaftsamtes – Schneekatastrophe 2006 als Vergleichsereignis – Prognose von starken Niederschlägen – Hochwasser 2011 – bekannte Schwachstellen – Hochwasserschutz – bisherige Katastrophenfälle eher entspannt – Scheitel deutlich über den höchsten je gemessenen Werten – Katastrophenalarm – Einrichtung eines Krisenstabs im Landratsamt – Vorbereitung von Sandsäcken – Anschwellen des Wasserspiegels – Risikoabschätzung für jeden Ortsteil – Evakuierung – Information der Presse – Bruch des Isardeichs bei Fischerdorf und des Donaudeichs am 04.06.2013 – Rettung von Personen per Hubschrauber – Ankündigung der Evakuierung durch die Presse – Lautsprecherdurchsagen der Polizei – Weigerung von Anwohnern, ihre Häuser zu verlassen – keine Todesopfer durch Flutkatastrophe – örtliche Feuerwehr – Unterstützung durch BRK, Wasser- und Bergwacht und Technisches Hilfswerk – Standort der Bundespolizei in Deggendorf – Kontingente der Bundeswehr – Zusammenarbeit mit Bürgermeistern – Fachwissen über örtliche Gegebenheit enorm wichtig – Unterbringung von Evakuierten in Turnhallen – viele Betroffene kamen privat unter – Flussmeister des Wasserwirtschaftsamtes – kritische Stelle bei Niederalteich – Aufschüttung von Kies – Zusammenarbeit mit Bayerischer Staatsregierung – Unterstützung durch Ministerpräsident Horst Seehofer – Sperrung der Autobahnen – Behinderung der Rettungskräfte durch Verkehrschaos – Waldbahn – einzige Zufahrt über Bayerischen Wald – urlaubsbedingte Einstellung der Produktion bei BMW – wirtschaftliches Krisenmanagement – ca. 507 Mio. Euro Schäden – Krisengebiete Fischerdorf und Niederalteich – teilweise Überschwemmungen bis zum 1. Stock – Koordination der Aufräumarbeiten – Einrichtung von Brückenköpfen – Einsatz der Bundespolizei in Deggendorf – Feuerwehr in Niederalteich – Räumung der Häuser in Niederalteich bereits nach wenigen Tagen – Fischerdorf und Natternberg waren fast drei Wochen überschwemmt – zweite Hochwasserwelle – schnelle Schließung der Deichbreschen – Wiederaufbauprogramm – Soforthilfen von 1500 und 5000 Euro – Sonderhilfen bei Ölschäden – Einrichtung von Bundesaufbauprogrammen – bayerische Hilfsprogramme nicht ausreichend – praxisnähere Aufbauprogramme als 2002 – keine vollständige Simulation der Situation möglich, keine vollständige Planungssicherheit – Parteizugehörigkeit unwichtig in Notsituationen – direkter Zugang zum Ministerpräsidenten als Vorteil – Gemeinschaftsgefühl in Krisensituation – Kritik aus der Bürgerschaft vernehmbar, aber kein Bruch im Verhältnis zwischen Bürger und Staat – weiterer Ausbau des Hochwasserschutzes – rückblickend gutes Krisenmanagement – wirtschaftlicher Wiederaufbau – keine 100-prozentige Absicherung gegen derartige Katastrophen möglich – Abriss von Häusern – Wiederaufbau – Versicherte werden zu 100 Prozent entschädigt, Nicht-Versicherte zu 80 Prozent - Spenden.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
0:45 h
Aufnahmedatum:
14.02.2014
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.