Zeitzeugen berichten

Thomas Rödl Vorsitzender der Deutschen Friedensgesellschaft in Bayern

Leider ist kein Video Ausschnitt verfügbar.
Signatur
tobre-143-144
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Dr. Heike Bretschneider)
Referenzjahr
1984

Bisher leider kein Ausschnitt verfügbar (nur Ton).

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Interview der Journalistin und Historikerin Dr. Heike Bretschneider mit Thomas Rödl, geführt im November 1989, über Ziele und Arbeit der Deutschen Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner (nur Ton).

Biogramm

Thomas Rödl (Jahrgang 1955) ging schon als Schüler auf Distanz zu seinem katholischen Elternhaus, er wurde Atheist, interessierte sich für die Außerparlamentarische Opposition und nahm an Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg teil. Im Münchner Luitpoldgymnasium fand sich eine kleine Gruppe zusammen, Weihnachten 1970 verteilten sie auf dem Stachus selbst gefertigte Flugblätter mit dem Tenor: "Wir feiern Weihnachten und in der Welt verhungern Menschen!" Er las Bücher über Militär- und Kriegsverhütungsstrategien, lernte die Vereinigung „Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner“ kennen und noch im Luitpoldgymnasium gründete er mit anderen die "Schülerbasis Kriegsdienstverweigerung". Auf ihre Veranstaltungen gab es in den 1970er-Jahren eine stark negative Resonanz aus der Bevölkerung. Im September 1974 fand Thomas Rödls Anerkennungsverfahren zur Wehrdienstverweigerung vor dem Prüfungsausschuss des Münchner Kreiswehrersatzamtes statt. Er spricht über sein Verfahren und die Fangfragen. Da er gut vorbereitet war, wurde seine Verweigerung in erster Instanz anerkannt. 1983 übernahm Thomas Rödl von Heinz Huber das Amt des Vorsitzenden in der Deutschen Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner in Bayern. Später gab es anstelle des Vorsitzenden einen Sprecherkreis.

Inhalte

tobre 143:

Thomas Rödl spricht über die Veränderungen im neuen Wehrdienstverweigerungsgesetz von 1983/84, durch das Zivildienstleistende eine längere Dienstzeit von fünf Monaten in Kauf nehmen mussten. In der Praxis bedeutete dies, dass die Einberufenen nun zwischen Wehrdienst und Zivildienst wählen konnten. Er bedauert, dass der größte Teil der Wehrdienstverweigerer und Zivildienstleistenden sich nach Ablauf ihrer Dienstzeit nicht mehr aktiv in der Friedensbewegung engagieren würden. Thomas Rödl erklärt, dass es in der Organisation der Deutschen Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner zwei Richtungen geben würde. Die eine fordere die Abschaffung der Wehrpflicht, die andere, die auch seiner Meinung entspreche, fordere Abrüstungsschritte und Veränderungen der Außenpolitik und der internationalen Beziehungen, die dann schließlich die Bundeswehr, genauso wie alle anderen überflüssig machen würden. 

tobre 144:

Thomas Rödl spricht über eine ehemalige Kampagne, in der die Verweigerung des Zivildienstes propagiert worden war. Vorab sollte für den Ernstfall eine Verweigerung des Zivildienstes erklärt werden. Diese Aktion hatte nur geringe Resonanz.

Daten

Art:
Thematisches Interview (nur Ton)
Dauer:
00:27:15 h
Aufnahmedatum:
01.11.1989
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Dr. Heike Bretschneider

Technik: Dr. Heike Bretschneider