Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Karin Röhrl über die Rollenverteilung bei der gemeinschaftlichen Leitung des Gasthauses Röhrl mit ihrem Ehemann Muk Röhrl, Vorbehalte gegenüber der Kompetenz junger Wirtinnen sowie über die Rolle weiblicher Führungskräfte bei der zukünftigen Gestaltung der Gastronomiebranche.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Karin Röhrl, aufgenommen am 22.05.2019 in Eilsbrunn, über ihre Jugend- und Ausbildungszeit, die Geschichte des Gasthauses Röhrl, die Ausstattung des Wirtshauses, die Qualifikationen einer Wirtin, die Suche nach kompetentem Personal, den Umgang mit den gesetzlichen Anforderungen an eine Gaststätte, die Gestaltung der Speisenkarte, die Herkunft der Gäste, die Leitung des Wirtshauses im Zusammenspeil mit ihrem Mann, die Auswirkungen der veränderten Arbeitswelt, das Wirtshaussterben in Bayern, die bayerische Wirtshauskultur, sowie über ihr persönliches Bild von Bayern.
Biogramm
Karin Röhrl wurde 1982 geboren. Sie wuchs auf dem Land in der Nähe von Dingolfing auf und studierte nach dem Abitur Deutsch, Englisch, Latein und Jura. Anschließend absolvierte sie eine Ausbildung in der Gastronomie als Restaurantfachfrau. Zusammen mit ihrem Ehemann Muk betreibt Karin Röhrl in elfter Generation die „aststätte Röhrl in Eilsbrunn, das laut Guinessbuch der Rekorde „älteste Gasthaus der Welt“. Der Rekord bezieht sich auf die durchgehende Öffnung seit 1658. Zudem betreibt das Gasthaus den ältesten noch in Betrieb befindlichen Holzofen der Welt, der seit 1929 durchgehend läuft. Im Gasthaus ist auch ein kleines Heimatmuseum mit verschiedenen Zimmern untergebracht, die Einrichtungen und Gästezimmer aus unterschiedlichsten Jahrzehnten zeigen, auch Gegenstände aus der früheren Brauerei.
Inhalte
Geboren 1982 – Jugend- und Ausbildungszeit – Studium in Regensburg – Ausbildung zur Restaurantfachfrau – Geschichte des Gasthauses Röhrl – Ältestes durchgehend geöffnetes Gasthaus der Welt – Einrichtung des Gasthauses 1658 – Führungen zur Geschichte des Hauses – Beschreibung des Wirtshauses und dessen Einrichtung – Betrieb des ältesten in der Gastronomie verwendeten Holzofens der Welt – Anbau eines 250 Personen fassenden Saales 1902 – Einrichtung eines kleinen Heimatmuseums in den Räumlichkeiten des Gasthofs – Qualifikationen einer Wirtin – Auswahl von kompetentem Personal – Gute Führungsqualitäten als notwendige Voraussetzung für die Leitung der Gaststätte – Temporäre Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifiziertem Personal – Umgang mit den gesetzlichen und bürokratischen Anforderungen einer Gaststätte – Bewertung staatlicher Eingriffe in die Gastronomiebranche – Kontrollen durch das Finanz- und das Gesundheitsamt – Gestaltung der Speisekarte – Hauseigene Spezialitäten – Weitergabe von Rezepten über Generationen hinweg - Zubereitung von außergewöhnlichen Speisen für spezielle Veranstaltungen – Beliebtheit des selbstgemachten Kartoffelsalates – Planung der für das laufende Geschäft benötigten Lebensmittel – Regionale Herkunft der Zutaten – Nutzung des Vakuumierens als moderne Gar- und Konservierungsmethode – Zusammensetzung der Gästeschaft – Veränderung der Gästestruktur im Laufe der Zeit – Erhöhte Mobilität der Landbevölkerung – Funktion der Restaurantmitarbeiter als Gesprächspartner der Gäste – Leitung des Gasthauses als Wirtsehepaar – Rolle der Gleichberechtigung bei der Aufteilung der Zuständigkeitsbereiche – Schwierigkeiten bei der Selbstbehauptung als junge Wirtin – Weiblich besetzte Führungspositionen in der Gastronomie – Vereinbarkeit der Rollen als Wirtin und als Mutter – Besonderheiten eines Familienbetriebes – Charakteristika moderner Wirte und Wirtinnen – Umgang mit den unterschiedlichen Ansprüchen der Gäste – Bedeutung des Gasthauses Röhrl für den Ort Eilsbrunn – Besuch des Wirtshauses durch jüngere Gäste – Bedeutung besonderer Festtage für die Gaststätte – Veränderung der bayerischen Biergeselligkeit – Rückgang des Alkoholkonsums – Hauptbesuchszeiten des Biergartens – Wirtshäuser und Biergärten als Orte der schichtenübergreifenden Kommunikation – Auswirkungen der sich verändernden Arbeitswelt auf die Gasthäuser – Schwierigkeiten bei der Leitung des Gasthauses – Umgang mit dem Rauchverbot in bayerischen Wirtshäusern – Ursachen des Wirtshaussterbens in Bayern – Herausforderungen der digitalisierten Gesellschaft für die Wirtinnen und Wirte – Wirtschaftliche Risiken für Gastronomen – Beitrag des Gastes zur Erhaltung der Wirtshäuser – Konkurrenz durch Billigastronomie und Fast Food-Ketten – Allgemeine Entwicklung der Gastronomiebranche – Veränderungen im Bereich des Bierkonsums – Persönliches Bild von Bayern – Aktuelle Gefahren für die Heimat – Entwicklung Bayerns während der letzten Jahrzehnte – Die „Marke Bayern“.
Daten
Interview: Georg Schmidbauer M.A.
Kamera: Georg Schmidbauer M.A.