Zeitzeugen berichten

Wendelin Osterried 1950-1962 Bergarbeiter (Hohenpeißenberg); ab 1964 Elektriker

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zz-2071.04
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Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Wendelin Osterried über die Arbeiten beim Abteufen (= Tiefermachen) des Wetterschachts sowie über die Zusammenführung der Bergwerke Peißenberg und Hohenpeißenberg unter Tage.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Wendelin Osterried, geführt am 24.10.2020 in Peißenberg, über seine Arbeit im Bergwerk Hohenpeißenberg ab 1950, die Tätigkeiten über und unter Tage, die verschiedenen zum Bergwerk gehörenden Gebäude, das Abteufen (= Tiefermachen) des Wetterschachts, die Arbeiten zur Absicherung, sein Engagement bei der Grubenwehr, die Gefahren der Bergarbeit, den großen Zusammenhalt unter den Bergleuten, seine Gründe für das Verlassen des Bergwerks 1962 sowie über die Veränderung der Region nach der Schließung der Grube 1971.

Biogramm

Wendelin Osterried wurde 1936 in Peißenberg geboren. Nach dem Kriegsende arbeitete er als Hirtenbub bei einem Bauern und beendete 1948 seine Schulausbildung. Ab 1950 war er als Bergarbeiter im Bergwerk Peißenberg tätig. Mit 16 Jahren kam er in die Grube und arbeitete als Hauer. Die Arbeit erfolgte im Schichtbetrieb in engen Flözen. Später wurde Wendelin Osterried beim Streckenausbau eingesetzt. Er war auch Mitglied der Grubenwehr, die eingeschlossenen Bergleuten zu Hilfe kam. 1962 verließ er aufgrund der gesundheitlichen Belastungen das Bergwerk und war zunächst als Raupenfahrer und dann 25 Jahre lang als Elektriker tätig.

Inhalte

Geboren 1936 – Arbeit als Hirtenjunge ab dem 10. Lebensjahr – Schulabschluss 1948 – Arbeit im Bergwerk Hohenpeißenberg ab 1950 – Tätigkeiten über Tage – Arbeit in der Grube im Alter von 16 Jahren – Tätigkeiten in der Grube – Räumliche Enge in der Grube – Förderung der Kohle aus dem Flöz – Funktion des Wetterschachts – Konstruktion und Bau des Wetterschachts – Gefahren bei den Bohrarbeiten für den Wetterschacht – Ablauf eines klassischen Arbeitstages – Wechseln der Kleidung am Beginn des Arbeitstages – Vergabe von Marken am Beginn der Schicht – Abgabe der Marken am Ende der Schicht zur Kontrolle der Vollzähligkeit der Bergleute – Arbeitsausrüstung – Fahrt zur Arbeitsstelle im Hunt – Schichtbetrieb und Arbeitszeiten im Bergbau – Wöchentlicher Wechsel der Schichten – Anstrengende Übungseinheiten der Grubenwehr – Einsatz der Grubenwehr in Peißenberg – Gebäude und Werkstätten der Bergwerke Hohenpeißenberg und Peißenberg – Sortierung der Kohle im Kohlstadl in Peißenberg als Lehrling – Entwicklung des Rammverfahrens in den 1960er-Jahren – Einsatz von Ladern in den 1950er- und 1960er-Jahren – Abnehmer der Kohle – Arbeiten beim Abteufen (= Tiefermachen) des Wetterschachts – Kontrolliertes unterirdisches Aufeinandertreffen mit der Strecke des Bergwerks Peißenberg – Streckenvortrieb im Detail – Unterirdische Verbindungen mit Peißenberg und Peiting als Transport- und Fluchtmöglichkeiten – Hohe Temperaturen unter Tage – Möglichst konstante Arbeitsleistung zur Vermeidung von Lohnkürzungen – Absicherung beim Abteufen – Aufbau und Absicherung der Abbaustrecke – Grundstrecke für den Kohlentransport – Verschiedene Höhen der Flöze – Gründe für die Kündigung beim Bergwerk – Arbeit als Raupenfahrer ab 1962 – Umstellungen bei der Arbeit über Tage – Tätigkeit als Elektriker ab 1964 – Große Kameradschaft unter den Bergleuten – Engagement im Knappenverein – Vernetzung der verschiedenen Knappenvereine – Beschäftigung des Vaters und der drei Brüder im Bergwerk – Berufskrankheit Silikose (Staublunge) – Mangelnde Arbeitsschutzmaßnahmen – Veränderung des Ortes Hohenpeißenberg im Zuge der Schließung der Grube – Ansiedlung neuer Betriebe und Zuzug Fremder – Vergrößerung des Ortes – Ausbildung zum Hauer – Förderleistung des Bergwerks Peißenberg und Anzahl der Beschäftigten – Bergbauliche Prägung Peißenbergs – Steigerausbildung im Ruhrgebiet – Solidarität und Zusammenhalt im Bergbau – Gefahren im Bergbau – Höhere Sicherheit im Zuge der Modernisierung – Entwicklung technischer Neuerungen in Peißenberg.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
1 h
Aufnahmedatum:
24.10.2020
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.