Zeitzeugen berichten

Walter Linde Manager, Emigrant

Signatur
zz-0817.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
1960

Im hier gezeigten Ausschnitt beschreibt Walter Linde seine Versetzung von Amerika nach Deutschland und die von ihm vorbereitete Einführung eines Kostensystems bei der Linde AG.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Walter Linde, geführt am 03.03.2003 im Rahmen des Projekts Auswanderung in die USA, über das Kriegsende 1945, seine Emigration nach Kanada, später in die USA, die Lebensumstände in Nordamerika, seine Beziehung zur bayerischen Heimat und das Deutschland-/Bayernbild in Kanada und den USA.

Biogramm

1928 in Wiesbaden geboren, Flakhelfer in München während des Zweiten Weltkriegs, Studium der Elektrotechnik an der TH Karlsruhe, 1951 Emigration nach Kanada, Präsident der Nordamerikavertretung der Linde AG in Toronto, ab 1962 Aufbau der Lotepro Corp. in New York, 1993 Ruhestand.

Inhalte

1928 in Wiesbaden geboren, in Köln zur Schule gegangen, Volksschule, Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs Evakuierung von Kindern und Müttern aus Köln wegen Bombenangriffen, Großeltern in München, Maria-Theresia-Gymnasium, Vater stirbt durch Bombenangriff, 1944 als Flakhelfer eingezogen, 88er Flakbatterie in München-Obersendling, aufgebohrte russische Kanonen, Angriff amerikanischer Bomber, Entfernungsmessgerät, keine Verletzten, Entlassung im Februar 1945, kein Einzug mehr zur Wehrmacht, Berchtesgaden, höhere Schule, Haus des Großvaters am Untersalzberg, Kinder der "Parteibonzen", Luftangriff auf Obersalzberg, SS-Bunker, Kriegsende: französische und amerikanische Panzer, HJ-Fahrradstaffel, zu Hause nicht über Politik gesprochen, Freund des Vaters: Walter Hegel, Hitler, Ribbentrop, "Stunde Null", Sicherung des Überlebens, Essen, Heizen, Tod Hitlers, Anfang des Kalten Krieges, Ausbruch des Korea Krieges, Angst vor Übergreifen nach Europa, Wunsch nach Auswanderung, Kanada oder Argentinien, Auswanderung zusammen mit Peter Krüger, schlechte Englischkenntnisse, 20 Dollar, Motorrad 500er BMW, teure Transportkiste, Abenteuerlust, Einwanderungsbehörde in Karlsruhe, Studium an der dortigen TH, Antrag gestellt, mit dem Motorrad von Essen nach Bremerhaven, dort eingeschifft, alter Truppentransporter, Ankunft in Québec / Kanada, Einwanderungsbeamte an Bord, mit dem Motorrad nach Toronto, auf dem Schiff 240 Betten in einem Raum, keine Zweifel am Entschluss, Reifen aufgepumpt, Verbindung über Corps-Bruder der "Bavaria", kanadischer Bauingenieur, Arbeitssuche, Musik, Gespräch nach einem Mittagsessen in einem Grease-Spoon, Clifford Sawl, Arbeit in der Bäckerei, zuerst Biskuits gebacken dann Instandhaltungselektriker, 8 Monate Englisch gelernt, dann Arbeit als Ingenieur gesucht, Anzeige von Massey-Ferguson, in der Radioröhrenfabrik Roger's Majestic angefangen, japanischer Production Manager, keine Animositäten gegenüber Deutschen, Bayernbild erst nach Aufkommen des Tourismus, Angebot von Onkel der bei der Linde AG arbeitet: Kanadavertretung, Flug nach Deutschland bezahlt, Gespräch, Anstellung bei Linde 1955, 1956 kanadischer Staatsbürger, 2 Jahre in München dann mit 28 nach New York, Ingenieurgesellschaft aufgebaut, Erwerb der amerikanischen Staatsbürgerschaft, Einbürgerungstest, Lotepro-low temperature processing, höherer Lebensstandard, gute Noten im Studium, Angebote von BASF, der Universität Tübingen und einem Mäzen der TH Karlsruhe, Linde AG: Kostensystem in Deutschland errichtet, Sauerstoffanlagen, Gründung einer Holding, gute Position in New York, kein Kostendenken in Europa, Heirat mit Kanadierin 1958, Virginia Guest, bayerische Vorfahren der Frau aus Weiden und Kelheim, Mittelstand in den USA, heute viel weniger Unterschiede als damals, Mentalität, deutscher Verein in New York, US Manager von Siemens und Bayer usw., Vorträge ehemaliger US-Botschafter in Deutschland, Vernon Walters, gestandene Geschäftsleute, Kunde aus Texas Harry Kupferschmid-Smith, tolerante Haltung, Kontakt mit der Heimat: Mutter, während der Arbeit bei Linde 2-3 mal pro Jahr in Deutschland, Johnson: war on poverty, Erziehungsreform, Universitäten in den USA, Eliteunis, Kindern die Wurzeln gezeigt, 1966 Haus gekauft in New York, Studentenunruhen 1968 kaum wahr genommen, unterschiedliche Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und den USA, Managementunterschiede, Veränderung des Deutschlandbildes, zivilisierter, weniger aggressiv, Vietnamkrieg, Singapur, Aufschwung in Ostasien, Wurzeln verstärken das Gefühl Amerikaner zu sein, Carl von Linde als Vorfahre, Besuche in Berchtesgaden im Ruhestand, Stadtbild von Berchtesgaden, Heimatgefühl, Mutter unglücklich über Auswanderung, Briefwechsel, Kinder in einer freien Welt aufgewachsen, keine Rückkehrgedanken, Kennenlernen der Schwiegereltern in Toronto, Schwierigkeiten neue Freunde kennen zu lernen, deutsche Bekannte, Delray Beach, Florida, junge Orte, Theater in Palm Beach, zweite Frau, Professorin für Erziehung, Kanadierin, Landschaft in Bayern, Tochtergesellschaft in Calgary, Denver, Rocky Mountains.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
03.03.2003
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.