Walli Richter berichtet im hier gezeigten Ausschnitt über die schwierige Eingliederung der Aussiedler in Bayern in den 1970er-Jahren. Vor allem Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben siedelten ein und mussten integriert werden. Bestechungen und Menschenhandel schlich sich ein.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Walli Richter, geführt am 29.11.1999 in München.
Biogramm
Walli Richter wurde 1935 in Oberleutensdorf/Sudetenland geboren und gelangte nach einer dreimonatigen Flucht nach Bayern. Sie erlebte die Verhältnisse im Flüchtlingslager Bayreuth und die schwierige Berufsfindung als Vertriebene. Durch ihre Teilnahme im Vereinsleben hatte Walli Richter frühzeitig Kontakt zu den neuen sudetendeutschen Verbänden, insbesondere zur Sudetendeutschen Jugend. Ihre Vereinslaufbahn endete 1985 als Landesgeschäftsführerin beim Bund der Vertriebenen Bayern. Daneben erstellte sie als freie Mitarbeiterin verschiedener Rundfunkanstalten Berichte für die Themenbereiche „Aussiedler“ und „Vertriebene“.
Inhalte
Vater: Bürgermeister Oberleutensdorf/Sudetenland – Kindheit – Zwangsarbeiter im Hydrierwerk – NS-Winterhilfswerk – Rote Armee – Waffenstillstand 09.05.1945 – dreimonatige Flucht nach Mähring/Oberpfalz (Ankunft 04.08.1945) – Ankunft und Leben im Flüchtlingslager/Bayreuth – Typhusquarantäne – Rotes Kreuz – Barackenlager an der „Rot-Main-Halle“ – Versorgungssituation/Rezepte/Lebensmittelmarken – Lagerkrankheiten – Kleidungsmangel – Weihnachten 1945 – Lebensgefühl der Heimatvertriebenen – Situation der Flüchtlingskinder – Vater interniert (bis 1946) / Mutter Putzfrau – Schulalltag (Handelsschule 1948) und Freizeit in Bayreuth – Sanatorium Herzoghöhe – Potsdamer Abkommen 02.08.1945 – Politik am Familientisch: Demokratie/KZ/Nürnberger Prozesse 1945/46 – Neue Zeitung – Hilfsorganisationen: Deutsch-Amerikanischer Frauenklub: Care-Pakete – Kindererholungsverschickung/Müttererholungskuren – Müttergenesungswerk 31.01.1950 – Rolle der Parteien: Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) – Vereinsleben: „Hilfs- und Kulturverein/Sportvereine – Mitarbeit in der Sudetendeutschen Jugend seit 1950 (10 Jahre hauptamtlich in Bundesführung 1954-1965) – Umzug nach Dinkelsbühl 1951 – Berufliche Entwicklung: Angestellte in kaufmännischen Betrieb/Gericht/Jugendarbeit/Studentenwerk/Bund der Vertriebenen/Sudetendeutsches Haus in München: Heimatpflegerin der Sudetendeutschen – Sudetendeutsche Verbände – Lastenausgleich – Tätigkeit in der Verbandsarbeit: Aussiedlerprobleme: Siebenbürger Sachsen/Banater Schwaben – Heimatbegriff – Integration der Vertriebenen – Rundfunkarbeit im Bayerischen Rundfunk (BR) / Westdeutschen Rundfunk (WDR), Wichtige beschriebene Personen (Auswahl): Konrad Adenauer – Willy Brand – Erich Mende – Nicolae Ceausescu.
Daten
Interview: Georg Schmidbauer M.A.
Kamera: Georg Schmidbauer M.A.