Zeitzeugen berichten

Milica Stjepanović Darstellerin GLEIS 11

Signatur
zz-1465.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
1970

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Milica Stjepanović über ihre Ankunft als "Gastarbeiterin" in München und ihre Arbeit bei Telefunken in Braunschweig.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Milica Stjepanović, aufgenommen am 24.03.2012 in München im Rahmen der Dokumentation des Theaterstücks GLEIS 11, über ihre Situation in Jugoslawien (Bosnien), die Reise nach Deutschland, ihre Arbeitssituation bei Telefunken in Braunschweig und BMW in München, Kontakt zu ihren Kindern in Jugoslawien, Integrationsprobleme in Deutschland und ihre Heimat.

Biogramm

Milica Stjepanović wurde 1947 in Bosnien geboren und kam 1970 in die Bundesrepublik, wobei sie ihre Kinder zunächst zurücklassen musste. Sie arbeitete für verschiedene Firmen zuerst im Raum Braunschweig (Telefunken) und später in München (Siemens und BMW) im Bereich Montage. 2011 ging Milica Stjepanović in Rente. Sie starb 2018 in München.

Inhalte

Geboren 1947 in Bosnien – schlechte Situation – Ehemann starb 1966 – drei kleine Kinder – wollte nicht bei den Schwiegereltern bleiben – zum Arbeiten nach Deutschland gegangen – Cousin machte ihr heimlich einen Pass – Onkel beim Arbeitsamt organisierte alles – medizinische Kontrolle durch einen deutschen Arzt – nach einem Monat Ausreise nach Deutschland – schwerer Abschied von den Kindern – Zugfahrt nach München – Warten im Bunker unter Gleis 11 – Weiterfahrt nach Braunschweig – Bustransport nach Rebensbüttel zu ihrer Wohnung – Montagearbeiten an Fernsehern – Akkordarbeit – 1983 Umzug nach München – vier Wochen Tätigkeit für Siemens – 1984 bis 1996 Arbeit bei BMW – Frührente wegen Krankheit – Nierentransplantation – schwierig die Kinder zurückzulassen – Kinder kamen im September 1978 nach – Geburt eines vierten Kindes im Dezember 1978 – Kontakt zu den Kindern nur per Brief – gedrückte Atmosphäre bei Ankunft im Bunker – Probleme mit der deutschen Sprache – ärztliche Kontrollen zur weiteren Aufenthaltserlaubnis – schwierige Situation als alleinerziehende Mutter – 1989 Spende der evangelischen Kirche – Unterstützung durch die Stadt München – Sozialamt zahlte Unterstützung anhand der monatlichen Rechnungen – Kinder auf einer deutschen Schule – lernten schnell die Sprache – Enkelkind half ihr beim Schreiben von Briefen – Kinder sollten bessere Perspektive in Deutschland haben – Arbeitsvertrag bereits vor der Zugfahrt erhalten – keine Vorstellung von Braunschweig gehabt – kaum Kontakt mit Deutschen in Rebensbüttel – viel Arbeit – ständiges Heimweh, vor allem wegen der Kinder – keine schlechten Erfahrungen mit Deutschen – inzwischen Deutschland mehr Heimat als Bosnien geworden – Kinder und Enkelkinder fühlen sich ganz als Deutsche – positive Sicht auf Deutschland.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
0:40 h
Aufnahmedatum:
24.03.2012
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.