Zeitzeugen berichten

Jakob Pfeil Heimatvertriebener, Mechaniker

Signatur
zz-0635.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
1948

Jakob Pfeil berichtet im hier gezeigten Ausschnitt über die positiven wirtschaftlichen Veränderungen durch die Währungsreform 1948 in Steinhöring, die auch seiner Frau und ihm ein allmähliches Emporarbeiten aus der Not der Nachkriegsjahre ermöglichten.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Jakob Pfeil, geführt am 05.04.2000, über die Herkunft seiner Familie aus Ungarn, das Kriegsende 1944/45 in der Region, seine Aussiedlung 1946, seine Ankunft in Steinhöring, die Vorbehalte der einheimischen Bevölkerung gegen die Vertriebenen, den Aufbauwillen der Vertriebenen und die Rolle der Landsmannschaften für die Traditionspflege der Vertriebenen.

Biogramm

Jakob Pfeil wurde 1923 in Ungarn geboren und erlebte dort die Kriegsereignisse mit all den Folgen, denen Ungarndeutsche bei Kriegsende ausgesetzt waren. 1944 flüchtete er nach Schlesien, kehrte wieder in sein Heimatdorf zurück und wurde 1946 ausgesiedelt. Nach seiner Ankunft in Steinhöring konnte Jakob Pfeil wegen seiner Kriegsverletzung keiner Arbeit nachgehen, es gelang ihm aber, eine Umschulung in Waldkraiburg zum Mechaniker zu absolvieren. Anschließend war er 15 Jahre bei Siemens in München angestellt.

Inhalte

Eltern: große Landwirtschaft – Jugendzeit in Ungarn – Donauschwäbisches System der Großfamilie – Mittelschule/Landwirtschaftsschule – Kulturbund/Wiener Schiedsspruch 1940 – Magyarisierung/St. Stephansgedanke – magyarische Zwangsorganisation: Levente – Zweiter Weltkrieg: nahende russische Front, Rote Armee 1944 – Horthy-Putsch 15.10.1944 – Flucht nach Schlesien, Tschechoslowakei 1944/45 und Rückkehr nach Ungarn – Zweite Aussiedlung August 1946: Abschiedsgottesdienst – Ankunft und Ressentiments in Steinhöring – Flüchtlingskommissar, Wohnungszuteilung: Bauernhof – Ressentiments in der Bevölkerung – Verpflegungssituation: Lebensmittelkarten – Essgewohnheiten – Konfession/Katholizismus – Hilfsarbeiter in Bürstenfabrik – Lehre zum Mechaniker in Waldkraiburg – Währungsreform 20.06.1948 – Zusammenleben der Vertriebenen/Landsmannschaften – katholisches Siedlungswerk: Wohnung in Waldram/Wolfratshausen – Lastenausgleich – Vorurteile/Integration – Kulturelle Unterschiede/Mentalität – Familienverband – Traditionspflege/Landsmannschaften – Wirtschaftliche Aufbau-Vereinigung (WAV) – Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) – Aufbauwille – Wirtschaftsaufschwung – Heimatgefühl – Vorarbeiter/Mechaniker bei Siemens in München. Wichtige beschriebene Personen (Auswahl): Miklos Horthy – Otto Freiherr von Feury – Alfred Loritz.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
05.04.2000
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.