Dr. Hans-Jochen Vogel spricht im hier gezeigten Ausschnitt über die Lage der SPD in Bayern, beginnend in den 1970er-Jahren bis in die 1990er. Dabei betrachtet er besonders die Politikerpersönlichkeit Franz Josef Strauß (CSU), erläutert aber auch die Strategie der SPD unter Renate Schmidt.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Dr. Hans-Jochen Vogel, geführt am 28.10.1997, über seine Karriere als SPD-Politiker, die Aufgaben und Erfolge in seinen verschiedenen politischen Ämtern und die Entwicklung Münchens während seiner Amtszeit als Oberbürgermeister 1960-1972.
Biogramm
Hans-Jochen Vogel wurde 1926 in Göttingen geboren. Nach dem Krieg studierte er Rechtswissenschaften in Marburg. 1952-1954 war er Regierungsrat im Bayerischen Justizministerium, 1954/55 Amtsgerichtsrat in Traunstein, 1955-1958 Leiter des Arbeitskreises für die Sammlung des Bayerischen Landesrechts in der Bayerischen Staatskanzlei, 1958-1960 Rechtsreferent im Rechtsreferat der Landeshauptstadt München, 1960-1972 Oberbürgermeister von München. 1972 arbeitete er beim Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städteordnung, 1974 wurde er Bundesminister der Justiz und 1981 zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt. 1972-1977 war Vogel Landesvorsitzender der bayerischen SPD und 1987-1991 Bundesvorsitzender der SPD als Nachfolger Willy Brandts. 1983 trat er die Kanzlerkandidatur an und war bis 1991 Fraktionsvorsitzender der SPD. 1972-1981 und 1983-1994 war er Mitglied des Deutschen Bundestags. 2020 starb Hans-Jochen Vogel in München.
Inhalte
Eltern – Kriegszeit – Ausbildungszeit – politische Karriere trotz sozialdemokratischer Minderheit im Bayerischen Justizministerium – politische Überzeugung – Wilhelm Hoegner – Waldemar von Knoeringen – Kurt Schumacher – Aufgaben in den 1950er Jahren – Münchner Rathauspolitik unter Thomas Wimmer – Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt in München – Albert Bayerle – Hans Demeter – Alfons Hofmann – Erwin Hielscher – Werner Friedmann – Buttersack – Montgelas – Dr. Josef Müller – Willy Brandt – Hieber, Bayernpartei – Dr. Dr. Dr. Keller – Wahltag 13.03.1966 – Zweiter Bürgermeister Georg Brauchle, CSU, Zusammenarbeit – Dritter Bürgermeister Albert Bayerle, SPD – Neuorganisation des Münchner Rathauses – Toni Weiß – Herabstufung des Oberbürgermeister-Gehalts, Besoldungsstufen – Kontakt mit Franz Josef Strauß – Treffen in der Ermekeil-Kaserne, Bonn – erste Aufgaben als Oberbürgermeister – Wiederaufbau, Stadtentwicklungsplan, Wohnungsnot, Verkehrsprobleme – Wirtschaftswunder – Aufbau der Infrastruktur – Initiierung neuer Stadtviertel, Antwort auf den Wohnungsbau – Stadtrat Helmut Fischer – Hasenbergl, Perlach, Fürstenried, Lerchenauer See, Westkreuz – Pfarrer Steiner – Verkehrsentwicklung, neue Planungen – Bundesbahn – Marienplatz, Maximiliansstraße – Straßenbahn, U-Bahn – Hans Preißinger, SPD – Liebergsell, CSU – Entschluss für Schienenschnellverkehrssystem 1963/64 – Herbert Jensen Stadtbaurat in Kiel – Hitber – Hartmann – Besuch Los Angeles 1964, Stadt ohne öffentlichen Personenverkehr – Oberbürgermeisterwahl 1966 – 28.10.1965 Willy Daume, Vorschlag für Olympische Spiele 1972 – Ministerpräsident Alfons Goppel – Bewerbung in Lausanne – Gespräch mit Ludwig Erhardt im Kanzlerbungalow – Überzeugen des IOC, Spiele der kurzen Wege – Konkurrenten Wien, Montreal, Florenz – Dupont, Bürgermeister von Montreal – Haas, Handwerk, Bewerbungsausstellung – Schöbel, Repräsentant des DDR-Sports – Brundage, Verkündigung der Entscheidung pro München – Sommerspiele München und Winterspiele Sapporo als neue Chance für Verlierer des Zweiten Weltkriegs – Konzept der Olympiabauten – Oberwiesenfeld – Dr. Abreß, Stadtrat – Pöhner, Strauß, Finanzminister in Olympia-Baugesellschaft – Hauptgeschäftsführer Merz – Organisationskomitee Kunze, Reichart Johnny Klein – Zeltdach – Eiermann – Entwicklung der Gesamtkosten, Kostenanteil der Stadt München – Olympia 10-Mark-Stück – Claasen – Sicherheit, Terroranschlag am 05.09.1972 – Bild Münchens in der Welt nach den Spielen – Schwabinger Krawalle im Sommer 1962 – Schreiber, Polizeipräsident – „Aufstand der Individualität gegen die Straßenverkehrsordnung“ – Studentenproteste in München – Student Pohle – Scheuermann, Direktor der Universität – Glotz – Huber – Dr. Merk, Innenminister – Schreiber – Buchgewerbehaus – SDS, VDS, Diskussionen im Rathaus – Kade Wolf – Bayernkurier, „Innerpolitische Todfeinde der Demokratie“, Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit – APO-Aktivitäten, Auswirkungen auf die Münchner SPD – Etikett „Juso-Fresser“, Vogel: Jusos als „öffentlicher Statthalter der Kapitalherrschaft“, Anlass des Abgangs als örtlicher Parteivorsitzender – 12 Jahre keine Entscheidung gegen Vogels Stimme im Münchner Stadtrat – Zusammenarbeit mit CSU-Stadtregierung und CSU-Stadtratsfraktion – Staatsbesuche während der Oberbürgermeisterzeit, Charles de Gaulle, Königin Elisabeth, König von Afghanistan – Besuche von durch die Nationalsozialisten vertriebener Stadtbürger – Chrysanthemen-Ball – Münchner Nobelpreisträger, Mößbauer, Heisenberg, Feodor Lynen, Butenbandt – 800-Jahr-Feier, Wissenschaft und Katholizismus in München, König Ludwig I. – Entwicklung der Stadt zu Ende seiner Amtszeit als OB – die Stadt als Prozess – Entwicklung der SPD seit dem Krieg, Hoegner, Knoeringen, Volkmar Gabert, Augstein – Zentralismus – Georg von Vollmar – RAF-Attentate, Ermordung Bubacks, Goebel, Wurster, Anschlag auf Ponto, Ermordung Schleyers, von Matschitsch, Ulmer Brendle, Pieler, Entführung der „Landshut“, Helmut Schmidt – Gesetzesbestimmungen auf Grund der RAF-Attentate – Entwicklung der Jugendproteste – Stärkung der Demokratie durch Abwehr der Terrorgefahr – harte Linie bei Freipressungen, Peter Lorenz – Unterschätzung der Gefahr, Oktoberfestanschlag 1980 – Kontakte zu München in der Zeit als Bundesminister – Deutsche Einheit 1989/90, Anzeichen für „rasche Implosion“ des DDR-Regimes / Erhard Eppler bei Gedenkveranstaltung an 17. Juni am 17.06.1989, Peking, Tiananmen – Kritik am Verfahren der Eingliederung der DDR, Richard von Weizsäcker, Michail Gorbatschow, Oskar Lafontaine – Einsatz für Frauenquote als SPD-Vorsitzender – Förderung der Gleichberechtigung – Projekt „Gegen Vergessen, für Demokratie“, Aufarbeitung der Verbrechen des NS-Regimes, Konrad Adenauer, Globke, Koreakonflikt. Prof. Herbert, Daniel Goldhagen, Sandkühler – Beurteilung der Aufarbeitung aus Sicht der Bekannten aus Israel, Simon Peres, Teddy Kollek, Bürgermeister von Beer Sheva, Nauje, Golda Meir, Ben Gurion – Gewichtung Münchens bei der Beurteilung, Abwägung der entscheidendsten Jahre seiner Karriere.
Daten
Interview: Georg Schmidbauer M.A.
Kamera: Georg Schmidbauer M.A.