Zeitzeugen berichten

Winfried Pöllner Elektroingenieur, Widerstandsaktivist

Signatur
zz-1125.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
1945

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Winfried Pöllner über den Umsturzversuch der Freiheitsaktion Bayern (FAB) Ende April 1945.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Winfried Pöllner, aufgezeichnet am 06.10.2005 in München, über seine Jugend während des Zweiten Weltkriegs in München, die "Freiheitsaktion Bayern" (FAB) und seine spätere Tätigkeit bei der Bundesbahn.

Biogramm

1928 geboren, Oberschule in München, 1944 zum Luftschutz dienstverpflichtet, Bombenangriffe auf München, am 28.04.1945 Teilnahme am Umsturzversuch der Widerstandsaktion „Freiheitsaktion Bayern“, der Putsch misslang, Pöllner konnte sich retten. Nach dem Zweiten Weltkrieg für die elektrische Ausrüstung der Dieselloks bei der Bundesbahn zuständig.

Inhalte

1928 geboren, München-Giesing, Icho-Schule bis 1934, 1940 Oberschule an der Klenzestraße, ab Herbst 1944 kein Schulbetrieb mehr, Luftwaffenhelfer, Löschtruppführer Karl Wieninger, später Mitglied des Bundestags, nach dem Zweiten Weltkrieg Berufsausbildung, Schule beendet, Praktikant bei der Straßenbahn, Oskar-von-Miller-Polytechnikum, 1952 Elektroingenieur, Bahn, drei Jahre Ausbildung, Ausbesserungswerk Nürnberg, Transeuropaexpress (TEE), Bundesbahnzentralamt in München bis zur Rente 1990 - Schulzeit im „Dritten Reich“, Prügelstrafen, Einstellung der Lehrer, 28.04.1945 Wieninger: Aufforderung zur Entwaffnung des Ortsgruppenleiters, „Freiheitsaktion Bayern“ (FAB), evangelische Gemeindejugend der Himmelfahrtskirche, Pfarrer Schattenmann, Kirchenbrand nach Luftangriff, Einberufungsbefehl zur Wehrmacht bis Mai 1945 zurückgestellt, Nachmusterung im Hofbräuhaus-Festsaal Januar 1945, HJ-Heimfaller-Wiese, Singen, Exerzieren, keine Uniform, in den Ferien Kriegshilfsdienst, Landwirtschaft, Post, Telefonleitungen gelegt, Anwerbungsversuche zur Wehrmacht in der Schule - Einsatz beim Luftschutz, Melder - Mitglied in der Hitlerjugend (HJ) - Vater in der Fahrleitung der Straßenbahn, 1938 Denunziation des Vaters, Entlassung, vier Wochen Gefängnis, Wäscherei, Mietshaus, Blockhaus, 6-Röhren-Empfänger, Hören von "Feindsendern", Tote bei Luftangriffen, Goetheplatz, Haus Deutscher Adler - Auswirkungen der Bombenangriffe auf München - Das NS-Mahnmal an der Feldherrnhalle, Vater musste Hut vor "Blutfahne" ziehen, Verteilen von Einberufungsbefehlen, diese wurden in der Lebensmittelkartenstelle ausgestellt, HJ: "Heldengedenken", Filmvorführungen, Inszenierungen, Einberufung zum Volkssturm - Kriegseinsatz des Vaters, Funker, Frankreich, bei Peterhof in Russland, von Lastwagen überfahren, verletzt nach Hause gekommen, Kontakte zu Kommunisten Adele Haucke, zwei Wochen Arrest, weil russische Gefangene geflohen waren, Landesschützen, Wache stehen, Beisitzer bei Kriegsgerichtsverhandlungen, Brands, Sozialdemokrat, Buchhändler - Sturz des NS-Denkmals, 1945, Fronleichnamsprozession, Wieninger: "Schmeißen wir's runter!", Alfons Gassner, Winika - Die Lebenssituation im Krieg, Mutter musste hart in der Wäscherei arbeiten, Versorgung, Konspiration nicht möglich ohne Hilfe von außen, Nachbarschaft, Verwandtschaft - KZ-Häftlinge im Alltag, Gleisarbeiten an der Landsberger Straße, sowjetische Kriegsgefangene bei der Beseitigung von Bombenschäden in der Quirentstraße - Volkssturm, in Löschgruppen eingeteilt, Wehrerziehungslager in Dorfen, Schieß-, Gelände- und Waffenausbildung – „Freiheitsaktion Bayern“ (FAB), Versuch an Waffen zu kommen scheiterte, SS-Männer hatten nicht erkannt, dass es sich um einen Putsch handelt, April 1945, Radioaufruf von Rupprecht Gerngross, Verhalten des Polizeipräsidenten, Beteiligte versuchten sich nach dem Scheitern zu verstecken. Nachkriegszeit: Tätigkeit bei der Bahn, Praktikant bei der Münchner Straßenbahn, Hauptwerkstätte Ständlerstraße, Elektrizitätswerk Isartalstraße, Bahn: Eignungsprüfung, Ausbildung, Lokführer, Heizer, Stellwerke, Signalwerkstätte, andere Dienststellen, in Nürnberg 9 Jahre lang beschäftigt, Dampfloks, Dieselloks, TEE Transeuropaexpress, zuständig für die elektrische Ausrüstung der Dieselloks - Abhören von Auslandssendern, Empfänger in der Ecke, im Zimmer Drähte als Antenne gespannt, Luftwarnungen, BBC, russischer Sender - Verleger Olzog, Bedeutung der “Freiheitsaktion Bayern“.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
06.10.2005
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Dr. Ludwig Eiber

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.