Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Thematisches Interview der Journalistin und Historikerin Dr. Heike Bretschneider mit Hanna Vogel (geb. Wager), geführt 1993, über ihreden kommunistischen Widerstand gegen das NS-Regime und die Rolle ihres Vaters Bebo Wager (nur Ton).
Inhalte
tobre 130:
Hanna Vogel (geb. 1931), die Tochter Bebo Wagers, erzählt, dass ihr Vater ein großer Blumenliebhaber gewesen sei. Im Garten habe er in einem Glashäuschen Kakteen gezüchtet. Mit Hanna und ihrem Bruder Heinz sei er gerne in den Zoo gegangen. Sie spricht über das innige Verhältnis zwischen Vater und Tochter. In Friedberg besaß er ein Bienenhäuschen, dorthin radelte die Familie oft am Sonntag. In diesem Bienenhäuschen versteckte Bebo Wager im Krieg einige Waffen. Davon wussten die Kinder nichts. Auch von den Treffen mit den Genossen aus dem Widerstand, die als Familienausflüge getarnt wurden, ahnten die Kinder nichts. Ihre Mutter war dagegen eingeweiht. Hanna Vogel schildert ihren Vater als einen heiteren, gelassenen und ruhigen, äußerst aktiven Menschen. Obwohl die Kinder nicht getauft worden waren, nennt Hanna Vogel ihren Vater, von seiner Einstellung allem Lebendigen gegenüber, einen religiösen Menschen. Die Angst, die Lina Wager ständig um ihren Mann gehabt hatte, konnte sie vor den Kindern gut verbergen. Hanna Vogel ist sich sicher, dass der Vater oft in großer Sorge um die Familie war. Als Bebo Wager am 16. April 1942 verhaftet wurde, war seine Tochter elf Jahre alt.
Daten
Dr. Heike Bretschneider (Interview und Technik)