Zeitzeugen berichten

Axel Kaiser Sanitäter der Bundeswehr in Fürstenfeldbruck zum Zeitpunkt des Olympiaattentats 1972

Signatur
zz-1666.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
1972

Axel Kaiser schildert die Situation am Fliegerhorst Fürstenfeldbruck, als die palästinensischen Terroristen und ihre israelischen Geiseln am 05.09.1972 eintrafen.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Axel Kaiser, aufgenommen am 13.02.2016 in Dallgow, über seinen Einsatz als Sanitäter am Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck im Rahmen der Olympischen Spiele 1972, seine Erlebnisse im Zuge des Attentats auf die israelische Mannschaft am 05.09.1972, die Verarbeitung der Ereignisse und die Entwicklungen in der Terrorbekämpfung und der Terrorgefahr seit dieser Zeit.

Biogramm

Axel Kaiser wurde 1952 geboren und war während der Olympischen Spiele 1972 als Sanitäter der Bundeswehr auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck stationiert. Nachdem Terroristen am 05.09.1972 das Olympische Dorf überfallen hatten, wurde Axel Kaiser in Fürstenfeldbruck in Bereitschaft gehalten. Gegen 22 Uhr landeten dort die Terroristen mit zwei Hubschraubern und den Geiseln. Kurz darauf begann ein Schusswechsel mit der Polizei. Als ein Hubschrauber durch Schüsse eines Terroristen getroffen worden war, wurde Axel Kaiser auf das Flugfeld gesandt, um Rettungsmaßnahmen durchzuführen. Als auch er beschossen wurde, zog er sich zurück. Später gelang es ihm, einen verletzten Polizisten zu retten, konnte aber einem weiteren Polizisten, der auf dem Tower getroffen worden war, nicht mehr helfen. Heute arbeitet Axel Kaiser als Juwelier in der Nähe von Berlin.

Inhalte

Geboren 1952 – Aufgewachsen in Weiden in der Oberpfalz – Lehre als Einzelhandelskaufmann – Verpflichtung bei der Bundeswehr in Fürstenfeldbruck im Sanitätsbereich – Aufgabengebiet bei der Bundeswehr – Vorfreude auf die Olympischen Spiele 1972 – Aufgaben und Organisation der Bundeswehrsoldaten am Flugplatz Fürstenfeldbruck während der Olympischen Spielen 1972 – Thema ‚Sicherheit‘ im Vorfeld der Spiele – Keine Involvierung des Fliegerhorstes in das Sicherheitskonzept der Spiele – Atmosphäre im Stadion vor dem Attentat – Informationslage der Bundeswehr am Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck zum Attentat am 05.09.1972 – Ankunft von Polizisten am Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck – Landung der Hubschrauber mit den Terroristen und Geiseln – Schusswechsel – Befehl zur Versorgung der verletzten Geiseln – Anblick der gefesselten Geiseln im Hubschrauber – Rückzug aufgrund des Beschusses durch Terroristen – Sprengung der Hubschrauber – Warten auf gepanzerte Fahrzeuge – Aktion zur Rettung eines verletzten Polizisten – Persönliche Verarbeitung des Erlebten – Zurück im Alltag bei der Bundeswehr nach dem Attentat – Ablauf des 05.09.1972: Befehl zum Positionswechsel der Bundeswehrsoldaten des Sanitätsbereichs am Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck – Unterbringung der Bundeswehrsoldaten des Sanitätsbereichs in der Feuerwehrhalle am Flughafen – Informationslage: „verstärkter Flugbetrieb“ – Gerüchte über Geiselnahme und gegebenenfalls Ankunft der Terroristen im Hubschrauber – Bereitstellung einer Zivilmaschine der Lufthansa zum Ausfliegen der Terroristen und Geiseln – Informationslage und Aufgebot der Polizei – Landung der Hubschrauber mit Terroristen und Geiseln – Schusswechsel – Reaktion der Polizei auf Schießerei – Befehl zur Versorgung der Verletzten – Reaktion des übrigen Sanitätspersonals – Anblick der verletzten Geiseln im Innern der Hubschrauber – Verhinderung der Hilfeleistung durch Schüsse seitens der Terroristen – Flucht in die Feuerwehrhalle – Explosion der Hubschrauber – Bergungsaktion eines verletzten Polizisten – Tötung eines Polizisten durch Kopfschuss durch die Terroristen – Umgang mit der Gefahrensituation – Chaotische Lage am Fliegerhorst – Nicht-Information über das Andauern der Gefahrenlage zum Zeitpunkt der Ausführung des Hilfeleistungs-Befehls – Überforderung der Beteiligten mit der Situation – Situation am Hubschrauber vor der Explosion – Rückzug zur Feuerwehrhalle nach Beschuss durch Terroristen – Sprengung der Hubschrauber – Andauernder Beschuss nach der Sprengung der Hubschrauber – Anblick eines erschossenen Polizisten auf dem Tower – Späte Bergungsaktion eines verletzen Polizisten aufgrund der Wartezeit auf die gepanzerten Fahrzeuge – Verbringung des verletzten Polizisten ins Krankenhaus in Fürstenfeldbruck – Rückkehr in die Kaserne – Anblick der verletzten Geiseln im Hubschrauber vor der Explosion – Professionalität im Krankenhaus in Fürstenfeldbruck – Stimmung in der Kaserne am Tag nach dem Attentat – Kritik am Ablauf und der Koordination der Situation am Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck – Kritik am nicht-einsetzen der postierten Scharfschützen – Stimmung nach dem Attentat – Organisatorische Konsequenzen nach dem Attentat (Spezialeinheit GSG 9) – Fehlende psychologische Betreuung nach dem Attentat – Chaotische Situation am Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck zum Zeitpunkt des Attentats und unmittelbar danach – Geiseln waren nie außer Gefahr – Informationslage zum Zeitpunkt des Befehls zur Hilfeleistung am Hubschrauber – Beschuss der Feuerwehrhalle am Fliegerhorst durch Terroristen – Gefahrenbewusstsein vor Ort – Ehrung vom Verteidigungsminister in Bonn für den Einsatz – Verarbeitung der Ereignisse – Entwicklung der Terrorbekämpfung und Anstieg der Terrorgefahr – Persönliches Bild von Bayern – Meinung zum Umgang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern heute.

Daten

Art:
Thematisches Zeitzeugeninterview
Dauer:
0:45 h
Aufnahmedatum:
13.02.2016
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.