Im hier gezeigten Ausschnitt spricht Walther Tröger von den Zugangsbeschränkungen für Journalisten und Begleiter im Olympischen Dorf während der Olympischen Spiele 1972 in München.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Prof. Walther Tröger, geführt am 31.05.2010 im Rahmen des Projekts Olympia 1972, über seine sportpolitische Karriere und die Olympischen Spiele 1972 in München.
Biogramm
Walther Tröger, geb. 1929 in Wunsiedel, studierte von 1947 bis 1951 in Erlangen Jura und begann seine sportpolitische Karriere im Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband, in dem er von 1953 bis 1961 als Generalsekretär tätig war. Danach wechselte er als Geschäftsführer zum Nationalen Olympischen Komitee (NOK), dessen Generalsekretär er 1963 wurde. 1966-72 war Tröger Mitglied des Organisationskomitees München 1972 und amtierte 1971/72 als Bürgermeister des Olympischen Dorfs. In den Jahren 1992-2002 war Tröger NOK-Präsident. Seit 1988 war Walther Tröger im IOC Vorsitzender der Kommission „Sport für alle“ und in dieser Funktion auch für die Weltkongresse „Sport für alle“ des IOC verantwortlich. 1994 wurde er von der Universität Potsdam zum Honorarprofessor für ökonomische und juristische Aspekte internationaler Sportpolitik berufen. Walther Tröger starb 2020 in Frankfurt am Main.
Inhalte
1929 geboren in Wunsiedel – aufgewachsen in Franken und Oberbayern – Breslau – Abitur in Franken – Jurastudium in Erlangen – neben dem Studium Tätigkeit als Sportreferent an der Uni – Multisportfunktionär: Betreuung von Mannschaften und Sportlern sowie internationale Arbeit als Aufgaben – Ost-West-Konflikt im Hochschulsport: zweigeteilte internationale Repräsentation Deutschlands – später FISI (FISU): Internationaler Studentensportverband – 1964 Entscheidung zur Trennung der gesamtdeutschen Olympiamannschaft in die Mannschaften der Bundesrepublik und der DDR – steigende Leistungen der DDR-Mannschaft: Gründung des Bereiches Leistungssport im Deutschen Sportbund (DSB) und im Nationalen Olympischen Komitee (NOK) – Stiftung Deutsche Sporthilfe – Ausschluss afrikanischer Mannschaften wegen deren Apartheidspolitik: 1964 Südafrika, 1972 Rhodesien – Olympische Spiele München 1972: Proteste aus Polen und der DDR – „Bid Book“ – Internationales Olympisches Komitee (IOC) – Gründung des Organisationskomitees mit Willi Daume – Konzept: Vorrang für den Sport, aber Miteinbeziehung der gesellschaftlichen Komponente – wichtige Personen des Organisationskomitees: Willi Daume, Hans-Jochen Vogel, Hans Dietrich Genscher, Herbert Kunze, Hermann Reichart – Präsentieren des „neuen Deutschlands“: heitere Spiele als Abgrenzung von der nationalsozialistischen Vergangenheit – Olympia-Baugesellschaft – Franz Josef Strauß – Zeltdach des Olympiastadions – Finanzierung der Bauten durch Glücksspirale, Briefmarken, Olympiamünze – Olympisches Dorf: später Eigentums- und Mietwohnungen – Trennung in Männer- und Frauendorf – keine Probleme mit der DDR während der Spiele – Ausschluss der rhodesischen Mannschaft – Manfred Schreiber: Polizeipräsident von München, Sicherheitsbeauftragter, Leiter der Abteilung Sicherheit im Organisationskomitee – Sicherheitsmaßnahmen: Zäune, teilweise bewaffnete und zivile Polizei – Georg Sieber – Willi Daume: „Mister Olympia“ – visuelle Gestaltung: Otl Aicher – das Verhältnis von Sport und Politik – Ressorts des Organisationskomitees: Sport, Verkehr, Bau, Olympisches Dorf, visuelle Gestaltung, Gästebetreuung, Koordination mit dem IOC – Siegfried Perrey – Ordnungs- und Betreuungsdienst: Dr. Wolfgang Hegels – Hostessendienst – Pressechef Johnny Klein – Olympiazeitung – Werbechef Otto Haas – Werbeaktionen: Kulturprogramm, Karel Gott, Gina Lollobrigida – Stefan von Baranski – Gäste im Olympischen Dorf: Avery Brundage, Bundeskanzler, Bundesminister, Oberbürgermeister, Franz Josef Strauß – Betreuung im Dorf durch die Bundeswehr: Steward-Uniformen – Heinz Ummerer – Einrichtungen im Olympischen Dorf: kirchlicher Dienst, Kino, Mensa, Ladenstraße, Bad, Grünanlagen – Abzeichentausch – Nähe des Dorfes zu den Wettkampfstätten – Unterbringung der Extra-Offiziellen außerhalb des Dorfes – Chef de Mission und Leiter des NOK der DDR: Manfred Ewald – Verpflegung der Sportler – bayerisch-deutsche Akzentuierung der Eröffnungsfeier – Joachim Fuchsberger – visuelle Gestaltung: Sportpiktogramme, Sport- und Kunstplakate – Erinnerung an teilnehmende Sportler: Ulrike Meyfarth, Klaus Wolfermann, Janis Lusis, 4 x 100 Meter Staffel der Frauen, Heike Rosendahl – Attentat am 05.09.1972: Verhandlungen mit den Geiselnehmern – Josef Romano – Innenminister Bruno Merk – Dr. Hans-Jochen Vogel – mehrmalige Verlängerung des Ultimatums – Verbringung der Terroristen und Geiseln zum Flugplatz Fürstenfeldbruck – Informationen über die Geschehnisse in Fürstenfeldbruck nur per Telefon und Fernsehen – Diskussionen über den Abbruch der Spiele – Gedenkstätte – afrikanischer Boxer – Schwarzmarkt für Akkreditierungen – Empfänge im Olympiadorf: Avery Brundage, Sammy Drechsel, Horst Jüssen, Achim Striezel, Jahn Wienerwald, Gerd Käfer – Doping: Alois Schloder – Organisation des Trainings – Ernst Knoesel – Schlussfeier – Abstimmung der Organisation mit Vertretern anderer Länder – Neuheiten: Einbeziehung kultureller Aktivitäten, Betreuungsprogramm, Miteinbeziehung anderer NOKs – Handbuch zur Organisation olympischer Spiele – Fazit: München 1972 als Wendepunkt in der Durchführung olympischer Spiele – zunehmende Kommerzialisierung der Spiele – Juan Antonio Samaranch – Sportfunktionäre mussten zu Managern mit hohen Funktionskompetenzen werden – nach 1972: Generalsekretär, Chef de Mission, Sportdirektor im IOC, Präsident des NOK – erfolglose Bewerbungen als Austragungsort: Berlin, Leipzig, Berchtesgaden – Veränderung der Spiele durch die Medialisierung – 2006 Fusion von DSB und NOK zum Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) – positive Reaktionen auf die Ausrichtung der Spiele in München – Aktion „Paukenschlag“ – Werbereisen in andere Länder – Stein als Geschenk des Bürgermeisters von Olympia – Zugreise nach Venedig: Martin Lauer, Roberto Blanco – August Everding – 1972 viel mehr männliche als weibliche Sportler, 2010 in Vancouver Verhältnis 1:1 – Jaques Rogge – Olga Korbut – Gründung der Sporthilfe – Franz Schranz – Spiele 1972 anders als 1936: keine Staatsorganisation, sondern freie Organisation im Interesse des Sports – Gerhard Stöck – Gisela Mauermayer.
Daten
Interview: Georg Schmidbauer M.A.
Kamera: Georg Schmidbauer M.A.