Zeitzeugen berichten

Emmy von Miller Förderin der Una Sancta-Bewegung

Signatur
tobre-099.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Dr. Heike Bretschneider)
Referenzjahr
1940

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Emmy von Miller, wie sie 1940 zur Una Sancta-Bewegung stieß und in Meitingen auf den Generalleiter des dortigen Christkönigs-Instituts Dr. Max Josef Metzger (Bruder Paulus) stieß.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview der Journalistin und HIstorikerin Dr. Heike Bretschneider mit Emmy von Miller, geführt 1983 in Pöcking, über die Anfänge und die Entwicklung der Una Sancta-Bewegung seit Ende der 1930er-Jahre (nur Ton).

Biogramm

Emmy von Miller wurde 1903 als Emmy Roßmann in München geboren. 1927 heiratete sie Rudolf Rupert von Miller, mit dem sie fünf Kinder hatte. Ab 1939/40 engagierte sie sich in der ökumenischen Una-Sancta-Bewegung, die in Opposition zur NS-Diktatur stand. In ihrem Münchner Haus fanden zahlreiche geheime Treffen der Una Sancta statt. 2001 verstarb Emmy von Miller in Starnberg.

GND: GND: 117042757

Inhalte

tobre 099:

Zu der ersten ökumenischen „Una Sancta“-Tagung fuhr Emmy von Miller mit Maria Bornstedt 1940 nach Meitingen. Sie schildert das Treffen und die eindrucksvolle Persönlichkeit Dr. Max Josef Metzgers (Bruder Paulus Engelhardt).

Spätere Zusammenkünfte der „Una Sancta“ fanden auch in der großen Wohnung von Emmy und Rudolf von Miller in München statt. Unter den Teilnehmern waren manchmal auch Michael Schmaus und Pater Alfred Delp. Zu diesem Kreis gehörte auch Prälat Michael Höck, der Schriftleiter der Münchner Katholischen Kirchenzeitung. 1940 wurde die Kirchenzeitung verboten und Michael Höck verhaftet, 1941 kam er ins KZ Dachau, seine Zelle lag neben der von Pfarrer Martin Niemöller. Elsbeth Niemöller, die während der Gefangenschaft ihres Mannes bei Freunden am Starnberger See wohnte, schmuggelte bei Besuchen geweihte Hostien für Michael Höck ins KZ.

Schwester Gertrudis (Martha Reimann), die Oberin des Christ-Königsgesellschaft, überbrachte der Münchner Una Sancta Gruppe die Nachricht von der Hinrichtung Pfarrer Max Josef Metzgers.

Kardinal Faulhaber war von der Una Sancta Bewegung informiert und erlaubte, vor allem in den Sakristeien Gottesdienste zu halten. Emmy von Miller spricht über die Una Sancta Bewegung nach 1945, die Hoffnungen während des 2. Vatikanums und die internationalen Beziehungen.


tobre 100:

Emmy von Miller spricht über die ersten Zusammenkünfte der „Una Sancta“ bei Maria Bornstedt in Gauting und ihr selbst in München. In der Krypta von St. Benno feierten sie ökumenische Gottesdienste. Sie berichtet über einen Gottesdienst, den Metzger und sie ganz allein gefeiert haben.

Sie berichtet von Schwierigkeiten Max Josef Metzgers mit Erzbischof Gröber. Die ersten Treffen der „Una Sancta“ fanden nach dem Krieg im Hause Miller statt, auch der Judaistik-Professor Pinchas Lapide war später dabei. Dieser erzählte von seinem Besuch im Auftrag Ben Gurions, um sich beim Patriarchen von Venedig für die Rettung von 20.000 jüdischen Kindern zu bedanken. Jener öffnete Jahre später als Papst Johannes XXIII. Pinchas Lapide die Archive und dieser schrieb das Buch „Rom und die Juden“. Emmy von Miller spricht über die Freundschaft mit Pinchas Lapide.

Daten

Art:
Thematisches Interview (nur Ton)
Dauer:
ca. 0,5 h
Aufnahmedatum:
28.04.2026
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Dr. Heike Bretschneider (Interview und Technik)