Zeitzeugen berichten

Peter Bizer Journalist und Buchautor; berichtete 1972 von den Olympischen Spielen in München

Signatur
zz-2091.02
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Dr. Michael Bauer)
Referenzjahr
1972

Peter Bizer beschreibt den hohen Stellenwert der Kultur bei den Olympischen Spielen in München 1972, das Gestaltungs- und Farbkonzept sowie die gelungene Eröffnungsfeier der Spiele am 26.08.1972.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Journalistisches Zeitzeugeninterview mit Peter Bizer, geführt am 18.09.2021 in Hamburg, über seine erste Berührung mit den Olympischen Spielen in seiner Kindheit, seine journalistische Laufbahn, die deutsche Berichterstattung über Olympia 1972, den Vorbildcharakter und das innovative Konzept der Olympischen Spiele in München, die Eröffnungsfeier, seinen Arbeitsalltag während der Spiele, das Attentat auf das israelische Team am 5. September 1972 sowie über den Wandel der Olympischen Spiele. 

Biogramm

Geboren wurde Peter Bizer 1942 in Wien, wuchs jedoch auf der Schwäbischen Alb auf. Der gelernte Verlagskaufmann entschied sich 1961 für den Journalismus und damit für die Südwest Presse in Ulm. Von dort führte ihn seine berufliche Karriere vom Textchef der Sportpresse-Agentur Sven Simon in München 1975 zum STERN in Hamburg, wo er als Ressortleiter Sport und ab 1982 als Korrespondent des Magazins in Moskau arbeitete. 1986 wurde Peter Bizer Chefredakteur des neu gegründeten Magazins SPORTS und veröffentlichte zahlreiche Bücher, auch über Fußballstars wie Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer. Er war seit 1968 bei zwölf Sommer- und Winterspielen dabei – als Journalist, Sprecher der deutschen Olympiamannschaft oder zuletzt als Hospitality-Manager für Olympia-Sponsoren.

Inhalte

Geboren 1942 in Wien – Herkunft und berufliche Tätigkeit der Eltern – Erste Berührung mit Olympia in der Kindheit – Erster Kontakt mit Zeitungen und Journalismus während der Schulzeit – Beginn der journalistischen Karriere bei der „Heidenheimer Volksstimme“ (Baden-Württemberg) – Kontakte zu Sven Simon (Inhaber einer Fotoagentur) – Organisation eines Fußballspiels mit Profifußballern wenige Jahre vor den Olympischen Spielen 1972 (Ziel: Spendensammlung für die Olympiabewerbung) – Verlauf der journalistischen Karriere ab Olympia 1972 – Zahlreiche Auslandsaufenthalte – Vorbereitungen und Organisation der Medienlandschaft hinsichtlich der Olympischen Spiele 1972 – Berichterstattung während der Olympischen Spiele 1972 – Charakterisierung des NOK-Pressechefs Hans "Johnny" Klein – Nord-Süd-Gefälle bei der Berichterstattung über Olympia 1972: Kritik vor allem in der norddeutschen Presse – Einschätzung des Zeltdachs auf dem Olympiagelände – Medienkritik und allgemeine Befürchtungen vor den Spielen – Geschickte, nachhaltige Finanzierung der Spiele – Rolle des Fernsehens zu Beginn der 1970er-Jahre – Fernsehberichterstattung über die Olympischen Spiele 1972 – Selbstständige journalistische Tätigkeit ab 1971 – Kontakt zur „olympischen Szene“ – Gründung des Deutschen Olympia Hörfunk- und Fernsehzentrums (DOZ) – Erstmaliger Einsatz eines Computerprogramms – Optimale Bedingungen für Journalisten bei Olympia 1972 – Symbiose von Sport und Kultur – Positive Eindrücke von der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 1972 – Vorbildcharakter der Spiele 1972 – Besondere Atmosphäre in München und Bayern – Expansion der Spiele seit 1972 in vielerlei Hinsicht – Horst Dassler und die Rechte an den Olympischen Ringen – Idee der kurzen Wege bei den Spielen 1972 – Verzicht auf Uniformen, um einen Kontrapunkt zu den von den Nationalsozialisten inszenierten Olympischen Spielen von 1936 zu setzen – Warnungen des Polizeipsychologen Dr. Georg Siebert vor einem Terroranschlag – Politische Rahmenbedingungen 1972 – Stimmung nach dem palästinensischen Attentat auf das israelische Team am 5. September 1972 – Journalistischer Alltag während Olympia 1972 – Münchner Nachtleben in den 1970er-Jahren – Lebensgefühl damals vs. heute – Kontakte zu DDR-Sportlern bei den Olympischen Spielen in Montreal 1976 – Kaum Thematisierung von Doping – Erinnerung an das Attentat vom 5. September 1972: Verabredung mit dem israelischen Läufer Shaul Landany am Morgen des 5. September 1972, kein Einlass in das olympische Dorf aufgrund des Attentats, Beobachtung des Geschehens, Pannen bei der Polizeiarbeit, Warten auf Informationen, mangelhafte Informationspolitik – Entscheidung für die Fortsetzung der Spiele – Großer Einfluss des IOC auf die Olympiastädte heutzutage – Typisch deutsches Phänomen: Überhöhung der Olympischen Idee – Kommerzialisierung der Spiele und Abhängigkeit von Sponsoren heute – Professionalisierung der Olympischen Spiele – Verlust der Internationalität als Alleinstellungsmerkmal – Sport als Showgeschäft.

Daten

Art:
Journalistisches Zeitzeugeninterview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
18.09.2021
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Dr. Michael Bauer

Kamera: Thomas Rothneiger