Martin Kern schildert die Mentalitätsunterschiede verschiedener Dörfer im südlichen Oberbayern und beschreibt die anfängliche Skepsis seiner Nachbarn, als er mit seiner Familie nach Peretshofen zog.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Martin Kern, geführt am 03.06.2025 in Peretshofen bei Dietramszell, über seine Kindheit in Münsing, das Leben in München, die Entscheidung für ein Familienleben im dörflichen Peretshofen, das Ankommen als Zugezogener in dieser Dorfgemeinschaft, das Aufwachsen seiner Kinder auf dem Land, Mobilität im ländlichen Raum sowie sein soziales Netzwerk zwischen München und Peretshofen.
Biogramm
Geboren 1980 in Wolfratshausen, verheiratet, drei Kinder.
Aufgewachsen ist Martin Kern in Münsing im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Nach dem Abitur in Geretsried leistete er seinen Zivildienst in Wolfratshausen, bevor er zum Studium der Fächer Politikwissenschaften und Volkswirtschaftslehre nach Regensburg zog. Während des Studiums absolvierte er ein Auslandssemester in Mailand sowie ein Berufspraktikum im englischen Bristol. Auch im Anschluss ans Studium lebte Kern mit seiner heutigen Ehefrau in größeren Städten – für etwa sechs Jahre in München sowie ein Jahr in Nürnberg. Kurz vor der Geburt des zweiten Kindes kehrten sie der Großstadt den Rücken und zogen 2013 wieder in die Region südlich von München, wo beide selbst aufgewachsen sind. Zehn Jahre lang wohnte die Familie im dörflichen Gelting, bevor sie 2023 zunächst nach Geretsried und wenig später nach Peretshofen, Gemeinde Dietramszell zog.
Martin Kern arbeitet im Bereich der Wissenschaftskommunikation. Er ist Redakteur am Deutschen Jugendinstitut und unterstützt mit seiner Kommunikations-Agentur simpliSCI Forschungsinstitute bei der öffentlichen Darstellung ihrer Arbeit. Zwei Tage in der Woche ist er im Büro in München, drei Tage arbeitet er im Homeoffice.
Bis heute prägen beide Welten – die ländliche Umgebung des Dorfes und die nahe Großstadt – Martin Kerns Leben, sowohl beruflich als auch privat. Er und seine Familie schätzen die Natur, die Bodenständigkeit und die Traditionen des Landlebens ebenso wie die kulturelle Offenheit und berufliche Vielfalt der nahen Metropole.
Inhalte
Geboren 1980 – Vormittag im ländlichen Peretshofen – Aufwachsen in Münsing und Vergleich zu Peretshofen – Kindheit und Jugend auf dem Land – München-Besuche während seiner Jugend – Stadtleben nach dem Zivildienst – Heutiges Leben zwischen Dorf und Stadt – Entscheidung gegen den Umzug in einen Münchner Vorort – Entscheidung für den Umzug aus München aufs Land ohne direkten S-Bahn-Anschluss – Begrenzte Krippenplätze in München als Entscheidungskriterium – Unterschiedliche Mentalitäten in südoberbayerischen Dörfern – Anfangsskepsis der neuen Nachbarn in Peretshofen – Kennenlernen der Nachbarn – Zusammenhalt als notwendige Grundlage gelebter Nachbarschaft – Leerstand als Herausforderung für die Dorfgemeinschaft – Junge Generation im Dorf – Entscheidung zugunsten der familiären Zukunft auf dem Land – Ausgrenzung auf dem Land – Politisches und ehrenamtliches Engagement – Jugend in München und Besuch von Dorffesten – Nachbarschaft und Freundeskreis in München – Soziales Netzwerk auf dem Land – Aufwachsen der Kinder auf dem Dorf – Wohnen in der Kleinstadt Gelting – Vorteile des Dorflebens – Schulweg der Kinder – Autofahren und Kindertransport – Arbeitsleben als Redakteur zwischen Büro in München und Homeoffice in Peretshofen – Besuch von Freunden in Peretshofen – Vergleich des Dorflebens in Peretshofen, Gelting und Münsing – Charakteristika der Dorfgemeinde in Münsing – Burschenverein in Münsing und Peretshofen – Tradition und Weltoffenheit auf dem Dorf – Stammtischkultur in Peretshofen – Teilhabe an der Dorfgemeinschaft – Außenwahrnehmung durch die Nachbarn – Vereinbarkeit von Patriotismus und einem Ja zu Europa – Besuch der Kirchweih – Wahlerfolge der AfD – Konservatismus versus Chauvinismus – Stadt-Land-Konflikt – Plädoyer für mehr wechselseitiges Verständnis von Stadt- und Landbevölkerung – Ländliche Infrastrukturvor dem HIntergrund einer alternden Gesellschaft – Wunsch, in die Stadt zu ziehen – Vorliebe für das Leben in Regensburg.
Daten
Interview: Thomas Grasberger M.A.
Kamera: Thomas Rothneiger