Zeitzeugen berichten

Zbiginew Kolakowski Drechsler, KZ-Überlebender, Zwangsarbeiter

Signatur
zz-0947.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
1945

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Zbginiew Kolakowski, wie er durch einen glücklichen Zufall der Hinrichtung im KZ Flossenbürg entging.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Zbiginew Kolakowski, aufgezeichnet am 26.06.1999 in Flossenbürg, über seine Deportation aus Warschau, seine Erlebnisse als Zwangsarbeiter, das Konzentrationslager Flossenbürg, die Überstellung nach Regensburg, den Todesmarsch 1945 und seine Rückkehr nach Polen.

Biogramm

1925 in Bromberg geboren, 1939 nach Warschau umgesiedelt, Klempnerlehre, 1944 Zwangsarbeit in Pruszków, im Februar 1945 ins KZ Flossenbürg deportiert, Todesmarsch nach Lebenau überlebt, nach Kriegsende kurzzeitig für die US-Militärregierung tätig, dann Rückkehr zu seinen Eltern ins zerstörte Warschau, Arbeit als Drechsler, Abitur nachgeholt, Wirtschaftsstudium. Zbginiew Kolakowski starb 2016.

Inhalte

1925 in Bydgoszcz (dt.: Bromberg) geboren, kurz vor Kriegsausbruch 1939 nach Warschau umgesiedelt, Vater auf Befehl von General Toma aktiv am Widerstand gegen die 5. deutsche Kolonne in Gydgoszcz beteiligt, 1. September 1939 deutsche Flugzeuge, Bomben auf Kierbedz-Brücke, Stadtteil Praga, Berufsschule und Klempnerausbildung in der Werkstatt des Vaters, wegen deutscher Besatzung Besuch des Gymnasiums nicht möglich, Warschauer Aufstand, Besuch der Technikerschule nicht mehr möglich, deutsches Bombardement, russische Panzer, die nicht eingriffen, Deutsche deportierten Warschauer nach Pruszków, über das Lager dort wurden die Warschauer zur Zwangsarbeit oder ins Konzentrationslager deportiert, Ankunft in Pruszków am 1. September 1944, Güterwaggons, 60 Personen in einem Wagen, schlimme Zustände während des Transports, Geisteskranker, Konzentrationslager Sachsenhausen, Ankunft im Lager, Abgabe der Wertsachen, Entkleidung, Kontrolle, geschoren, Bad, Baracke Nr. 53, Speisesaal in der Mitte, Bettenverteilung, Nummern, Kapos, Schläge, Boxer schlug zurück, Exerzieren, nach drei Tagen zu Fuß nach Hainke, Flugzeugfabrik, zwei Wochen Quarantäne, Eisenbahnwerkstätte, zunächst als Schlosser, brutaler Meister, dann Schweißer, Meister Weber, guter Mensch, Ausbesserungsarbeiten, Weiße Uferstraße, Dresden, Einzäunung, selbstständige Arbeit - in Warschau, mit Glasscherben deutsche Autos am Fahren gehindert - Versuch der Sabotage, die Schweißarbeiten sollten behindert werden, Schlauch, Brenner, Lager von Drechselbänken und Fräsmaschinen zerstört, Maschinen aus Pruszków, Arbeiter aus dem KZ Groß-Rosen, Kapo Otto, Dolmetscher Marian Kasprzak, kooperierte mit den Deutschen, Saboteure wurden erschossen, danach aus Angst nicht mehr sabotiert, Wladislaw Lubawy, Kapo, verhielt sich wie Betreuer, war in verschiedenen KZs, erschlug einen anderen Kapo, dafür wurde Lubawy am 22.02.1945 hingerichtet, Luftangriff auf Dresden am 12./13.02.1945, Phosphorbomben, Löscharbeiten, dafür höhere Lebensmittelration, Pakete, Briefe, Intellektuelle und Nikotinabhängige gingen zuerst zu Grunde, Kalorien, Zigarettendieb mit Bierkästen erschlagen, Häftlinge für Urlaub erschossen, nach dem Luftangriff ins KZ Flossenbürg gebracht - Luftangriff auf Dresden, drei Staffeln, Lancaster-Bomber - am 22.02.1945 Abtransport aus Dresden-Freital, in anderem Waggon Fluchtversuch in einer Kurve, alle umgebracht, Ankunft in Flossenbürg, Steinbruch, Baracke Nr. 17, täglich Tote in der Baracke, Kapos, Schnaps, keine Arbeit in Flossenbürg, warten, Selektionen, inhaftierte Niederländer brachten Nachricht von der Front, polnische Soldaten, 18.03.1945 Holz am Krematorium abgeladen, Leichen gestapelt, Deutscher mit Motorrad, das nicht ansprang, Anschieben geholfen, schickte ihn nicht zurück sondern zum Blockältesten, Appell, Arbeitseinteilung, Waschraum, Prügel und Schikanen, zur Arbeit nach Regensburg gebracht, deutsche Zivilisten auf der Flucht, Schlafsaal im Restaurant "Colosseum", immer mehr starben, Arbeit an Eisenbahnschienen, Pausen bei Fliegeralarm, Bombenangriff auf Eisenbahnbrücke, Bergung von Verschütteten, Munitionszug explodierte, Brücke nicht beschädigt, Versorgung der verwundeten Häftlinge, 22./23.04.1945 Marsch über die Steinerne Brücke in Regensburg, Sprengung, brutales Vorgehen der SS, deutsche Zivilisten ließen Brot und Zigaretten für die Häftlinge liegen, Hunde, auf dem Todesmarsch Knochen gegessen, Essen auf dem Marsch - wegen Versteckens einer Schüssel bewusstlos geschlagen, anderer SS-Mann gab K. Brot und Streichkäse, danach in der Küche Kartoffeln geschält - Todesmarsch, Exekutionen, Wagen geschoben, von 720 Menschen in Regensburg kamen nur 50 in Lebenau bei Laufen an, über Straubing, Landshut, Neumarkt, Altötting, Burghausen, Tittmoning, Kirchheim, Kirchanschöring, Laufen, Lebenau, immer der letzte wurde erschossen, Flüchtender von Hunden zerfleischt, belgischer Arzt beim Getreidediebstahl erwischt, aufgehängt und erschlagen zugleich, nach der Nachricht von Hitlers Tod Häftlinge freigelassen, nicht mehr weitergelaufen, Frau nahm K. zu sich nach Hause, Kohle gegen Durchfall, Suppe, Militärpolizist, Gefängnis in Lebenau, medizinische Versorgung für Häftlinge, keine Wachen, neue Kleidung, Bett mit weißen Laken, "Welt in Ordnung", Kriegsende, amerikanische Soldaten, Ärzte und Journalisten, im Bad beinahe ertrunken, drei Monate Krankenhaus in Freilassing, blonde Krankenschwester, Berchtesgaden, Reichenhall, Ayring, Anwerbung bei der amerikanischen Militärpolizei, um nicht ins kommunistische Polen zurückkehren zu müssen, trotzdem zurückgekehrt, zuvor mit Frau Wujec nach ihrer Tochter in München und Augsburg gesucht, Transport nach Polen, in Prag russische Kontrolle von Amerikanern verhindert, Dziedzice Transport an polnisches Heimkehrerbüro übergeben, Geld und Fahrkarte erhalten, Papiere, im Zug erstmals polnische Zigarette Mewa geraucht, Ankunft im zerstörten Warschau, Wiedersehen mit den Eltern, Heimkehr, Großvater in Bydgoszcz gestorben, zu spät zur Beerdigung gekommen, dort einige Zeit geblieben, Arbeit in Warschau als Drechsler, Probleme mit dem Lernen, 2 Jahre Militärdienst, dort wieder zurecht gefunden, Abitur, Wirtschaftsstudium, eigene Gefühlskälte, Lubawy erschien im Schlaf, Notizen, Erlaubnis für Nachforschungen in Dresden, Arbeit im Archiv.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
2:20 h
Aufnahmedatum:
26.06.1999
Sprache:
polnisch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A. (+ Dolmetscher ?)

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.