Zeitzeugen berichten

František Wretzl KZ-Überlebender, Zwangsarbeiter

Signatur
zz-0744.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
1944

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Frantisek Wretzl über die Ankunft und Selektion im KZ Flossenbürg sowie die schlechte Bekleidung im Winter.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Frantisek Wretzl, geführt am 26.07.2002 in Flossenbürg, über die Gefangenschaft in den Konzentrationslagern Flossenbürg und Lengenfeld.

Biogramm

František Wretzl wurde 1919 in Prag geboren. Nach Abschluss einer Ausbildung an der Handelsakademie arbeitete er in der Firma einer jüdischen Familie. Von 1939 bis 1944 war er bei einer Pfadfinderorganisation aktiv und nach dem deutschen Einmarsch an Widerstandsaktionen beteiligt. 1944 wurde Wretzl verhaftet, verhört und gefoltert. Die Namen seiner am Widerstand beteiligten Kameraden gab er nicht preis. Ende September 1944 wurde er ins KZ Flossenbürg deportiert, wo er bei der Produktion der V-Waffen im Außenlager Lengenfeld eingesetzt wurde. Nach der Räumung des Lagers durch die SS konnte er im April 1945 fliehen. Er gelangte nach Prag, wo er kurz vor Kriegsende am Aufstand gegen die deutschen Besatzer beteiligt war. Nach dem Krieg studierte er und arbeitete an einem Forschungsinstitut. František Wretzl starb 2013.

Inhalte

1919 in Prag geboren, Arbeit als Zoll-Deklarant bei einer internationalen Spedition, Pfadfinder, nach der deutschen Besatzung 1939 weitergearbeitet, 1944 Verhaftung durch die Gestapo, Gefängnis Pangraz, Festung Terezin, September 1944 Transport ins KZ Flossenbürg, Oktober 1944 Transport nach Lengenfeld/Vogtland bei Plauen, Fabrik für V1 und V2, Luftangriff auf Fabrik beendet den Arbeitseinsatz, Evakuierung nach Flossenbürg, Todesmarsch, Wehrmachtssoldat hilft bei der Flucht, erneut gefangen, Befreiung - Ankunft in Flossenbürg, Bahn, zu Fuß in Ketten ins Lager marschiert, Deutsche, Tschechen, Polen, Lagerkleidung, Quarantäne, drei Mann in einem Bett, tagsüber Baracken geschlossen, Größe des Lagers, Kapo, Deutscher mit Gummiknüppel brüllt herum, schlägt aber keinen, Selektion für Transport, Farbe auf der Brust, schlechte Kleidung im Winter, Arbeit in Lengenfeld, tschechische und holländische Arbeiter, deutsche Vorarbeiter verhalten sich gut, zusätzliches Brot, SS selten da, Arbeit an verschiedenen Maschinen: Bohren, Drehen, Fräsen, hinter Maschine eingeschlafen, von SS-Mann mit Peitsche geweckt, Fluchtversuch eines Polen scheitert, wird erschossen, in Flossenbürg Fluchtversuch zweier Russen durchs Klofenster, werden wieder eingefangen und totgeprügelt, nach der angekündigten Evakuierung aus Lengenfeld, eigener Fluchtversuch, Hitlerjugend und Volkssturm sucht die Entlaufenen, Leute am Ende der Kolonne werden erschossen, Marsch nach Flossenbürg, Verpflegung, SS-Mann fordert W. zum Durchhalten auf, Produktion von Raketenteilen, SS-Mann wird erschossen, weil er Häftling Brot gab, Todesmarsch, Kloster, Luftangriff auf Todesmarsch, tote Häftlinge und SS-Männer, Wehrmachtssoldat schickt die Kolonne auf die Flucht in den Wald, von SS gefasst, konfuse Situation, wohin mit den Häftlingen, Zivros, Gestapo, bis Pilsen marschiert, vor Kriegsende versteckt, Brigaden, bei Firma gemeldet Mai 1945, Juli 1945 Pfadfinderlager, psychische Folgen, Kameradschaft unter den tschechischen Häftlingen, Polen in Lengenfeld fertigt Kreuze für Brot, schwierig für Raucher entweder Zigaretten oder Brot, Pole besorgt Lebkuchen für kranken Freund Lada, junger Tscheche auf dem Todesmarsch fordert SS-Mann auf erschossen zu werden, Appell in Lengenfeld, Franzose mit Läusen, Pfadfinderorganisation in der Protektoratszeit.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:00 h
Aufnahmedatum:
26.07.2002
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.