Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Dr. Walter Treibel über die Mitgliedervorteile beim DAV und die Nutzung, Sanierung und Finanzierung von Alpenvereinshütten.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Thematisches Zeitzeugeninterview mit Dr. Walter Treibel, aufgenommen am 22.06.2016 in München, über die Geschichte, die Organisation und das Selbstverständnis des Deutschen Alpenvereins (DAV), den Stellenwert des Naturschutzes im DAV, das Konfliktpotenzial zwischen den Tourismusverbänden und dem DAV, die Zusammenarbeit des DAV mit Verbänden im In- und Ausland, den Einfluss des DAV auf seine Kernbereiche, die Sektion Oberland und die Herausforderung der Instandhaltung der Alpenvereinshütten und Wege.
Biogramm
Dr. med. Walter Treibel, geb. am 06.11.1955, ist niedergelassener Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin in München. Er war Gründungsmitglied und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin. Seit 30 Jahren ist Walter Treibel als Allroundalpinist in den Gebirgen der Welt unterwegs, dabei konnte er unter anderem die Besteigung der Seven Summits und von drei Achttausendern für sich verbuchen. Zusätzlich ist er aktiver Hochtouren- und Skihochtourenführer sowie 1. Vorsitzender der DAV-Sektion Oberland. Zu seinen weiteren Erfahrungen zählen mehrfache Einsätze als Expeditionsarzt, verschiedene bergmedizinische Studien, zahlreiche Veröffentlichungen, Erste-Hilfe-Kurse sowie alpine Vorträge.
Inhalte
Geboren 1955 – Entwicklung der Mitgliederstruktur und des Angebots des Deutschen Alpenvereins (DAV) seit der Gründung 1869 – Wandel im Leitbild des DAVs seit 1869 – Tätigkeitsfelder des Alpenvereins – „Der Alpinismus ist ein Baum mit sehr, sehr vielen Ästen.“ – Konfliktpotential: Naturschutz und Alpinskifahren – Nutzung von vorhandenen Skipisten – Der DAV als Naturschutzverband: gleichzeitiges Vertreten der Natur und der Sportler – Selbstverständnis des DAV – Information und Schulung der Mitglieder in Natur- und Umweltschutzthemen – Sanierungsmaßnahmen an den Berghütten und Wegpflege durch den DAV – Aufgaben der einzelnen Sektionen – Pflege der Klettersteige im Gebirge und der Kletteranlagen – Vorteile der Kletteranlagen im Vergleich zum Gebirge – Zusammenarbeit mit den Tourismusverbänden vor Ort – Konflikte zwischen dem DAV und den Tourismusverbänden bzgl. des Naturschutzgedankens – Zunahme schneefreier Winter und Liftgebiete – Tradition der kulturellen und geographischen Forschungstätigkeit des DAV – Kulturelle Forschung durch Gebrüder Schlagintweit – Ausstellungen und Publikationen – Verbandsstruktur und Mitgliederzahlen des DAV – Fünftgrößter Sportverband im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) – Entwicklung der Stellung des DAV im Sportbund – Meinung des DAV zur Olympiavergabe nach München – Finanzierung des DAV – Mitgliederbeiträge – Selbständigkeit der einzelnen Sektionen/Vereine – DAV als Zusammenschluss von über 350 Sektionen – Aufgaben der Sektionen – Mitgliederstruktur – Angebote für unterschiedliche Altersgruppen – Zentrale Werte des DAV: Eigenverantwortlichkeit, Respekt, Freiheit – Ehemaliger Leitsatz: „Bergsteigen ist mehr als Sport“ – Gemeinschaft – Mentaler Sport – Wandel in der persönlichen Einstellung zum Bergsteigen: Abenteuer, Sport und geistige Beschäftigung – Wettkampfgedanke – Erdung und Besinnung auf das Wesentliche beim Klettern – Die Rolle der Ausrüstungstechnik – Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Berchtesgaden – Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden allgemein – Spannungen mit Naturschutzverbänden aufgrund der Zweigleisigkeit des DAV: Mensch und Natur – Neutralitätsverpflichtung – DAV als Meinungsbildner in seinen Kernbereichen – Zusammenarbeit mit Sportverbänden im Bereich des Radsports, des Flugsports, des Wassersports – Entwicklung von Trendsportarten zu Massenphänomenen – Unterschiede bei der Naturbelastung innerhalb der Sportarten – Problem der Naturbelastung im Wintersport – Kritik an der Zerstörung von Naturschutzgebieten aus wirtschaftlichem Interesse – Auswirkungen des Klimawandels – Vorteile von Wander- und Skitouren im Vergleich zur Nutzung vorgegebener Wege und Pisten – Vorgehen des DAV gegen die Erschließung am Sudelfeld – Gründe für das Ablehnen der Erschließung am Sudelfeld – Eintreten für die Interessen der Alpen, des Alpenvereins und der Bergsteiger – Unterschiedliche Interessen zwischen den Tourismusverbänden und dem DAV – „Sanfter Tourismus“ – Interessen der Tourismusmanager und Bürgermeister – Vernetzung mit Alpenvereinen im Ausland – Deutschsprachige Alpenvereine: Austausch mit österreichischem Alpenverein, Südtiroler Alpenverein – Zusammenarbeit mit internationalen Verbänden – Zusammenarbeiten auf Sektionsebene – Sektion Oberland, Geschäftsstelle in München – Angebote der Sektion Oberland – Zusammenschlüsse von Ortsgruppen zu bestimmtem Interessensgebiet – Gemeinschaftsgedanke – Erfolgsmodell: Zusammenarbeit der Alpenvereinssektion München und Oberland – Mitgliederzahlen – Preisfindung für Mitgliederbeitrag – Mitgliedervorteile beim DAV – Unterscheidung in bewirtschaftete, öffentliche Alpenvereinshütten und Selbstversorgerhütten – Finanzieller Aufwand der Betreuung der Hütten – Lage der Hütten – Versorgung und Instandsetzung der Hütten durch Freiwillige – Persönliches Bild von Bayern – Wohlfühlfaktor in Bayern im Vergleich zum Rest der Welt – Wünschenswert: Globaleres Denken vom Stammtisch bis zur Politik, mehr Toleranz, mehr Kommunikation – Meinung zum Umgang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern heute.
Daten
Interview: Georg Schmidbauer M.A.
Kamera: Georg Schmidbauer M.A.