Albert Theis erläutert die große Angst der Häftlinge, die SS könnte das KZ Dachau kurz vor dessen Befreiung durch die Amerikaner noch vernichten, um die Spuren ihrer Verbrechen zu verwischen. Heinrich Himmler hatte angeordnet, dass kein Häftling dem Feind lebend in die Hände fallen dürfe. Doch die US-Truppen waren schneller. Ihr Einmarsch am 29.04.1945 verhinderte die mörderischen Pläne. Albert Theis beschreibt, wie er den Tag der Befreiung erlebte.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview, geführt am 23.09.1996 in München, über die deutsche Besetzung und den Widerstand in Luxemburg, seinen Einsatz als Soldat im Zweiten Weltkrieg sowie seine Verhaftung und Internierung im KZ Dachau.
Biogramm
Albert Theis war vor dem Zweiten Weltkrieg Anwärter für den Luxemburger Staatsdienst und Mitglied der Luxemburger Freiwilligenkompanie. Nach der deutschen Besetzung musste er in der Wehrmacht dienen. Im März 1942 weigerte er sich, den Eid auf den "Führer" Adolf Hitler abzulegen. Daraufhin wurde er in das Konzentrationslager Dachau eingeliefert, wo er bis Kriegsende inhaftiert war und in verschiedenen Kommandos Zwangsarbeit verrichten musste. Nach dem Krieg trat er wieder in den Dienst der luxemburgischen Armee ein. Albert Theis war Vizepräsident des Internationalen Dachau-Komitees. 2009 ist Albert Theis in Luxemburg verstorben.
Inhalte
Elternhaus in Luxemburg – Die Luxemburgische Freiwilligenkompanie, junge Leute, Sport, Bewachung des großherzoglichen Palais und der Botschaften, Dienst an der Grenze, Wasserbillig, Straßensperren, deutscher Einmarsch am 10.05.1940, Laufbahnmöglichkeiten, wenn der Krieg nicht gekommen wäre, deutsche Militärverwaltung, Übernahme durch Gauleiter, Eindeutschungen, Zwänge, Verhaftungen, Ausschaltung der Presse – Der Widerstand in Luxemburg, passiver Widerstand, Kriegsgefangene nach Frankreich geschmuggelt, Juden über die Grenze gebracht, Maquis, Befragung bei Volkszählung, "letzeburgisch", Umsiedlungen nach Schlesien, Sippenhaft für Wehrdienstverweigerung, Einführung der Wehrpflicht, Generalstreik am 10.09.1942, Verhaftungen, Sondergerichte, Lager Hinzert, Struthof, Dachau – 15.05.1939 Freiwilligenkompanie, 04.12.1940 Verlegung nach Weimar zur Umschulung, Reserve-Polizeibataillon, Deutschunterricht, politischer Unterricht, Aufteilung, in Köln, Absperrungen bei Blindgängern Mai 1942, Abschiedsgesuch, Partisaneneinsatz in Slowenien, Kranj (Krainburg)Sympathie mit der slowenischen Bevölkerung, Abberufen, unter Polizeibewachung in Innsbruck, Obergruppenführer Rösner, Himmler, Kloster, Ansprache, Eid auf den "Führer" gefordert, abgelehnt, Polizei-Gefängnis in Innsbruck, Transport über die Autobahn nach Dachau – Einlieferung ins KZ Dachau, Baracke der politischen Abteilung, Mittagsappell, Tausende Kahlköpfe, Haare nicht geschoren, Steckbrief, Stuhl mit Nadel beim Fotografieren, Schutzhaft-Befehl, Kriminalkommissar Kick, Schubraum, Wertsachen und Kleidung abgegeben, Ganzkörperrasur, Desinfektion, nicht passende Lagerkleidung, Holzschuhe, Stube für Luxemburger, Block 11 Stube 4, Quarantäne – Die Luxemburger im Lager, Spanienkämpfer, Geistliche, Intellektueller – Im Arbeitskommando der SS-Bekleidungslager, Züge entladen, jedwedes Material, Vorteil: man konnte Dinge "organisieren", Margarine, Marmelade – Die Struktur des Lagers, innere Verwaltung durch die Häftlinge, Lagerältester, Blockälteste, SS, Lagerkapo, Dominanz der Kommunisten, Personalbüro, Arbeitseinsatz, Kapos, Arbeitskommandos - Zusammenhalt der Nationalitäten, Hilfe für Franzosen, Sprachkenntnisse, Sprachprobleme innerhalb des Lagers, alter Franzose schneuzt sich in die Hand, schwindende Hoffnung auf Entlassung – Der Alltag in Dachau, Kommando SS-Bekleidungslager, Typhus, Quarantäne, Udo sorgt nach und nach für die Versetzung der Luxemburger in bessere Kommandos, Verpflegungslager, SS-Küche, Revier – Das Arbeitskommando Wäschelager, Ausstattung der Blöcke, Wäsche für SS, geheiztes Gebäude, Meldung zur Lagerfeuerwehr, Block 4 Stube 4, geräumige Stube, Übungen am Sonntag, Einsatz: Brandbombe im Schubraum, Brandwachen, Befreiung vom Appell, Wäscherei und Wäschelager, Fritz Burghart, Gustl Gattinger in der Elektrizitätswerkstatt, Radioempfänger besorgt, BBC-London gehört, Radio Dora, Information über den Kriegsverlauf, Belieferung des Lagers mit Seife, wöchentliche Fahrten nach München, Schleifen der Rasiermesser, Widmann am Stachus, unterschiedliches Verhalten der Leute, Zigaretten geschenkt bekommen, Butterbrot, Zutritt zum Luftschutzraum beim Luisen-Gymnasium wurde verweigert, auf Landstraße gehalten neben Flakstellung, unter den LKW gekrochen, Bombensplitter, wachsende Zerstörung Münchens, Hoffnung auf Kriegsende, Außenkommandos: Allach, BMW, Augsburg, Messerschmitt, Landsberg – SS-Heilkräuterplantage: Pfarrer, schreckliches Kommando, Tote – Charakter der SS-Leute: Kommandoführer, Werner – Strafsystem, Bunker, Strafestehen vor dem Jourhaus, entflohene Häftlinge, Schild "Ich bin wieder hier!", Erschießungen – Freiräume im Lager, hin- und herspazieren auf der Lagerstraße, Lagerbibliothek, Kurt Schumacher, Theateraufführungen, Filmvorführungen im Bad, Fußballspiele, Pakete von Zuhause, Meisterschaft, Luxemburger dominieren, Spiel gegen SS geplant – Lagerbordell – Selektionen – Bedeutung der Gaskammer, Baracke X, Gaskammer nicht in Betrieb, Krematorium, Weg dorthin nicht direkt durch das Lager, Registrierung im Jourhaus, Malariaversuche Prof. Schillings, Rascher, Moral und Kameradschaft – SS-Straflager, Blick aus dem Wäschelager, Strafexerzieren mit dem Spaten, SS und Polizei, Dirlewanger – Die Veränderungen ab 1943, Tod durch Arbeit, Verbesserungen, Pakete, Kommandant Weiß – Erschießung sowjetischer Kriegsgefangener im Herbst 1944, Hauptscharführer Werner, schreckliche Situation durch Überbelegung, schlechtere Rationen, Hygiene – Vorbereitungen für das Kriegsende, Geheimorganisation, General Garris, Versuch, Todesmärsche zu verhindern, Plan zur Evakuierung des Lagers in die Ötztaler Alpen, Himmler-Befehl, dass kein Häftling dem Feind lebend in die Hände fallen dürfe – Befreiung: weiße Fahnen an den Türmen, Verbrennung der Papiere durch SS, Jeep, Journalistin Margret Higgins, Freudentränen, getötete SS-Wachen, Züge mit Leichen im SS-Lager, kein Widerstand im Lager, in Baracke im SS-Lager verlegt, Desinfektion mit DDT, Besuch des Gemahls der Großherzogin Prinz Felix, Widerstand in Luxemburg, Bevölkerungsverluste – Neubeginn in Luxemburg, Hauptmann Jacobi, allgemeine Wehrpflicht für Luxemburg, Stelle als Schatzmeister der Luxemburger Armee, 1968 wird die Armee aufgelöst, frühe Rente – Geschichte des Internationalen Dachau-Komitees, Vizepräsident, Treffen zum Jahrestag der Befreiung, 19.04.1945, Oskar Müller, anfangs kommunistische Ausrichtung, Statuten 1958, 1964 Präsident Dr. Gerris, Kontakte zur Bayerischen Regierung, Staatsminister Hundhammer, Einrichtung der KZ-Gedenkstätte, Stiftungsgründung, Präsident der Stiftung, Luxemburger Dachau-Vereinigung, nationaler Widerstandsrat Luxemburgs – Folgen der KZ-Haft, politische Aufklärung, Bekämpfung von Antisemitismus und Rassismus, Aufklärung der nachwachsenden Generationen – Luxemburger während des "Dritten Reichs", Mitglied der französischen Ehrenlegion, Bayerischer Verdienstorden, Stoiber, Lobinger, Häger.
Daten
Interview: Georg Schmidbauer M.A.
Kamera: Georg Schmidbauer M.A.