Zeitzeugen berichten

Dr. Vladimir Feierabend KZ-Überlebender

Signatur
zz-0916.02
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
1942

Dr. Vladimir Feierabend berichtet im hier gezeigten Ausschnitt von der Deportation seiner Familie durch die Gestapo in das KZ Theresienstadt aufgrund der Beteiligung des Onkels an der tschechischen Exilregierung (Juli 1942).

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Dr. Vladimir Feierabend, geführt am 28.04.2000, über seine Internierung im KZ Dachau.

Biogramm

Vladimir Feierabend wurde 1924 in Prag geboren. Aufgrund der Beteiligung seines Onkels Ladislav Feierabend an der tschechischen Exilregierung wurde die gesamte Familie Feierabend nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich 1942 in Sippenhaft genommen und in das Gestapo-Gefängnis „Kleine Festung Theresienstadt“ eingeliefert. Anschließend kamen Vladimir Freitag, sein Vater, ein weiterer Onkel und sein Großvater ins KZ Dachau. Seine Mutter und seine Tante wurden ins KZ Ravensbrück eingeliefert. Es gelang ihnen, untereinander Kontakt zu halten und die Lagerzeit zu überleben. Sein Großvater starb wenige Tage nach der Befreiung 1945. Nach der Befreiung und der Rückkehr nach Prag studierte Vladimir Feierabend Medizin und wurde Arzt. Ab 1990 war er Vorsitzender der tschechischen Lagergemeinschaft und Mitglied im Exekutivkomitee des Comité International de Dachau (CID). 2020 verstarb Vladimir Feierabend in Prag.

Inhalte

Onkel Ladislav Feierabend: Protektorats-Agrarminister Böhmen und Mähren, Minister der tschechischen Exilregierung in London (1940-1945) – Jugendzeit und Real-Gymnasium in Prag – 16.03.1939 Protektorat Böhmen und Mähren – Attentat auf Reinhard Heydrich am 27.05.1942 – Verhaftung durch die Gestapo am 01.07.1942 – Deportation ins Gestapo-Gefängnis Kleine Festung Theresienstadt – Ankunft im KZ Dachau: Effektenkammer, Zugangsblock – Invalidentransport – „Arbeit macht frei“ – Lagerstraße, Appellplatz – Lagerhierarchie – Arbeitskommando, Blockschreiber in der politischen Abteilung – Januar 1943 Bauchtyphus: Revier, Häftlingskrankenbau (HKB) – Flecktyphusepidemie: Krematorium, Waldfriedhof – Lageralltag – Lagerselbstverwaltung: Häftlingsleitung – Information von außen, Kriegsverlauf – Solidarität – Strafen: Bunker – kulturelle Betätigung: Lagerbibliothek Theater, Vorträge – Plantage – KZ-Bordell – Familienzusammenhalt: Vater und Großvater ebenfalls im Lager – geplante Gaskammer im KZ Dachau – Plantage – KZ-Außenlager Kaufering – Evakuierungstransporte – Befreiung des KZ Dachau am 29.04.1945, weiße Fahnen auf dem Jourhaus – Quarantäne – Repatriierung – Wichtige beschriebene Personen (Auswahl): Ladislav Feierabend – Eduard Benesch – Reinhard Heydrich – Rudolf Kalmar – Johann Kick, Gestapo-Kriminalsekretär – Häftlingsarzt Dr. Franzisek Blaha – SS-Oberscharführer Turke – Arthur Lang, Mithäftling – Martin Weiß, Lagerkommandant.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
2:00 h
Aufnahmedatum:
28.04.2000
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.