Zeitzeugen berichten

Prof. Dr. Theodor Maunz Jurist; Politiker (CSU); Staatsminister

Signatur
zz-0300.02
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg
Referenzjahr
1948

Theodor Maunz spricht über das beim Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee diskutierte Problem der Rechtsnachfolge bzw. Rechtsidentität im Grundgesetz.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Prof. Dr. Theodor Maunz, geführt am 19.07.1988 über den Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee.

Biogramm

1901 in Dachau geboren, Studium in München, 1927-1935 und 1946-52 in der bayerischen und badischen Inneren Verwaltung, 1932-1962 Professur an der Universität Freiburg/Breisgau für Staats- und Verwaltungsrecht bzw. Öffentliches Recht, 1933 Mitglied der SA. Maunz trug mit seinen juristischen Abhandlungen zur Legitimation der NS-Diktatur bei. 1948 Teilnahme am Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee als Mitglied der badischen Delegation, 1951/52 Mitglied des provisorischen Ministerrats des Südweststaates (späteres Land Baden-Württemberg), 1952-1969 Professur an der Ludwig-Maximilians-Universität München für Öffentliches Recht, insbesondere Deutsches und Bayerisches Staats- und Verwaltungsrecht, 1957-1964 Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus (wegen Bekanntwerdens seiner NS-Vergangenheit zurückgetreten), 1960/61 Präsident der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder, 1993 in München verstorben.

GND: 118579193

Inhalte

Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee (1948), dürftiger Raum, ungezwungene Gespräche möglich, angemessene Unterbringung, Klausur, föderalistische Ziele, Gliederung des heutigen Landes Baden-Württemberg, drei Länder, Bestrebungen Nord- und Südbaden wieder zu vereinen, ebenso Württemberg, Problem der Rechtsnachfolge des Deutschen Reichs, Rechtsnachfolgetheorie, Hans Nawiasky, Lehren der Weimarer Verfassung, Stellung des Präsidenten, Stärkung des Kanzlers, konstruktives Misstrauensvotum, Ausschuss für Gesetzgebung, Einschränkung der Gesetzgebung des Bundes, Länderstaatlichkeit vorhanden, Übertragung von Hoheitsrechten auf den Bund, Abstimmung des Bayerischen Landtags gegen das Grundgesetz, Scheitern der gesamtdeutschen Ministerpräsidentenkonferenz in München, Provisorium wird zur Dauereinrichtung, Carlo Schmid (SPD), Wilhelm Hoegner (SPD), Ministerpräsident Hans Ehard (CSU), Vorsprung Bayerns durch Nawiaskys Vorentwurf, ausgewogene Verhandlungen, gleichberechtigte Atmosphäre, Gremium von Sachverständigen, Schritt zur Bildung der Bundesrepublik Deutschland, territoriale Neugestaltung des Landes Baden, Artikel im Grundgesetz über Volksabstimmung in den drei südwestdeutschen Ländern: Baden, Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
0:21 h
Aufnahmedatum:
19.07.1988
Sprache:
deutsch