Zeitzeugen berichten

Dr. Isabel Mühlfenzl Journalistin (bis 1992 BR-Wirtschaftsredakteurin)

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zz-1852.01
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Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Dr. Isabel Mühlfenzl über das Eintreffen der Flüchtlinge in Bayern nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und deren Integration, die Entwicklung Bayerns vom Agrar- zum Industriestaat, die wirtschaftlichen Erfolge Bayerns, sowie über die Anpassungsfähigkeit Bayerns an aktuelle politische Gegebenheiten.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Dr. Isabel Mühlfenzl, aufgenommen am 05.05.2018 in Seefeld, über ihre Studienzeit, ihre berufliche Tätigkeit beim Bayerischen Rundfunk, ihre Begegnungen mit bedeutenden Persönlichkeiten der Zeitgeschichte, die großen wirtschaftlichen Entwicklungen während der letzten 50 Jahre, Bayern als Marke, die besonderen Merkmale Bayerns und den „Mythos Bayern“.

Biogramm

Isabel Mühlfenzl wurde 1927 in Frontenhausen geboren. Nach ihrer Promotion 1959 im Fachbereich Volkswirtschaftslehre arbeitete sie in den Jahren 1961 bis 1964 im Wirtschaftsfunk des Bayerischen Rundfunks. 1964 heiratete sie Rudolf Mühlfenzl, den späteren Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens. Von 1964 bis 1970 produzierte sie zahlreiche Dokumentationen über wirtschaftswissenschaftliche und weltpolitische Themen in Hörfunk und Fernsehen. Von 1970 bis 1992 war Dr. Isabel Mühlfenzl Wirtschaftsredakteurin im Fernsehen und moderierte die Sendungen "Telekolleg Volkswirtschaft", "Plusminus", "ABC der Wirtschaft", "Profile" und "Blickpunkt Wirtschaft". In dieser Zeit lernte sie führende Wirtschaftstheoretiker kennen. Ab 1970 übernahm sie eine Lehrtätigkeit an den Universitäten Rochester, New York und Stanford. 2022 verstarb Isabel Mühlfenzl in München.

Inhalte

Kindheit und Jugendzeit in Niederbayern – Studium der Wirtschaftswissenschaften – Anstellung beim Bayerischen Rundfunk – Mangelnde Akzeptanz von Frauen in der Wirtschaftsredaktion – Erfolg durch eine Korrespondentenstelle in Genf – Produktion von Auslandsreportagen – 1964 Begegnungen mit Politikern auf dem Weltwirtschaftsgipfel – Gespräche mit Che Guevara – Berufliche Reisen um die ganze Welt – Kontaktaufnahme mit berühmten Wirtschaftswissenschaftlern – Interview mit Milton Friedman – Begegnung mit der Theorie des Monetarismus –Verständliches Vermitteln komplexer Wirtschaftstheorien als Ziel der Berichterstattung – Bedeutung des persönlichen Kontakts bei der Beschaffung von Informationen – Begegnung mit Ludwig Erhard – Heirat mit Rudolf Mühlfenzl – BR-interne Versetzung zum Fernsehen – Entwicklung einer eigenen Fernsehdramaturgie – Schwerpunkt der Berichterstattung aus den USA – Kontakte zu US-Präsident Ronald Reagan – Teilnahme an wirtschaftlichen Beratungsgesprächen von Ronald Reagan und Margaret Thatcher – Wandel des Journalismus zwischen den 1960er- und 1990er-Jahren – Computerarbeit  – Einfluss der CSU auf den Bayerischen Rundfunk – Resümee zu den letzten 50 Jahren Wirtschaftsgeschichte – Unterschiedliche Formen von Moralvorstellungen in den einzelnen Teilen der Welt – Ursachen für die Spaltung der US-amerikanischen Gesellschaft in der heutigen Zeit – Umwandlung der Leistungs- in eine Anspruchsgesellschaft – Bayerisches Beharren auf einer traditionellen Ausrichtung – Persönliches Bild von Bayern – Bayern als Marke – Bestandteile des bayerischen Markenkerns – Zukünftig zu erwartende Wandlung der Wirtschaftssysteme – Langfristige Umsetzung der nächsten Entwicklungsschritte in Bayern – Besonderheiten in der Entwicklung Bayerns vom Agrar- zum Industriestaat nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – Heutige Bedeutung der Landwirtschaft in Bayern – Anteil von Natur- und Denkmalschutz an der „Marke Bayern“ – Problematik des so genannten Flächenfraßes – Zugehörigkeit der CSU zur „Marke Bayern“ – Tradition des Derbleckens auf dem Nockherberg – Verknüpfung Bayerns mit einem Mythos – Beitrag von Klischees zum „Mythos Bayern“ – Herausbildung eines bayerischen Nationalgefühls – Stellenwert von Kunst und Kultur – Notwendigkeit der Zusammenarbeit Bayerns mit anderen Nationen – Bayern als Einwanderungsland – Auswirkungen der Globalisierung auf die „Marke Bayern“ – Kritik an der Selbstüberschätzung Bayerns – Liberalität und Freiheitlichkeit als Grundpfeiler Bayerns – Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements in Bayern – Besonderheiten der emotionalen Beziehung der Bayern zu ihrer Heimat – Spannungsfelder in Bayern – Alleinstellungsmerkmale Bayerns – Enge Zusammenarbeit mit der Europäischen Gemeinschaft als Grundlage für ein erfolgreiches Bayern in der Zukunft.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
05.05.2018
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.