Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Prof. Hubert Weiger über den verantwortungslosen Umgang mit dem bayerischen Boden, die Schmähung der Europäischen Union durch die bayerische Politik, die europäischen Leitlinien hinsichtlich des Naturschutzes sowie über sein Zugehörigkeitsgefühl zu Bayern.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Prof. Hubert Weiger, aufgenommen am 28.06.2018 in München, über seine ersten Berührungen mit dem Naturschutz, sein Engagement für den Bund Naturschutz, die Entwicklung des Bundes Naturschutz in den 1970er- und 1980er-Jahren, die Erfolge und Niederlagen des Bundes, die Sensibilisierung der Bevölkerung für Themen des Naturschutzes, Bayern als Marke, die Bedeutung der Landwirtschaft in Bayern, den „Mythos Bayern“, sowie über die Dominanz Oberbayerns in der Außenwahrnehmung Bayerns.
Biogramm
Hubert Weiger wurde 1947 in Kaufbeuren geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1967 bis 1971 Forstwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der ETH Zürich mit einem Abschluss als Diplom-Forstwirt. Ab 1974 gehörte Hubert Weiger dem Landesvorstand des Bundes Naturschutz an und war 1975 Gründungsmitglied des „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.“ (BUND). Zwischen 1973 und 1992 war er Beauftragter für Nordbayern des Bund Naturschutz in Bayern e. V. und danach bis 2002 Landesbeauftragter des Bund Naturschutz. Von 2002 bis 2018 war er 1. Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern mit Sitz in Nürnberg. Zwischen 1975 und 2008 war er Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des BUND und Sprecher des „Arbeitskreises Landwirtschaft“. 2007-2019 war er Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland.
Inhalte
Kindheit in Irsee bei Kaufbeuren und Glöttweng nahe Günzburg – Frühe Berührung mit der Natur durch den Beruf des Vaters als Förster – Schulischer Ausbildungsweg – Studium der Forstwissenschaft in München und Zürich – Deutschlandweit erstmalige Ableistung des Zivildiensts im Bereich des Umweltschutzes beim Bund Naturschutz – 1973 Entschluss auch nach dem Referendariat beim Bund Naturschutz zu arbeiten – Bekanntheitsgrad des Bundes zu Beginn der 1970er-Jahre – Entstehung von neuen Kreisgruppen des Bundes Naturschutz – Entwicklung genauer Positionen zu infrastrukturellen Fragen – Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit – Engagement bei der Rettung des Nürnberger Reichswaldes –Neue Herausforderungen für den Bund Naturschutz während der 1970er-Jahre – Widerstand gegen den Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals zu Anfang der 1980er-Jahre – Erfolge bei der Verhinderung des Baus des geplanten Kohlekraftwerks „Franken 3“ – Konflikte des Bund Naturschutz mit dem bayerischen Umweltministerium während der Diskussionen um den Bau der WAA Wackersdorf – Verhältnis des Bundes zu Staat und Politik – Bedeutung finanzieller Unabhängigkeit für den Bund – Pionierleistungen auf dem Gebiet des Verständnisses für die Funktionen des Waldes durch Hans Eisenmann – Umweltpolitische Herausforderungen während der 1990er-Jahre – Idee eines europaweiten Naturschutzprojektes – Nutzung von Volksbegehren und Volksentscheiden durch den Bund Naturschutz – Der Wald als Rohstoffquelle – Vereinbarkeit von wirtschaftlichen Zielen mit dem Naturschutz als zukunftsorientiertes Projekt – Leitideen und Funktionen des Bund Naturschutz in Deutschland – Weitsichtiger Umgang mit Ressourcen zur Sicherung der Lebensgrundlage kommender Generationen – Persönliches Bild von Bayern – Entfremdungstendenzen der Stadtbevölkerung gegenüber der Landschaft und Natur – Kulturlandschaften als Vertreter des Prinzips der Vielfalt in der Einheit – Die „Marke Bayern“ – Bedeutung der Vorreiterrolle Bayerns in vielen Bereichen Deutschlands – Zugehörigkeit des Landschafts- und Denkmalschutzes zur „Marke Bayern“ – Heimatbewusstsein der Bayern – Bedeutung der Landwirtschaft für die Identität Bayerns – Stellenwert der direkten Demokratie in der bayerischen Gesellschaft – Der „Mythos Bayern“ – Dominanz oberbayerischer Klischees in der Außenwahrnehmung Bayerns – Erfolge der Integrationsbemühungen in Bayern – Die bayerische Vielfalt in der Außenwahrnehmung Bayerns – Anteil der CSU an der „Marke Bayern“ – Besonderheiten des politischen Aschermittwochs – Liberalität und Freiheitlichkeit als Teil des „Mythos Bayern“ – Bedeutungsebenen des Begriffs Freistaat Bayern – Kritik an der zunehmenden Zerstörung des Bodens – Persönliches Zugehörigkeitsgefühl zu Bayern.
Daten
Interview: Georg Schmidbauer M.A.
Kamera: Georg Schmidbauer M.A.