Zeitzeugen berichten

Suzana Perl KZ-Überlebende, Zwangsarbeiterin

Signatur
zz-0518.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
1944

Im hier gezeigten Ausschnitt spricht Suzanna Perl über Unterbringung und Ernährung während ihrer Internierung im KZ Auschwitz (Spätsommer 1944).

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Suzanna Perl, geführt am 03.10.1998.

Biogramm

Suzana Perl wurde 1921 in Rumänien geboren und kam im Oktober 1944 über Auschwitz in das Arbeitslager Nürnberg, einem Nebenlager des KZ Flossenbürg. Dort war sie als Zwangsarbeiterin für Siemens tätig. Im März 1945 wurde Frau Perl in das Außenlager Holleischen überstellt, wo sie die Befreiung erlebte.

Inhalte

1921 in Großwardein (Oradea) geboren, Wurstfabrik, Geschäft, ruhiges Leben in der Stadt, Schule, Sprachunterricht, Sport, bis 1944, dann 4 Wochen im Ghetto, Deportation nach Auschwitz-Birkenau im Viehwaggon, 3 Tage ohne Wasser, viele sterben beim Transport, Rampe in Auschwitz, Doktor Mengele, Selektion, Alte, Frauen und kleine Kinder gehen ins Krematorium, Entkleidung, Dusche, Haare schneiden, Einkleidung, Baracke, Betten ohne Decken, 6 Personen in einem Bett, schreckliche Suppe, Appellplatz, 12.10.1944 Transport nach Nürnberg, Zimmer mit Stuhl, Tisch und Bett, Zünder hergestellt für die Siemens-Werke, gute Zivilarbeiterin, Hilde Heck, steckt ihr Essen zu, will sie bei den Eltern verstecken, P. lehnt wegen der Schwester ab, andere Zivilarbeiterin "Miezi" denunziert Heck, Zünder sabotiert, Brom im Essen soll die Leute ruhig stellen, Arbeitsalltag: aufstehen um 6, Appell, Arbeit, bei Siemens gute Arbeit, andere Frauen mussten in der Fliegerfabrik arbeiten, Arbeit an der Werkbank, Hilde Heck war die Aufseherin, Frau in Uniform, mit ihr zum Essen holen gegangen, einmal hat diese P. mit nach Hause genommen, P. konnte ein Bad nehmen, wurde mit Essen, Kaffee und Butterbroten versorgt, Schwester auch in Nürnberg, Selektion in Auschwitz für Transport nach Nürnberg am 02.10.1944, Mutter starb in Auschwitz, Unterbringung in Nürnberg: kleine Zimmer mit 6 oder 8 Tischen, Waschraum, besseres Essen, Arbeitslager, Lagerälteste war auch Jüdin, Baracke in der Katzwangerstraße, keine Bestrafungen in Nürnberg, dort bis zum 09.03.1945, nach Holleischen gebracht, großes Lager, Frühling, 05.05.1945 Befreiung durch die Amerikaner, Bewachung im Außenlager Holleischen, nur Wehrmacht, keine SS, Kartoffeln, Äpfel, zu Essen, keine Informationen über die Front, Lagerkommandant verliebte sich in Lagerälteste, schöne Frau, ignoriert den Befehl die Lagerinsassen zu töten, Befreiung: noch 6 Wochen im Lager geblieben, Rückkehr nach Rumänien, Eltern umgekommen, Bruder war zur Arbeit in Ungarn, in Großwardein bis 1946 geblieben, Heirat, Geburt des Sohnes Thomas, Mann war Offizier, deswegen Umzug nach Klausenburg (Cluj-Napoca), dort 48 gewohnt, Nürnberg: Bombardierungen, Luftschutzkeller, Zerstörung von Nürnberg, Fabrik wurde nicht zerstört, 1969 2.000 Mark für die Arbeit in Deutschland bekommen, in Nürnberg Gruppe junger jüdischer Frauen, Lehrerin aus Klausenburg gibt Deutschunterricht, Vorteil wenn man Deutsch konnte, Gespräche gingen oft über das Essen, viele Leute wurden aus Vitaminmangel krank, Ärztin im Lager, wurde nach dem Krieg eingesperrt, Kranke in Nürnberg blieben ruhig im Zimmer, in Nürnberg keine Angst, kein Krematorium, keine Probleme, Hilfe von Frau Heck, zusätzliches Essen bekommen, freundliche Frau, stiftete P. zur Sabotage an, in der Fabrik war keine Wehrmacht, Wachen waren außerhalb, den Krieg zusammen mit der Schwester überlebt, Erinnerung an schreckliche Zeit, Schwester war mit ihrem Sohn in Auschwitz zu Besuch, P. lehnt einen Besuch dort ab, keine Hassgefühle, Gespräche mit den Kindern über das Erlebte, Sohn weigert sich Deutsch zu lernen.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
0:30 h
Aufnahmedatum:
03.10.1998
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.