Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Dr. Franz Leibl über die natürlichen Einflussgrößen auf den Nationalpark Bayerischer Wald.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Dr. Franz Leibl, aufgenommen am 03.05.2016 in Grafenau, über seinen Werdegang, die Idee zur Einrichtung des Nationalparks Bayerischer Wald in den 1960er-Jahren, die Gegner und Förderer, die Grundphilosophie des Nationalparks, die Mitarbeiter und Aufgaben der Nationalparkverwaltung, die Geographie des Nationalparks, die Entwicklung der Besucherzahlen und die wirtschaftlichen Auswirkungen in der Region, die Projekte und Netzwerke des Nationalparks und das Verhältnis zwischen Bayern und Tschechien.
Biogramm
Franz Leibl, geboren 1957, wuchs in der Nähe von Straubing auf. Er studierte an der Universität Regensburg Biologie. Nach dem Studium promovierte er in Regensburg über Biodiversität auf Windwurfflächen im Nationalpark Bayerischer Wald. Anschließend wurde er bei der Regierung der Oberpfalz angestellt, bevor er 1998 Leiter der höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Niederbayern in Landshut wurde. Seit 1998 ist Franz Leibl Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern. 2007 erhielt er die Verdienstmedaille des Landesbunds für Vogelschutz. Von 2011 bis 2023 war er Leiter der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald.
Inhalte
Geboren 1957 – Herkunft aus Straubing – Studium der Biologie und Chemie in Regensburg – Arbeitsstelle bei der höheren Naturschutzbehörde, Regierungsbezirk Oberpfalz – Wechsel nach Landshut, Regierung von Niederbayern – Leiter der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald seit 2011 – Überlegungen zur Zukunft der Region in den 1960er-Jahren – Idee zum Nationalpark von Hubert Weinzierl (damaliger Naturschutzbeauftragter der Regierung von Niederbayern, später BUND-Vorsitzender) – Bernhard Grzimek (populärer Naturschützer) – Reaktionen auf die Nationalpark-Idee – Gegner der Nationalpark-Idee und der Nationalparkerweiterung – Grundphilosophie eines Nationalparkprojekts: „Natur Natur sein lassen“ – Zusätzliche Intentionen hinter der Gründung des Nationalparks Bayerischer Wald in den 1970er-Jahren – Geographie des Nationalparks – Berufsgruppen der Nationalparkverwaltung – Zonierung im Nationalpark – Wald-Typen im Nationalpark – Besonderheiten des Nationalparks im Bereich der Säugetiere und Pflanzen – Wölfe im Landschaftsgehege des Nationalparks – Kontroverse um den Luchs – Entwicklung der Besucherzahlen des Nationalparks – Unterscheidung der „Naturschutzzone“ und „Randzone“ – Dr. Hans Eisenmann als politischer Mentor und Gründervater des Nationalparks – Entscheidung gegen die Aufarbeitung des Windwurfs in der Naturzone 1983 – Nachbar-Nationalparks: Bayerischer Wald (Deutschland) und Šumava (Tschechien) – Zeichen des ehemaligen Eisernen Vorhangs im länderübergreifenden Nationalpark – Höhen und Tiefen der Zusammenarbeit zwischen dem Nationalpark Šumava und dem Nationalpark Bayerischer Wald – Monitoring-Projekte (Langzeituntersuchung) – „Wir haben eine Natur ohne Grenze“ – Kerngedanke des „Prozessschutzes“ – Einflussgrößen auf den Nationalpark (Windwurfereignisse, Borkenkäfer) – Veränderungen des Nationalparks durch natürliche Einflüsse – Unterschied zwischen Nationalpark-Wald und Wirtschafts-Wald – Nationalparkerweiterung 1997 – Gegner der Nationalparkerweiterung 1997 – Umgang mit hohem Borkenkäferbefall 1997 – Bildungsangebote für den Tourismus im Nationalpark – Besucherumfrage (Gründe für den Nationalparkbesuch) – Stichwort „Besucherlenkung“ (Lösung des Problems: Besucherzahl und Schutz der Natur) – Aufgaben der „Nationalpark-Wacht“ – Aufgaben der „Ranger“ – Umweltbildungseinrichtungen – Auswirkungen des Klimawandels auf den Nationalpark – Veränderung des Wasserhaushalts – Vernetzung mit Forschungsinstituten – Zusammenarbeit mit Betrieben und Einrichtungen innerhalb der Region – Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen – Konstantes Besucherinteresse – Anstieg der „Sehnsucht nach ursprünglicher Natur“ – Ergebnisse der Umweltbewusstseinsstudie der Bundesregierung – Gründe für geringes Engagement der Bevölkerung im Umweltschutz – Verständnis seitens der Politik für Nationalpark-Idee – Dreiklang der Aufgabenfelder des Nationalparks – Medieninteresse am Nationalpark – Nationalpark als staatliche Einrichtung – Aufgabe der nächsten Jahre im Nationalpark: Erweiterung der Naturzone – Naturzonenkonzept – Unterstützergruppen und Gegner in der Nationalparkregion – Einfluss des Nationalparks auf die Wirtschaft der Region – Künstler im Nationalpark (Glasarche am Fuß des Lusen) – Zusammenspiel: Globalisierung und Naturschutz – Austausch mit dem Nationalpark Berchtesgaden – Diskussion um Borkenkäferbekämpfung Mitte der 1990er-Jahre – Erkenntnisse der Forschung – Auswirkungen des „sauren Regens“ – Erfolge der „Luftreinhalte-Politik“ – Nationalpark: „Funktion eines Lernortes“ – Partnerschaften mit örtlichen Schulen – Besucherstruktur im Nationalpark Bayerischer Wald – Charakter des Zusammenlebens zwischen Bayern und Tschechien – Stellung von Luchs, Wolf und Bär im Nationalpark – „Luchs-Führungen“ – Projekt „Natur – Mensch – Technik“ – Persönliches Bild von Bayern – „Liberalitas Bavariae“ – Naturzerstörung durch Siedlungs- und Infrastrukturpolitik sowie moderne Landwirtschaft – Meinung zum Umgang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern heute.
Daten
Interview: Georg Schmidbauer M.A.
Kamera: Georg Schmidbauer M.A.