Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Winfried Lernet über die Vorteile der Automatisierung des Warenversandes bei der Firma Quelle, die Adressdatenbank als Herzstück des Unternehmens sowie über die Daten, die dort gespeichert wurden.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Winfried Lernet, aufgenommen am 11.07.2017 in Schnaittach, über seinen Einstieg in die EDV-Abteilung der Firma Quelle im Jahr 1975, seinen Werdegang im Bereich der Datenverarbeitung, den Aufbau und die Weiterentwicklung des Quelle-Rechenzentrums, die Veränderungen innerhalb des Konzerns durch die Fusion mit der Firma Karstadt, das schrittweise Ende des Konzerns sowie über sein persönliches Bild von Bayern.
Biogramm
Winfried Lernet wurde 1952 geboren. Nach der Mittleren Reife erlernte er den Beruf des Bankkaufmanns. Aufgrund seines Interesses an der Elektronischen Datenverarbeitung bewarb er sich für den EDV-Bereich im Versandunternehmen Quelle. 1975 trat Winfried Lernet in das Unternehmen ein und betreute den damaligen EDV-Bereich im Bereich Ablaufplanung. Die IBM-Anlage steuerte dabei den Warenstrom sowie den Bestellvorgang und war das Herz des Versandhauses. Winfried Lernet erarbeitete als Gruppenleiter der EDV im Lauf der Zeit neue Programme, um die warenwirtschaftlichen Ablaufsysteme am Laufen zu halten. Durch diese umfangreiche Technologisierung konnten die immer größer werdenden Bestellmengen bewältigt werden. Nach dem Ende des Unternehmens 2009 wandte sich Winfried Lernet ganz neuen Arbeitsbereichen zu und arbeitete als Klangtherapeut.
Inhalte
Geboren 1952 – Schulische Laufbahn – Ausbildung zum Bankkaufmann – Beginn der Tätigkeit in der EDV-Abteilung der Firma Quelle 1975 – Ruf des Versandunternehmens im Raum Nürnberg-Fürth – Aufgabenbereiche in der Ablaufplanung – Zuständigkeit des IT-Bereichs – Geschichte des firmeneigenen EDV-Bereichs – Zusammenführung des Warenstroms als zentrale Funktion – Praktische Kapazität der EDV-Anlage – Darstellung der Versandtechnik – Notwendigkeit einer sich ständig weiterentwickelnden Datenverarbeitung zur Bewältigung großer Versandmengen – Größe des Quelle-Rechenzentrums – Sammlung warenwirtschaftlicher Informationen – Möglichkeiten des Informationsaustauschs zwischen Mitarbeitern und dem Zentralrechner – Vorteile der konsequenten Automatisierung des Versands – Erfassung von Kundendaten in der Adressdatenbank – Zusammenarbeit mit der Bundespost – Wechsel in die Systemgestaltung 1980 – Arbeit im Bereich der Adressverwaltung – Arbeit in der Abteilung für Bestellprozesse ab der Mitte der 1990er-Jahre – Notwendigkeit der Modernisierung der EDV-Systeme Ende der 1990er-Jahre – Weiterbildung zum Projektleiter – Beschreibung der damaligen Methode der Datenspeicherung – Quelle als Familienunternehmen – Sozialleistungen der Firma – Freundschaftlicher Umgang innerhalb der Belegschaft – Grad der betrieblichen Mitbestimmung – Wahrnehmung einer Anstellung bei Quelle als Lebensstellung – Umgang mit der logistischen Herausforderung durch die Wiedervereinigung – Transport von Mitarbeitern aus den neuen Bundesländern nach Nürnberg – Ausrichtung der Mitarbeiter auf das Unternehmen als Erfolgskonzept – Der Quelle-Katalog als zentrales Medium – Quelle als Pionier in den Bereichen Mode und Elektroartikel – Elektro-Eigenmarken von Quelle – Verhältnis zu den Großlieferanten – Strukturveränderungen durch die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft – Zunehmende Schwierigkeiten des Konzerns – Auswirkungen der Fusion mit der Firma Karstadt 1999 – Zu langes Festhalten an unzeitgemäßen Firmenstrukturen – Angestaubtes Image der Quelle-Warenhäuser – Umbenennung des Konzerns in Arcandor 2007 – Erleben des schrittweisen Endes des Unternehmens – Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit zur Weitervermittlung der entlassenen Quelle-Mitarbeiter – Selbsthilfegruppen für ehemalige Angestellte – Ursachen für die Insolvenz des Konzerns – Sicherung der Betriebsrente – Gründe für das Versagen des Firmenkonzepts – Bewertung der Lebensleistung von Gustav und Grete Schickedanz – Mitwirkung bei der Inszenierung eines Theaterstücks über das Ende der Firma Quelle – Emotionale Bindung der Angestellten zum Betrieb – Persönliches Bild von Bayern – Kritik an der dominanten Stellung Münchens innerhalb Bayerns – Persönliche Meinung zur Flüchtlingspolitik der Bundesrepublik Deutschland seit 2015.
Daten
Interview: Georg Schmidbauer M.A.
Kamera: Georg Schmidbauer M.A