Zeitzeugen berichten

Roman von Schafnitzel Schreiner, Emigrant

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zz-0782.01
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Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Roman von Schafnitzel über das Bier auf Hawaii.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Roman von Schafnitzel, geführt am 20.09.2002 im Rahmen des Projekts Auswanderung in die USA, über seine Kindheit und Jugend in Augsburg, die Ausbildung zum Schreiner, den Entschluss, Entwicklungsarbeit im Amazonasgebiet zu leisten, seine Auswanderung nach Brasilien, später in die USA (Chicago und Hawaii).

Biogramm

Roman Schafnitzel wurde 1937 in Augsburg geboren. Da die Chancen, auf dem Arbeitsmarkt unterzukommen, sehr schlecht waren, entschloss sich Schafnitzel 1964 als Entwicklungshelfer in das Amazonasgebiet zu gehen. 1968 wanderte er in die USA aus und arbeitete bei einer Schreinerfirma in Chicago. 1976 ging er nach Hawaii, wo er seit 1981 mit einem eigenen Betrieb international tätig ist.

Inhalte

1937 in Augsburg geboren, im September 1942 eingeschult, Volksschule, Evakuierung nach Faxenfeld bei Aalen, Geburt von Bruder und Schwester, Vater im Kriegseinsatz in Russland, kam verwundet zurück, Ulm, Wagnerschule, Rückkehr 1945 nach Augsburg, Wohnung war zum größten Teil heil geblieben, Vater: Arbeit bei den Stadtwerken als Maurer, keine Schule, Glück in Mädchenschule unterzukommen, 1951-1954 Lehre als Schreiner, katholische Jugendgruppe, Wasserwacht, Schwimmen, Interesse am Tauchen, Buch von Hans Hass, Tauchen gelernt, Ertrunkene aus dem Wasser geholt, Schnorcheln im Mittelmeer, Wunsch andere Länder kennenzulernen, 1958 Arbeitsstelle in der Schweiz, Bergpässe mit dem Fahrrad überquert, ein Jahr später mit dem Motorrad, 1959 Reise an die Côte d'Azur, in der Schweiz als Mitglied der Kolpingfamilie Aufbau einer Handwerkerfamilie in Formosa, 1960 Rückkehr nach Augsburg, Kurs zur Meisterprüfung 1961 bestanden, einige Monate in Stuttgart gearbeitet, Verbindung nach Hilversum/Holland, Idee Entwicklungshilfe zu leisten, schlechte Arbeitsperspektiven in Deutschland, Entscheidung woanders hinzugehen, Köck, Vorbereitungskurs zur Entwicklungshilfe 1964, Allround-Ausbildung, Handwerksschule in Köln, 6 Monate getrimmt, sportlich und handwerklich ausgebildet, 4 Wochen im Jugenderziehungsheim Krefeld/Fichtenhain, Arbeit mit schwer Erziehbaren, 2 Monate in Lissabon zum Portugiesisch-Lernen, Angst der Mutter, Verständnis, Vorbereitung auf mögliche Krankheiten am Amazonas, Vereinbarung mit Bayer-Leverkusen: Medikamente 3 Jahre lang gratis gegen Malaria, Gelbfieber, andere Tropenkrankheiten, 07.09.1964 mit dem Schiff "Lichtenstein" nach Fortaleza, Belem, 2 Wochen unterwegs, weitere Entwicklungshelfer an Bord, Ehepaar aus Bolivien, 2 Leute vom Max-Planck-Institut, Gäste im Casa Central, kanadische Nonnen, Angst und Zweifel nicht gezeigt, gutes Verhältnis zur Mannschaft an Bord, Rettungsaktion auf dem Ozean, Wasser war sein Element, Ankunft in Fortaleza, Sandstrand, Kokospalmen, freundliche Menschen, Franziskaner-Missionare, Weiterflug nach Belem, Angst beim Flug, mit Portugiesisch durchgeschlagen, Missionar Angelicus Milert, Hängematten, Moskitonetz gekauft, in der Schule kaum Grammatik gelernt, Warten auf Kisten mit Gepäck, Weiterreise nach Obidos, dem Einsatzort, 700 km Amazonas aufwärts, zwischen Belem und Manaus, kleines Flugzeug Katalina, falsch gekleidet in Anzug und Krawatte, vollgepacktes Flugzeug, bei Ankunft vom Bischof abgeholt, mit den Missionaren Deutsch gesprochen, leichtere Eingewöhnung, 2 Wochen in Obidos, Indianermission an der Grenze zu Surinam, von der brasilianischen Luftwaffe dorthin gebracht, 700 km im Umkreis nur Urwald, 2 Patres: Angelicus und Zöll, Unfall mit dem Unimog, Hilfe für die Missionare, Tische und Stühle gebaut, Maschinen repariert, Brücken gebaut, Fensterrahmen, Hängematten der Indianer, Kochstelle auf dem Boden, Sitten und Gebräuche kennengelernt, mit den Indianern gearbeitet und auf die Jagd gegangen, Kanu, Enten, Krokodile, Rehe, Paka, Weihnachten 1964, Affen, Mutung, Proviant aufgefrischt, die Luftwaffe kam normalerweise alle 4 Wochen, Grenze zwischen Steppe und Urwald, Pflanzungen, Maniok, Fische, nicht sehr üppig, Hitze, Häuptling hatte 3 Frauen, Häuptling begrüßte Besucher anderer Stämme, entschied darüber, wer wen heiratete, Initiationsriten, die Frauen mochten die Arbeit, die Männer gingen auf die Jagd, alles wurde geteilt, gutes Verhältnis zu den Indianern, Hilfe bei der Anpflanzung von Mais und anderen Pflanzen, Büffel, Hühner, Versuche den Indianern zu erklären, wo man herkommt, Globus, Weltkarten, Aufregung wegen Satteliten, Pater nahm einige mit nach Belem, Gefahr der Indianer-Stämme an Krankheiten zu sterben, Erkältungen, Stamm umgesiedelt nach Tirio, Casuanastamm, 3 Jahre Entwicklungshelfer, 6 Monate auf der Mission, dann Handwerkerschule in Obidos gebaut, Maschinen von Reimann, Deutz-Motoren, Möbel hergestellt, es dauerte einige Zeit, um mit den Leuten in Kontakt zu kommen, Viehzüchter, Farmer, Fischer, nicht ans Straßennetz angeschlossen, Schifffahrt auf dem Amazonas, schlechte Schulbildung, Hilfe zur Selbsthilfe geben, Hilfe für Missionare, Kontakt zum Amerikanischen Konsulat in Belem, Filme über Amerika, Filme zu Entwicklungshilfe: über Hygiene, Bau von Toiletten, Krankheitsübertragung, Stelle in der Kolpingzeitung für einen Schreiner in Chicago ausgeschrieben, Bischof regelte die Einwanderung mit dem Konsulat, über Manaos Leticia, Bogota nach Miami geflogen, Überseeaquarium, Cape Kennedy, Reise nach Key West, Ankunft in Chicago mit 15 Dollar, Unterkunft im YMCA, Heimweh nach Brasilien, viele Deutsche in Chicago, Besuch aus Deutschland: Heino, Reno Karol, Margit Sanders, deutsches Wohngebiet, gut eingewöhnt, 8 Jahre in Chicago, Firma von Deutschem aus Rumänien gegründet, heute eine der größten Ladenbaufirmen in Chicago, Mitglied im bayerischen Club, deutsche Restaurants, Fußballclub, Schwabenverein, Bayernbild in Amerika, Oktoberfest, Gemütlichkeit, deutsche Worte in Amerika, Einfluss der amerikanischen Besatzungszeit, schönes Bayern, Schlösser, Seen, München, Neuschwanstein, nie Heimweh nach zu Hause, junge Leute im bayerisch-amerikanischen Club, Donauschwaben, Süddeutsche, Leute aus Bayern, Württemberg, Österreich, manchmal kitschiges Bayernbild, Oktoberfest auf Hawaii, Mädchen von den Philippinen im Dirndl, Nachahmung entsprach nicht hundertprozentig dem Original, 1968 Unruhen in Chicago, McGovern und Humphrey, freundlich in Amerika begrüßt, viele deutsche Bekannte, bodenständiger Charakter der Amerikaner, Arbeitsalltag, Schreinereibetrieb, deutsche und amerikanische Maschinen, Arbeitsbeginn um 07.30 Uhr, gewerkschaftsorientierter Betrieb, Krankenversicherung, Zufriedenheit mit sozialen Leistungen, wenig Urlaub, gut verdient, kulturelle Veranstaltungen, klassische Musik, Kulturstadt Chicago, Museen, Präsenz des „Dritten Reichs“, Kriegsfilme, im Allgemeinen positives Deutschlandbild, viele Bekannte waren in Deutschland stationiert, 1974 Reise nach Hawaii, am liebsten gleich dort geblieben, Kontaktadresse in Honolulu, Aufbau einer Firma, nach 3 Monaten nach Hawaii übergesiedelt, Schwimmen, Tauchen, Mädchen, Hula-Girls, Ladenbau, Lehrlingsausbilder, gutes Stammpersonal ausgebildet, Chef ging 1980 in Ruhestand, Maschinen übernommen, 1981 eigene Firma gegründet, gute Aufträge in Honolulu, Guam, Saipan, Palau, Alaska, Tahiti, Marshall Inseln, Spaß an der Arbeit, Qualität, Firmengründung in Deutschland viel schwieriger, Kurs in Betriebsführung, 1981 geheiratet, Frau auf Reise nach Deutschland kennengelernt, in Augsburg, mitbeteiligt im Aufbau der Firma, Frau hatte anfangs viel Heimweh, Alter der Auswanderer, amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen, Probleme von Rückkehrern, Problem der Sozialversicherung, bayerische Wurzeln, Charakter, Oktoberfest, Brauhaus in Waikiki, Lavenwat bei Washington, Alemaner Hotel, Alekor Hotel, hawaiianische Märsche und Walzer von Heinrich Burger (Henry Burger), hawaiianisches Königshaus, viele Geschäfte in Honolulu von Deutschen gegründet: Amfac, Liberty House, Straub-Hospital, Queen-Hospital, Dr. Hildebrandt, Förstergarten, Lichhue auf Hawaii, deutsche Kleinstadt, Kirch in Norddeutschland gebaut, mit dem Schiff dorthin transportiert, bayerisches Element, Deutschtum, Dr. Nikolaus Schweizer, "Die deutschsprachigen Völker in Hawaii", deutscher Club hat sich verlaufen, Mitglied im österreichischen Club, Treffen 3-4 Mal im Jahr, meist zur Faschingszeit, Gulaschparty, österreichischer Nationalfeiertag, Sissi, Mozart, Tendenz zu Europaclub, Europaball, Problem der heißen Temperaturen auf Hawaii, auf dem amerikanischen Festland deutsche Clubs stärker vertreten, auch dort Nachwuchsprobleme, Übertragung deutscher Traditionen ins Amerikanische, Oktoberfest, in der Firma statt Weihnachtsfeier Oktoberfest veranstaltet, Bier von Paulaner oder Hofbräu oder Kulmbacher, Würste von Sachs in San Francisco, Schweizer Wurstfabrik, Musiker aus Seattle, weiß-blaue Fahnen, Poster von München, Trachtengruppen, 150-200 Gäste, Klima auf Hawaii, deutsche Einrichtung zu Hause, deutsches Essen und Trinken, japanisches Essen, Bier auf Hawaii, Arbeitszeiten, nach Ankunft in Chicago Englisch gelernt, Fernkurse, Holztechnikum im Allgäu, Innenarchitektur bei Kamperat in Darmstadt, Weiterbildung, Firma auf Hawaii suchte Betriebsleiter, bei der Entwicklungshilfe gelernt alles selbst herzustellen, Selbstständigkeit, wenig Freizeit, Zufriedenheit von Arbeitern und Kunden, mit der Zeit mehr Zeit bekommen, Sendung im Community Television in Honolulu, "German Scene", Programm über Deutschland, Bundespresseamt, Filme erhalten, über Geschichte, Politik, Kultur, deutsche Industrie, Schnitt- und Kameraführung gelernt, Film über den österreichisch-amerikanischen Tag gedreht, Filme über Bayern nicht nur über München und das Oktoberfest, Zugspitze, Bayerischer Wald, Brauchtum, Berge, andere bayerische Städte, Augsburg, Passau, Regensburg, Filme über Königsschlösser Ludwigs II. am erfolgreichsten, Neuschwanstein als Model für Disney World, kitschiges Bild von Bayern in der amerikanischen Öffentlichkeit, Korrektur von Vorurteilen durch persönliche Gespräche, Versuch ein positives Bild von Bayern und Deutschland zu vermitteln, Besuche in Bayern, Auftanken für die Zeit, in der man nicht da ist, Rückkehr in die Heimat, in Honolulu zu Hause, Verhältnisse durch die Heirat wieder aufgefrischt, neue Verwandte, kulturelle Identität blieb erhalten, im Wesen verankert, Dialekt erhalten geblieben, Herkunft nicht zu verleugnen, Schlager: "Es gibt kein Bier auf Hawaii", Biervielfalt auf Hawaii, Brauereigründungen, Sprachgemeinschaft, berühmte deutsche Braumeister in der ganzen Welt, Importbiere, Warsteiner, Air Force One, "Gruß aus München" auf den Bierflaschen.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
2:30 h
Aufnahmedatum:
20.09.2002
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.