Im hier gezeigten Ausschnitt beschreibt Hermann Holnaicher die Verarbeitung von Baumwollfasern in der Augsburger Aumühle ("Glaspalast").
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Hermann Holnaicher, aufgenommen am 06.07.2005 in Augsburg, im Rahmen des Projekts Textilindustrie, über seine Jugend, seinen Kriegsdienst als Soldat im Zweiten Weltkrieg in Italien, seine Zeit als Ingenieur in der Textilindustrie bei der Mechanischen Baumwollspinnerei und Weberei Augsburg (SWA) und Michalke.
Biogramm
1919 in Augsburg geboren, Lehrzeit bei der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN), Soldat im Zweiten Weltkrieg, Ingenieurstudium, Arbeit bei der Mechanischen Baumwollspinnerei und Weberei Augsburg (SWA) als Maschinenbauingenieur, 1970 Wechsel zur Firma Michalke, dort bis zur Pensionierung tätig.
Inhalte
Geboren 1919 in Augsburg, Kindheit in Augsburg, 1919-1930 bei den Großeltern in der Ottostraße aufgewachsen, schwere Zeit, viele Arbeitslose, Onkel bei MAN, dann arbeitslos, Tannenzapfen zum Heizen gesammelt, beim Transport geholfen, 1933, Aufschwung, 1934 Lehrstelle als Schlosser bei MAN, 1926 Schulfreund Erich Zoller aus der Emilienstraße, dessen Cousine 1943 geheiratet, Werkschule, katholisch, kritische Einstellung zur Kirche, in Kiel Motoren in Schnellboote eingebaut, zwei Schichten à 12 Stunden - Als Soldat im Zweiten Weltkrieg, 31.08.1939, Bad Reichenhall, Ritter-von-Tuschek-Kaserne, 100er Gebirgsjäger, Singen in Offizierskasinos, Urlaub, Ingenieurstudium in Augsburg, zusammen mit Frau Eistanzpaar im Augsburger Eislaufverein, Tanzkurse, 1940 im Herbst wieder eingerückt, Werkstattkompanie in Sulzbach-Rosenberg, Feuerwehrlehrgang in Bamberg, Zollkamp, Mainz Kastell, Berlin, Unteroffizier bei Krauss Maffei in München-Allach, Panzererprobung, Kommandeur bei ZF, Waldwerke, Getriebefertigung, Turin, Fiatwerke in Mirafiori, LKW-Abnahme, Testfahrten im Partisanengebiet, schnell Italienisch gelernt, Ende April 1944 in amerikanische Gefangenschaft geraten, surrender personal, amerikanischen Konvoi nach Piacenza gefahren, in Apulien Bomben eingesammelt und in den Hafen von Bari gebracht, gut versorgt, freie Freizeitgestaltung, gesungen für Amerikaner und Engländer, "Ernst-Tauber-Songs", 1946 Startbahnbau in Focia manfidonia, Dietrich Fischer-Dieskau, guter Sänger, Februar 1947 Dachau, Entlassungslager, Studium fortgesetzt, 1949 im März abgeschlossen - Lehrzeit bei der MAN, Ingenieur Pfundner, Mathematik, Zeichnen, Studium (heutige FH Augsburg), froh wieder studieren zu können, Lehre: U-Stahl feilen, Metaller-Grundausbildung, Guss- und Werkzeugvorrichtungen gebaut, im 4. Lehrjahr auf Montage, Altschlosser im Konzentrationslager Dachau, katholischer Jugendverein 1935 mit der Hitlerjugend (HJ) gleichgeschaltet - Berufliche Laufbahn bei der SWA, Maschinenbauingenieur, Assistent des Betriebsleiters, Werk 1 "Altbau" 1835 gebaut, Antrieb über Wasserkraft, Proviantbach, Kraftumlenkung über Wellen und Getriebe in die Websäle, Probleme der Wasserkraft, Schneeschmelze, Dampfmaschine, Werk Rosenau, mit Strom betrieben, Werk Proviantbach, Triebwelle, Turbinenanlage, Spinnerei, Dampfmaschine, Problem des Wasserbedarfs, Werk Aumühle, seit 1910, Riesendampfmaschinen, in den 1950ern Elektrogruppenmotoren, später jede Spinnmaschine eigenen Elektromotor, Sespar-Antrieb, Klimaanlagen, Mischung von verschiedenen Baumwollarten, Mako-Baumwolle, innerbetrieblicher Transport, Werk Proviantbach: Vorbereitungsabteilungen: Zettlerei, Einzieherei, Knüpferei, Schlichterei, Websäle, Ausrüsterfirmen: Martini, Prinz, AKS, Werk Rosenau: Fertigwarenlager, ganze Familien beschäftigt, Webstühle nach dem Zweiten Weltkrieg restauriert, Turbinenräder, Francis-, Kaplanturbinen, Voith, Handwerker für Reparaturen im Betrieb, Webstühle, immer mehr Webstühle pro Weberin, Gründe für den Wechsel zu Michalke - Beschäftigung bei der Firma Michalke, 1970, synthetische Baumwolle, textile Rohfaser aus Erdölgranulat, Gersthofen, Bobingen, Texturierung, Probleme durch die Dollarschwäche im Export, Probleme mit dem Färbereiwasser, Vorfluterkanal, Kosten, Hoechst-Konzern, Färberei nach Dänemark, Produktion nach Guben verlegt, nur noch Verwaltung in Stettenhofen, 1984 in Rente, Werksgelände Michalke, 1971 Gastarbeiter in der Türkei angeworben, Griechen, Hochregallager von Mannesmann, IBM-Rechenzentrum, Garne, Trevira, Helanka - Brände und Unfallschutz, Wartung der Anlagen: Feuerschutz, Sprinkleranlagen, Wasserbehälter auf dem Glaspalast, Feuerlöscher, Werksfeuerwehr, Unfallschutz, TÜV, Brände im elektrischen Bereich, Staubkeller, Werksfeuerwehren, neue Feuerwache in Augsburg, OBM Pepper, Unfälle: Weberin ohne Kopftuch skalpiert, Riementriebe - erste Gastarbeiter 1960, Italiener, Spanier, Jugoslawen, Griechen, Türken, Einsatz für Erneuerung der Wohnbaracken - Private Hobbys, Musik, Eislaufen, Eishockey (AEV), Riegenlauf, Kurt Frenzl, Sohn und Enkel, Katzen, Mietgarten im Herrenbachgebiet - Socieda Dante Alighieri, Lehrerin an der VH Perina Köhler, italienische Kulturgemeinschaft, Freunde in Turin, Familie Tamero - Teilnahme an den deutschen Eistanzmeisterschaften im Paarlauf 1941 in Köln, 10. Platz - Rückblick, Altersheim Sonnenstift.
Daten
Interview: Dr. Ludwig Eiber
Kamera: Georg Schmidbauer M.A.